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Ergebnis der DNK-Anwenderbefragung 2018 veröffentlicht

Aiko Müller-Buchzik, 26.07.2018
Das Büro des Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex (DNK)[1] hat sich in einem Newsletter mit dem CSR-RUG beschäftigt und in diesem Zusammenhang eine Anwenderbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse sind nun vom DNK veröffentlicht worden.

Hintergrund

Bereits im Jahr 2016 hatte der DNK eine Anwenderbefragung durchgeführt. Seitdem hat sich jedoch vor allem auf rechtlicher Seite etwas gravierendes geändert: Das CSR-RUG. Gemäß diesem müssen sich kapitalmarktorientierte und im Wesentlichen große Unternehmen mit dem Thema ganzheitliche Nachhaltigkeit beschäftigen und dies mit einem Bericht nachweisen. Der Bericht gemäß DNK wurde offiziell von Seiten des Gesetzgebers anerkannt, um sich mit den nichtfinanziellen Aspekten des Themas Nachhaltigkeit zu beschäftigen und somit das CSR-RUG zu erfüllen.

Ergebnisse der Umfrage

Für nichtkapitelmarktorientierte Unternehmen der Finanzbranche ist der DNK der Berichtserstattungsstandard und wird primär zur Erfüllung des CSR-RUG genutzt. Dabei wird er aber auch als hilfreiche Basis für den Aufbau eines CSR-Managements bzw. einer CSR-Berichtserstattung angesehen. Grundsätzlich zeigt die Befragung, dass es immer noch eine große Herausforderung ist, ein Verständnis für die CSR-RUG-Anforderungen zu entwickeln, was sich direkt auf das Verständnis der DNK-Kriterien auswirkt. Wie auch bei anderen Managementthemen zu erkennen, zeigt sich auch beim DNK, dass die Informationsbeschaffung und die Aktivierung von Abteilungen ein großes Problem darstellt. Spannend: Die DNK-Entsprechungserklärung wird hauptsächlich an Kunden und an die eigenen Mitarbeiter addressiert. Der Großteil der DNK-Entsprechungserklärungen wird auf der Webseite veröffentlicht. Positiv für den DNK: knapp 90 % wollen auch im kommenden Jahr die DNK-Entsprechungserklärung zur Erfüllung des CSR-RUG nutzen. Verbesserungen werden bei der Trennschärfe der Kriterien gesehen.

Interpretation

Die Schwierigkeiten bei der Behandlung / Erstellung der DNK-Entsprechungserklärung sind allgemein aus themenspezifischen Managementsystemen bekannt. Die Erklärung kann im stillen Kämmerlein durch einen damit Beauftragten oder durch das Management federführend durchgeführt werden. Das Problem dabei: Die Mitarbeiter verstehen nicht unbedingt den Sinn hinter dem Ansatz - es kommt zu Differenzen, die Daten werden nicht mit voller Motivation organisiert. In Summe zeigte die Befragung, dass auch die DNK-Entsprechungserklärung als Zeichen der Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit das ganze Uunternehmen mitnehmen sollte. Dann klappt das zum Einen schneller mit der Implementierung von Nachhaltigkeit im Unternehmen, zum Anderen können aber auch Prozesse im Unternehmen eingeführt werden, die von allen Betroffenen verstanden, akzeptiert und auch schnell unterstützt werden können.

Ein weiterer interessanter Punkt ist die Zielgruppe der DNK-Entsprechungserklärung - hier zeigt sich, dass die Verpflichtung von großen Unternehmen durchaus nach unten Auswirkungen hat. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen oder halten es für einen Vorteil am / im Markt, eine DNK-Entsprechungserklärung abzugeben. Das kann an (in)direkten Auf- oder Anforderungen des / der eigenen Kunden liegen, auf der anderen Seite dient die DNK-Entsprechungserklärung aber auch dazu, den eigenen Mitarbeitern das Thema näher zu bringen.

In Summe wird das Thema Nachhaltigkeit gestreut, was alleine schon gut ist. Schaut man sich jedoch an, dass "erst" 414 Entsprechungserkläungen abgegeben wurden (Zuwachs im letzten Jahr von knapp 200), so ist schnell erkennbar, dass das Thema in der Wirtschaft noch längst nicht so weit verbreitet ist, wie es nötig wäre, um in der Breite in Richtung ganzheitliche Nachhaltigkeit zu gehen. Und hier reden wir nur von der (freien) Wirtschaft - vorbildlich sind die öffentlichen Institutionen hierbei mal wieder leider nicht.

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externe Links

[1] Webseite DNK

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