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neue Leitfäden Contracting von Dena und VfW veröffentlicht

Aiko Müller-Buchzik, 25.06.2018
Contracting als Finanzierungsmethode ist für (finanzklamme) Organisationen eine interessante Alternative, um in Effizienzprojekte zu investieren. Die Dena[1] und der VfW[2] haben nun parallel neue Leitfäden für Energieeinspar- und Energieliefer-Contracting veröffentlicht.

Grundprinzip Contracting

Das Grundprinzip von Contracting basiert darauf, dass eine Investition in eine Anlage nicht durch diejenige Organisation (öffentlich oder privatwirtschaftlich) durchgeführt wird, die letztlich die Anlage nutzt. Stattdessen, wird ein Vertrag mit einem anderen, externen Unternehmen abgeschlossen. Dieses externe Unternehmen plant, realisiert und betreibt die Anlage. Die Nutzungsart der Anlage unterscheidet sich in die zwei Varianten:

  • Energieeinspar-Contracting

  • Energieliefer-Contracting

Energieeinpsar-Contracting

Beim Energieeinspar-Contracting wird die betreffende Anlage installiert, um eine Einsparung für die Organisation zu erzielen. Die Höhe der Einsparung wird zwischen der Organisation und dem Contractor vertraglich vereinbart. Dies bedeutet, dass die Organisation eine Mindesteinsparung garantiert bekommt. Als Basis für die Bestimmung der monetären Einsparung dient ein Referenzjahr ("Baseline"). Der Contractor refinanziert sich die Investition, indem die Organisation, welche die Technik nutzt, monatlich einen vereinbarten Betrag zahlt. Nach der Vertragslaufzeit geht die Technik entweder in den Besitz der Organisation über oder es wird ein neuer Vertrag abgeschlossen. Der Clou an dieser Contractingart ist die garantierte Einsparung. Ist die reale Einsparung geringer als die vertraglich vereinbarte, so zahlt die Organisation dennoch nur die vereinbarte Rate, der Contractor bleibt auf den restlichen Kosten sitzen. Damit hat der Contractor ein Eigeninteresse an der Erreichung der vertraglich vereinbarten Einsparung. Weitere Einsparungen werden meist zwischen Organisation und Contractor aufgeteilt.

Energieliefer-Contracting

Im Gegensatz zum Energieeinspar-Contracting geht es beim Energieliefer-Contracting nicht so sehr um die Einsparung an sich. Stattdessen wird der Contractor mit dem Betrieb einer Nutzenergieerzeugungsanlage beauftragt. Diese Nutzungenergie verkauft der Contractor dann an die Organisation. Ein klassiches Beispiel sind hier die Beleuchtungs- oder die Heizungsanlage. Im ersten Fall bezahlt die Orgnaisation den Contractor dafür, dass dieser ihm Licht zur Verfügung steht, im zweiten Beispiel geht es um die Wärmelieferung. Prinzipiell lässt sich dieses System auf viele Energiearten ausweiten, theoretisch wäre sogar eine Lösung im Bereich der Produktion möglich. Auch diese Form des Contractings führt für die Organisation im Normalfall zu einer (spezifischen) Einsparung.

Herausforderung für Unternehmen

Das Problem für Organisationen ist die Frage, ob sich Contracting wirklich lohnt oder ob eine Eigenfinanzierung die bessere Wahl ist. Vor allem im kommunalen Bereich liegt jedoch häufig eine Finanzierungsproblematik vor (leere Kassen), so dass hier Contracting eine interessante Investitionsvariante für (Energie)Einsparmaßnahmen darstellt - teilweise gelten Contractingverträge nicht als Kredit und können daher umgesetzt werden. Um dies zu fördern, hat der Bund ein deutschlandweites Förderprogramm eingerichtet, welches über das BAFA abgewickelt wird und von qualifizierten Projektentwicklern begleitet wird.

BAFA-Förderprogramm 'Energieeinspar-Contracting'
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