Der Energieeinsatz-Blog

Neue Richtlinie für "Energieberatung im Mittelstand"

Aiko Müller-Buchzik, 09.11.2017
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat am 08.11.2017 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass der Beraterkreis für zwei Förderprogramme erweitert wurden. Des Weiteren gab es weitere Änderungen bei den Programmparametern.

Energieberatung im Mittelstand

Zitat BAFA[1]: "Das Förderprogramm trägt zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung bei. Eine qualifizierte Energieberatung soll kleinen und mittleren Unternehmen Einsparpotentiale und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Unternehmen aufzeigen."

Die Veränderungen sind mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie ab 01.12.2017 gültig und sind wie folgt:

  1. Überwiegend dem Wohnen dienende Gebäude können künftig nur im Rahmen einer "Energieberatung für Wohngebäude" gefördert werden.

  2. Verbundene oder Partnerunternehmen dürfen die Beratung nicht mehr untereinander durchführn.
  3. Eine ergänzende Förderung durch andere öffentliche Mittel ist künftig möglich.
  4. Unternehmen mit eigenem, für Energieberatungen qualifiziertem Fachpersonal dürfen keine geförderte Beratung durchführen (da dies einer Förderung der Personalkosten entspräche).
  5. Unternehmen, die nach Art. 1 der De-minimis-Verordnung ausgeschlossen sind, können die Beratung nicht in Anspruch nehmen.
  6. Erweiterung des Beraterpools auf alle Berater, die die Zulassungskriterien erfüllen.
  7. Berater muss eine Selbsterklärung zum Vorliegen einer gültigen Haftpflichtversicherung, die Energieberatungsleistungen einschließt, abgeben.
  8. Selbstverpflichtung des Beraters zur hersteller-, anbieter-. produkt- und vertriebsneutralen Beratung.
  9. (Weiterhin: Provisionverbot von Dritten, die ein wirtschaftliches Interesse an einer Umsetzung einer empfohlenen Maßnahmen haben kann.)
  10. Die Umsetzungsberatung entfällt. Der maximale Zuschuss sinkt für Unternehmen mit Jahresenergiekosten ≥ 10.000 EUR von 8.000 EUR auf 6.000 EUR.
  11. Förderungen gleichartiger Maßnahmen dürfen 90% der förderfähigen Ausgaben nicht übersteigen.
  12. Der Durchführungszeitraum ab Zuwendungsbescheid beträgt nun 12 Monate.
  13. Sämtliche Verwendungsnachweiseunterlagen müssen innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes beim BAFA eingegangen sein.
  14. Eine Auszahlung des Förderbetrgs erfolgt nur, wenn das beratene Unternehmen die Zahlung des Beraterhonors nachweisen kann.
  15. Diese Richtlinie gilt befristet bis 31.12.2022.

Energieberatung für Wohngebäude

Die bisher genannte "Vor-Ort-Beratung" wird in "Energieberatung für Wohngebäude" umbenannt.

Folgen der neuen Richtlinie EBM

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf das Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand". Einige Veränderungen kommen durch eine Anpassung der verschiedenen Förderprogramme zustande oder ergeben sich aus höherliegenden Vorgaben (EU-Richtlinien). Vor allem die Erweiterung des Beraterkreises soll dazu führen, dass noch mehr Beratungen durchgeführt werden, da vielfach bereits Unternehmen mit Beratern in Kontakt stehen, welche jedoch nicht gelistet sind. Zumindest entsteht eine geringere Benachteiligung von bisher nicht zugelassenen Beratern. Der grundsätzliche Anspruch an die Vertriebs- und Produktneutralität bleibt hierbei (zum Glück) bestehen und sichert den beratenen Unternehmen so hochwertige unternehmensorientierte Beratung. Die verpflichtende Einführung des Nachweises für eine Versicherung dient sowohl für beratenes Unternehmen, als auch für den Berater als Sicherheit - wobei an dieser Stelle die Wirkung für das beratene Unternehmen größer sein dürfte, da dieses bei "Fehlern" eine höhere Sicherheit hat, an Geld zu kommen. Die Reduzierung der maximalen Fördersumme stellt den interessantesten Aspekt der Veränderungen dar. Auswirkungen hat dies auf Anbieter pauschaler Beratungsangebote, denn die maximale Fördersumme erhält das beratene Unternehmen jetzt nicht mehr bei einem Honorar von 10.000 EUR sondern von 7.500 EUR (80% Förderung). Die Entfernung der Umsetzungsförderung könnte mit einem geringen Interesse zu tun haben (siehe Jahresberichte zum Förderprogramm). Die vierte Veränderung (längerer Zeitraum zur Umsetzung) ist für Berater und beratenes Unternehmen von großem Vorteil, da sich beide Parteien etwas mehr Zeit nehmen können, um zum Beispiel Messreihen oder tiefergehende Untersuchungen von Maschinen und/oder Anlagen durchzuführen.

Die für Berater und Unternehmen vielleicht erfreulichste Neuerung ist jedoch, dass das Förderprogramm bis 31.12.2022 gesichert scheint, die bisherige Gültigkeit lag beim 31.12.2019.

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