Der ReNOB-Blog

Der Rebound-Effekt am Beispiel Licht

Aiko Müller-Buchzik, 20.12.2017
Effizienzmaßnahmen haben im Allgemeinen den Sinn, einen bestimmten Kostenfaktor zu senken. Im Bereich der Energie wird hierfür versucht, den Energiebedarf zu reduzieren, um dadurch die entsprechenden Kosten zu senken. Ein immer wiederkehrendes Problem hierbei stellen die Mitarbeiter dar. Ein erster Schritt hin zu einer Reduzierung des Energiebedarfs ist ein optimiertes Verhalten der Mitarbeiter. Diese Bemühen wird Mitarbeitern auf vielfältige Weise näher gebracht und häufig auch umgesetzt, so dass sich eine Einsparung X ergibt.

Mitarbeiterverhalten nach technischer Effizienz

Nachdem eine technische Maßnahme durchgeführt wurde, verringert sich geplant der Energiebedarf in Höhe Y. Dies wird meist gegenüber den Mitarbeiter kommuniziert. Und leider kommt es in diesem Moment zu einem psychologischen Effekt, der nur sehr schwierig zu beseitigen. Die Basis für ein verändertes Mitarbeiterverhalten, hin zu mehr Energiereduzierung basiert in den meisten Fällen auf der Basis eines hohen Energiebedarfes, welcher durch das Verhalten reduziert werden kann. Ist der Energiebedarf durch die veränderte Technik jedoch geringer, als bei der alten Technik, so verliert die Basis für das geänderte Mitarbeiterverhalten seine Bedeutung. In der Folge wird das Verhalten der Mitarbeiter im Sinne eines optimalen Verhaltens wieder schlechter und der durch Technik und Mitarbeiterverhalten optimierte Energiebedarf wird verringert.

Rebound-Beispiel

Die Theorie sei an einem leicht verständlichen Beispiel erläutert: Licht. Die häufigste Ausgangsituation sind nicht ausgeschaltetes Licht, oder falsch eingestelltes Licht. Die Empfehlung an dieser Stelle sind in diesem Falle zum Beispiel Hinweisschilder in der Hoffnung, dass die Mitarbeiter das Licht bei Verlassen der Räumlichkeit ausschalten. Technisch wird nun die Beleuchtung in LED-Technik umgerüstet. Der Energiebedarf sinkt weiter, allerdings wissen die Mitarbeiter (es ist ja nicht zu übersehen) jetzt, dass energiesparende Technik eingesetzt wird. Im Kopf der Mitarbeiter ergibt sich häufig die Situation derart, dass durch die Technik eine Einsparung erfolgt - das Mitarbeiterverhalten wird dabei jedoch vernachlässigt: Die Technik steht über dem Mitarbeiterverhalten. In der Folge werden in diesem Beispiel die Leuchten beim Verlassen der Räume nicht mehr ausgeschaltet. Dadurch reduziert sich die Einsparung ein wenig (Z). Zwar nicht so sehr, wie sich die Einsparung durch das Mitarbeiterverhalten ergeben hat (X > Y), aber es ergibt sich doch eine Verringerung der Einsparung (X + Y - Z). Das mag im Einzelfall nicht viel sein, bei jedoch tausenden von Fällen kommt dann eben doch eine beeindruckende Gesamtmenge an Energie zusammen.

Herausforderungen für Unternehmen

Eine optimale Technik kann durch falsche Nutzung nicht energieeffizient eingesetzt werden. Auch bei Prozessen im Allgemeinen sind die Mitarbeiter häufig an den entscheidenden Hebeln, so dass trotz aller technischen Möglichkeiten der/die Mitarbeiter niemals vergessen und/bzw. alleine gelassen werden. Hier geht das Engagement des Unternehmens über die technische Betrachtung hinaus, wichtig wird vielmehr ein Ansatz, der dazu führt, dass alle Mitarbeiter (im Management und in der Produktion) ein gemeinsames Ziel verfolgen. So ist das Thema Rebound, welches eher mit technischen Optimierungen in Verbindung gesetzt werden eigentlich ein Managementsystem.

Sie möchten wissen, wie der Rebound-Effekt bei Ihnen im Unternehmen durch ein geschicktes Managementsystem, zumindestens reduziert werden kann? Dann freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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