Der ReNOB-Blog

VDMA-Studie: Mobilitätswende im Maschinenbau

Aiko Müller-Buchzik, 09.04.2018
Die vom VDI Verlag geführten Website Ingenieur.de[1] berichtete im März 2018 von der Veröffentlichung einer vom VDMA in Auftrag gegebenen Studie, die sich mit der Frage beschäftigte, welche Auswirkungen sich für den Maschinenbau in den Zeiten der Mobilitätswende ergeben (könnten).

Studienergebnisse

Basis für die Studie ist das vermehrte Interesse an Fahrzeugen mit Elektro- und Hybridantrieben und wurde durch die FEV Consulting GmbH durchgeführt. Laut Studie soll der Absatz an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im Vergleich zu 2016 vor allem in den wichtigsten Absatzmärkten USA, China und Europa um knapp 10% niedriger sein! Gleichzeitig soll sich der Elektroantrieb in den gleichen Absatzmärkten bei einem Anteil von knapp 22% ansiedeln.

Die Folge für die mit dem Verbrennungsmotor verbundenen Unternehmen: Zwar verringert sich der Anteil, aber die übrigen Fahrzeuge werden bis auf weiteres eine Effizienzsteigerung erleben - alleine, um in entsprechenden Vergleichswerten mit den Altenrativen mithalten zu können. Auch wenn sich die Wertschöpfung bei den batteriebetriebenen Fahrzeugen um bis zu 64% verringern soll, so wird sich die Wertschöpfung um knapp 24% bei den Hybridfahrzeugen erhöhen. In Summe soll es bis zum Jahr 2030 zu einer jährlichen Wachstumsrate von ca. 1,7% kommen.

Interpretation der Entwicklung

Noch ist nicht sicher, in welche Richtung sich die Antriebstechnik entwickeln wird. Der klassische Verbrennungsmotor wird häufig noch mit den Energieträgern Benzin und Diesel in Verbindung gebracht. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite nennt sich elektrischer Antrieb. Beiden Seiten ist gleich, dass durch eine Energiequelle eine Rotationsbewegung erzeugt wird. Klassisch über eine Welle, aber theoretisch natürlich auch "dezentral" an den Rädern des Fahrzeugs selbst.

Der Verbrennungsmotor kann neben Benzin und Diesel aber auch mit anderen Energieträgern betrieben werden. Da sind Gase wie Erdgas (CNG) oder auch Flüssiggas (LPG) zu nennen. Denkbar sind aber auch Gase, die vorher über elektrische Energie erzeugt wurden - hier wären dann Wasserstoff, aber auch Methan zu nennen (Stichwort PtG bzw. PtGtP). Auf der anderen Seite können elektrisch angetriebene Fahrzeuge auch verschiedene Energiequellen haben. Da ist zum Einen natürlich die Batterie, aber eben auch eine on-board-Stromerzeugungsanlage wie eine Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle selbst kann ihrerseits mit verschiedenen Gase betreiben werden (Wasserstoff, Methan).

Für die Unternehmen, die einen Bezug zur Abtriebstechnik von Fahrzeugen haben (hier darf nicht nur auf PKWs geschaut werden), ergibt sich eine immer breitere Möglichkeit an Produkten, denn jeder der Antriebsmöglichkeiten bewirkt ein andere Produktpalette. Es wird vor allen in den nächsten Jahren darauf hinauslaufen, dass sich die entsprechenden Unternehmen (weiterhin) sehr stark mit der Marktentwicklung beschäftigen müssen. Wird hier zum falschen Zeitpunkt eine falsche Entscheidung getroffen, so besteht für Zulieferer die Gefahr, dass der Autobauer am Ende Komponenten benötigt, die vom Zuliferer nicht produziert werden können. Damit einher gehen dann die üblichen Markmechanismen, bis hin zur Schließung des Unternehmens (im Extremfall).

Herausforderungen für Unternehmen

Was können Unternehmen da nun aber machen? Momentan gibt es einen leichten Aufschwung für die Alternativen (Batterie, Brennstoffzelle, PtG). Noch können sich Zulieferer mit einer gewissen Sicherheit darauf einstellen, dass der Markt vorerst in weiten Teilen so bleibt, wie er momentan ist - aber: nur wenige Unternehmen können es sich erlauben, sich nicht mit dem Thema kontinuierlich zu beschäftigen. Die aktuelle Produktpalette sollte mit den möglichen, zukünftig notwendigen Produkten abgeglichen werden. Hierzu bietet sich eine regelmäßie Analyse der Markt- & Megatrends an.

Nun besteht jedoch die Gefahr, dass durch die Einbindung in das tägliche Arbeitsgeschäft der Blick von Außen nicht mehr völlig frei möglich ist (Stichwort: Betriebsblindheit). Daher sollten Unternehmen, auch wegen der aktuell guten Auslastung darüber nachdenken, diese Prozesse gegebenenfalls von außen moderieren zu lassen. Je nach Art der Planung kann solch ein Prozess auch im Rahmen einer geförderten Konzepterstellung erfolgen. Aber unabhängig von den finanziell kurzfristigen Betrachtungen, sollten sich die Zulieferer jetzt im eher positiven Marktumfeld die Zeit nehmen und sich Gedanken über die Produkte in den nächsten 5 - 10 Jahren machen. Leider vergeht die Zeit dann doch ab und zu schneller und das richtige Produkt fehlt im Portfolio dann doch. Dieser erste Schritt des Anfangens lohnt sich und ich stehe Ihnen hierfür gerne als Begleiter zur Verfügung. Für weitere Informationen Ihrer Möglichkeiten stehe ich Ihnen gerne mit einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

Meine Kontaktdaten

Newsletter

Sie wünschen regelmäßige Informationen von mir zum Thema Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz? Dann melden Sie sich einfach beim ReNOB-Newsletter an.

Newsletter
Übersicht
Seitenanfang