Der Energieeinsatz-Blog

BAFA veröffentlicht Jahresbericht 2016 EBM

11.01.2017
Das BAFA hat den Jahresbericht zum Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand" für das Jahr 2016 veröffentlicht[1]. In 2016 sind insgesamt 2.266 Anträge für geförderte Beratungen sowie 227 für Umsetzungsbegleitungen gestellt worden, davon wurden 1.549 Anträge für eine Beratung sowie 48 Anträge für Umsetzungsbegleitung bewilligt. Insgesamt wurden 8.180.088 EUR für Beratungen und 188.362 EUR für Umsetzungsbegleitungen an Fördermitteln ausgezahlt. Hierbei gilt jedoch zu bedenken, dass die Auszahlungen auch auf Anträge und Bewilligungen aus dem Jahr 2015 herrühren können. In 2016 bewilligte Beratungen/Umsetzungsbegleitungen können statistisch im Bereich der Auszahlungen ggf. erst in 2017 auftauchen.

Ergebnis der Jahresstatistik

Das größte Interesse an einer geförderten Beratung zeigte das verarbeitende Gewerbe (944 Anträge), gefolgt vom Gastgewerbe und dem Handel (440 bzw. 438 Anträge). Mit großem Abstand folgen weitere Wirtschaftszweige (mit weniger als 63 Anträge). Der Vergleich mit 2015 zeigt eine ungefähr gleichbleibende Anzahl an Anträgen. Laut statistischen Bundesamt gab es 2014 ca. 2,5 Mio. Unternehmen, die als KMU eingestuft werden[2]. Die Anzahl der geförderten Beratungen stellt sich da als gerade zu lächerlich klein dar.

Doch warum ist das so? Ein Grund könnte sicherlich darin liegen, dass Unternehmen primär die ökonomischen Gesichtspunkte der Energie betrachten und weniger die ökologischen. Im produzierenden Gewerbe liegt die finanzielle Hauptlast beim Materialeinsatz (ausgenommen einmal Gießereien, bei denen elektrisch betriebene Öfen zum Einsatz kommen) und diese liegt im Durchschnitt bei ca. 40%. Die Energiekosten befinden sich in der Kostenstatistik auf den letzten Plätze und weisen einen Anteil von (positiv darstellt) ca. 3% auf.

Im Durchschnitt sind in 2016 durch das BAFA ca. 5.300 EUR Förderung ausgezahlt worden. Sofern dies der 80% Förderung am Honorar entspricht, so entstanden durchschnittliche Kosten in Höhe von ca. 6.600 EUR. Und diesen Betrag mussten die Unternehmen auch erst einmal aufbringen. Und auch dann hat das beratene Unternehmen lediglich erst einmal einen Katalog an möglichen Einsparpotenzialen, in die es anschließend noch zu investieren gilt, was zum einen ggf. weitere Beratungskosten aber vor allem Investitionskosten verursacht.

Alternativen zum EBM

Wie sähe eine bessere Vorgehensweise aus? Das alte KfW-System sah eine Initialberatung vor, welche sowohl zeitlich, als auch finanziell überschaubar war und inhaltlich vergleichbare Informationen für das beratene Unternehmen zur Verfügung stellte. Das BAFA-System stellt sicherlich eine größere Informationsbasis zur Verfügung und sicherlich auch eine breitere Masse an Beratungsqualität - allein der Markt scheint dies nicht anzuerkennen, zu wünschen oder gar zu brauchen. Verständlich beim oben erwähnten "Druck" durch die Energiekosten.

Gefragt scheint also ein schlankes und schnelles Programm wie die KfW-Initialberatung oder vergleichbare Programme, wie zum Beispiel das in Niedersachsen durch die "Niedersächsische Klima- und Energieagentur" ins Leben gerufene Programm "Impulsprogramm Ressourceneffizienz", welches in 2016 als durchaus erfolgreiches Pilotprgramm durchgeführt wurde. Das Programm war für Unternehmen kostenfrei und enthielt einen kurzen Abschlussbericht, in dem Potenziale genannt (jedoch nicht wirtschaftlich bewertet) bekamen. Ein ähnliches Prinzip wie die KfW-Initialberatung also, wobei hier die Energie sogar noch nicht einmal der Schwerpunkt war.

Ökonomie vs. Ökologie

Da im letzten Absatz immer von der ökonomischen Betrachtung ausgegangen wurde, soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass sich aus ökologischer Sicht eine andere Bilanz ergeben würde, welche innerhalb der Unternehmen einen Bedarf an einer Beratung hervorrufen könnte. Solch einen "Zwang" gibt es derzeit jedoch lediglich im Bereich des Spitzenausgleiches, der nur dann beantragt werden kann, wenn die gesamte Branche über Energieeinsaprung eine signifikanten Einsparung an CO2 aufweist und auch dann bedarf es eines systematischen Ansatzes innerhalb des Unternehmens (des produzierenden Gewerbes). Das Ziel der Bundesregierung ist die Reduzierung der CO2-Emissionen; ein Großteil der Werkzeuge, mit denen Unternehmen gefördert werden sollen, scheint aber nicht ausreichend effektiv zu sein. Hier könnte im Sinne der allgemeinen Ressourceneffizienz noch einiges getan werden.

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