Der Energieeinsatz-Blog

Der DWD stellt räumlich präzisere Klimadatensätze zur freien Verfügung

Aiko Müller-Buchzik, 25.07.2017
Wie der BINE Informationsdienst am 24.07.2017 mitgeteilt hat[1], können beim Deutschen Wetterdienst (DWD) von nun an, die aktualisierten Wetter-Referenzdaten (TRY) heruntergeladen werden. Die Daten sind noch präziser, da sie je Quadratkilometer des deutschen Bundesgebietes zur Verfügung stehen und lokale Phänomene wie städtische Wärmeinseln oder Höhenlagen berücksichtigen.

Hintergrund

Die TRY-Daten (test reference year) enthalten je Stunde eines Jahres meteorologische Daten, welche für Simulationen verwendet werden können. Damit können Berechnungen auf Basis eines durchschnittlichen Jahres an einem bestimmten Standort durchgeführt werden. Als Varianten stehen (weiterhin) ein Jahr mit einem extrem verlaufendem Winter und einem extrem verlaufendem Sommer zur Verfügung. Der DWD hat die Daten von der bisherigen Form (Klimazonen) hochaufgelöst je Quadratkilometer Fläche Deutschlands individualisiert. Vorteil dieser Auflösung ist eine deutlich gestiegene Genauigkeit in den Voraussagen, da nicht mehr eine bestimmte Wetterstation, stellvertretend für eine riesige Fläche herangezogen wird.

Die Datensätze basieren wie bisher auf realen Daten der deutschen Wetterstationen und wurden so zusammengefügt, dass ein Referenzjahr entstand. Die bisherigen Datensätze sind dabei um die realen Daten aus 1995 - 2012 aktualisiert worden. Auf Grund der gleichgebliebenen Methodik können die neuen Daten ohne weiteres mit den alten Daten verglichen werden. Für die zukünftigen TRY-Daten sind Klimamodelle für den Zeitraum 2031 - 2060 berücksichtigt worden.

Datensätze

Für alle Flächen/Zeiträume stehen je Jahr 8760 Werte in den folgenden Kategorien zur Verfügung:

  1. Bedeckungsgrad

  2. Windrichtung
  3. Windgeschwindigkeit
  4. Lufttemperatur
  5. Wasserdampfgehalt
  6. Relative Feuchte
  7. Direkte Sonnenbestrahlungsstärke bezogen auf die horizontale Fläche
  8. Diffuse Sonnenbestrahlungsstärke bezogen auf die horizontale Fläche
  9. Bestrahlungsstärke der atmosphärischen Wärmestrahlung bezogen auf die horizontale Fläche
  10. Spezifische Ausstrahlung der Wärmestrahlung der Erdoberfläche

Neu, und vor allem für die elektrische und thermische Nutzung von Interesse, sind die kurzwellige Strahlung und Globalstrahlung.

Herausforderung für Unternehmen

Um die Daten nutzen zu können, bedarf es eines passwortgeschützen Zugangs zum CD Klimaberatungsmoduls des DWD. Der ReNOB liegen die Daten vor, so dass bei unseren Berechnungen und Prognosen auf Wunsch die TRY-Daten zum Einsatz kommen können. Alternativ oder zusätzlich erfolgt gerne ein Abgleich mit den realen Wetterdaten der Wetterstation, die gemäß den geografischen Koordinaten Ihrem Standortes am nächsten gelegen ist.

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