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COMPEON-Studie zeigt: Unternehmen wünschen sich mehr Fördermittel

Aiko Müller-Buchzik, 21.02.2018
Das Finanzportal COMPEON[1] hat eine aktuelle Studie erstellt, in der es unter anderem um die Frage der Nutzung von Fördermitteln geht. Im Ergebnis wissen zu wenige Unternehmen, dass Ihre Vorhaben gefördert werden können.

Studienergebnis

Derzeit können Unternehmen auf ca. 1.700 Förderungen/Zuschüsse aus Prorgrammen der EU, des Bundes oder aus Landesmitteln bzw. Kommunen zurückgreifen. Dabei stellt die KfW-Bank die größte Förderbank dar, welche über Kredite eine Förderung zur Verfügung stellt. Daneben gibt es aber noch weitere landesspezifische Förderbanken und -institute. Bei der Befragung ging es hauptsächlich um die Nutzung von Krediten über Förderbanken.

Erstaunlicherweise zeigte die Auswertung der Befragung im Rahmen der Studie, dass lediglich 26,2% der Unternehmen eine Förderung angeboten wurde und diese dann auch genutzt wurde. 13,5% der Befragten erhielten ein Angebot für eine Förderung, nutzten diese allerdings nicht. Katastrophale 60,3% der Befragten gaben an, dass Ihnen keine Förderungen angeboten wurden. Die Gründe hierfür liegen zum Einen in einem geringen Bewusstsein über mögliche Förderungen, zum Anderen aber auch an zum Teil für die Unternehmen zu komplizierter Anträge. So sagten 90,0% der Befragten, dass eine automatische Prüfung einer Förderung mit einer positiven Aussicht auf Bewilligung auch autoamtisch eine Anfrage bei der jeweiligen Förderbank zur Folge haben würde.

Und aus der Beratertätigkeit und Gesprächen mit Kunden gibt es noch eine weitere Begründung für die Nichtangabe von Förderangeboten: Die (Haus)Bank dient für Förderungen nur als durchführendes Institut, an dem es selbst nur wenig verdient! Ein eigener, nicht geförderter, Kredit bringt einer Bank immer mehr - ein aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbarer Zustand.

Interpretation des Studienergebnisses

Die bloße Existenz von Fördermöglichkeiten ohne das Wissen um deren Existenz scheint weiterhin ein großes Problem zu sein. Hinzu kommt der administrative Aufwand für die Unternehmen im Rahmen der Beantragung. Dies zeigt sich auch durch die sich vergrößernde Anzahl an Förderberatern (siehe zum Beispiel die Social Media Plattform Xing[2]). Im Bereich der Beratungen gibt es seit längerem die Pflicht, im Rahmen der Beratungsberichte, auch ein Kapitel zum Thema Finanzierung/Förderung zu erstellen. Damit ist in diesem Bereich ein vergrößertes Wissen um die grundsätzlichen Möglichkeiten gegeben. Der adminstrative Aufwand kann entweder durch entsprechende Berater reduziert werden, oder die Methoden zur Antragstellung auf Förderung werden weiter digitalisiert und damit automatisiert.

Dies ist zwar nicht in allen Bereichen möglich. Aber dort, wo lediglich feststehende Parameter eine Bewilligung begründen, können zumindest halbautomatisch Vorentscheidungen getroffen werden und spezifische Punkte werden durch entsprechendes Personal geprüft. Das heißt allerdings auch, dass gegebenenfalls die Systematiken der Fördermöglichkeiten angepasst werden müssen.

Allerdings, und auch das sollte nicht unterschlagen werden: Förderungen sind auch immer eine Art Subvention auf Basis von Steuergeldern. Es ist daher durchaus verständlich, dass ein gewisser Aufwand von Seiten der Unternehmen zu erwarten sein sollte. Vor allem, wenn es um Förderhöhen geht, die in den 6-stelligen Bereich gehen. Dies zu fordern hat der Staat gegenüber dem Steuerzahler sicher das Recht.

Dennoch bleibt es ein schmaler Grad zwischen Wirtschaftsförderung und einem Aufwand, der durch die Unternehmen zu tätigen ist. Es handelt sich schließlich um eine letztlich staatlichen Förderung und kein Geschenk vom Staat an die Wirtschaft (was durch die EU regelmäßig geprüft und ggf. auch bemängelt und/oder untersagt wird)

Herausforderung für Unternehmen

Neben Banken sind entsprechende Förderberater, aber auch spezialisierte Berater (z. B. Ressourceneffizienzberater) und die Förderer selbst ein guter Ansprechpartner. Darüber hinaus existieren im Internet diverse - auch staatliche - Möglichkeiten, um themenspezifisch nach Förderprogrammen zu suchen. Egal ob personeller oder finanzieller Einsatz über eine Beratungsinstitution - der Unternehmer sollte sich überlegen, was für Ihn und sein Unternehmen wichtig ist. Beides - personeller, wie auch finanzieller Einsatz - schmälert zwar die Wirtschaftlichkeit von Projekten, allerdings sollte in den meisten Projekten diese Ausgabe nur eine gringe Auswirkung auf die letztliche Wirtschaftlichkeit der Investition haben. Zumal bestimmte Investitionen auch in die Existenz des Unternehmens gründen können, so dass der Aufwand keine Fragen des Wollens, sondern des Müssens ist.

Für weitere Informationen Ihrer Möglichkeiten stehe ich Ihnen gerne mit einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

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