Der Energieeinsatz-Blog

BAFA veröffentlicht Jahresbericht 2017 EBM

Aiko Müller-Buchzik, 09.01.2018
Das BAFA hat den Jahresbericht zum Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand" für das Jahr 2017 veröffentlicht[1]. In 2017 sind insgesamt 2.536 Anträge für geförderte Beratungen sowie 262 für Umsetzungsbegleitungen gestellt worden, davon wurden 2.061 Anträge für eine Beratung sowie 83 Anträge für Umsetzungsbegleitung bewilligt. Insgesamt wurden 11.742.350 EUR für Beratungen und 301.344 EUR für Umsetzungsbegleitungen an Fördermitteln ausgezahlt. Hierbei gilt jedoch zu bedenken, dass die Auszahlungen auch auf Anträge und Bewilligungen aus dem Jahr 2016 herrühren können. In 2017 bewilligte Beratungen/Umsetzungsbegleitungen können statistisch im Bereich der Auszahlungen ggf. erst in 2018 auftauchen.

Ergebnis der Jahresstatistik

Das größte Interesse an einer geförderten Beratung zeigte erneut das verarbeitende Gewerbe (1.044 Anträge), gefolgt vom Gastgewerbe und dem Handel (552 bzw. 440 Anträge). Mit großem Abstand folgen weitere Wirtschaftszweige (mit weniger als 81 Anträge). Der Vergleich mit den Vorjahren zeigt eine ungefähr gleichbleibende Anzahl an Anträgen. Laut statistischem Bundesamt gab es 2015 ca. 2,4 Mio. Unternehmen, die als KMU eingestuft werden[2]. Die Anzahl der geförderten Beratungen stellt sich da also weiterhin als sehr klein dar.

Doch warum bleibt es bei diesem kleinen Prozentsatz? Ein Grund könnte sicherlich darin liegen, dass Unternehmen weiterhin primär die ökonomischen Gesichtspunkte der Energie betrachten und weniger die ökologischen. Im produzierenden Gewerbe liegt die finanzielle Hauptlast beim Materialeinsatz (ausgenommen einmal Gießereien, bei denen elektrisch betriebene Öfen zum Einsatz kommen) und diese liegt im Durchschnitt bei ca. 40%. Die Energiekosten befinden sich in der Kostenstatistik auf den letzten Plätze und weisen einen Anteil von (positiv darstellt) ca. 3% auf.

Im Durchschnitt sind in 2017 durch das BAFA ca. 4.630 EUR Förderung ausgezahlt worden. Sofern dies der 80% Förderung am Honorar entspricht, so entstanden durchschnittliche Kosten in Höhe von ca. 5.800 EUR. Und diesen Betrag mussten die Unternehmen auch erst einmal aufbringen. Und auch dann hat das beratene Unternehmen lediglich erst einmal einen Katalog an möglichen Einsparpotenzialen, in die es anschließend noch zu investieren gilt, was zum einen ggf. weitere Beratungskosten aber vor allem Investitionskosten verursacht.

Es muss jedoch ganz klar gesagt werden, dass - nur die reinen Energiekosten betrachtet - die Investition in eine externe und vor allem neutrale Beratung selbstverständlich eine sinnvolle Investition darstellt. Denn zum Einen erhöht sich der Wissenstand innerhalb des Unternehmens, zum Anderen ergeben sich eben meist Einsparmöglichkeiten, die auch sehr keine Reinvestitionszeiten bzw. hohe Verzinsungen aufweisen.

Alternativen zum EBM

Wie sähe eine ganzheitlich bessere Vorgehensweise aus? Das alte KfW-System sah eine Initialberatung vor, welche sowohl zeitlich, als auch finanziell überschaubar war und inhaltlich vergleichbare Informationen für das beratene Unternehmen zur Verfügung stellte. Das BAFA-System stellt eine größere Informationsbasis zur Verfügung und sicherlich auch eine breitere Masse an Beratungsqualität - allein der Markt scheint dies nicht anzuerkennen, zu wünschen oder gar zu brauchen. Verständlich beim oben erwähnten "Druck" durch die Energiekosten.

Gefragt scheint also ein schlankes und schnelles Programm wie die KfW-Initialberatung oder vergleichbare Programme, wie zum Beispiel das in Niedersachsen durch die "Niedersächsische Klima- und Energieagentur" ins Leben gerufene Programm "Impulsprogramm Material- und Energieeffizienz"[2], welches seit 2017 durchgeführt wurde. Das Programm ist für KMU kostenlos und enthält einen kurzen Abschlussbericht, in dem Potenziale genannt (jedoch nicht wirtschaftlich bewertet) werden. Ein ähnliches Prinzip wie die KfW-Initialberatung also, wobei hier die Energie sogar noch nicht einmal der Schwerpunkt war.

Ökonomie vs. Ökologie

Da im letzten Absatz immer von der ökonomischen Betrachtung ausgegangen wurde, soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass sich aus ökologischer Sicht eine andere Situation ergibt, welche innerhalb der Unternehmen einen Bedarf an einer Beratung hervorrufen kann/könnte. Solch einen "Zwang" gibt es derzeit jedoch lediglich im Bereich des Spitzenausgleiches/Besondere Ausgleichsregelung, der nur dann beantragt werden kann, wenn die gesamte Branche über Energieeinsaprung eine signifikanten Einsparung an CO2 aufweist und auch dann bedarf es eines systematischen Ansatzes innerhalb des Unternehmens (des produzierenden Gewerbes). Das Ziel der Bundesregierung ist die Reduzierung der CO2-Emissionen; ein Großteil der Werkzeuge, mit denen Unternehmen gefördert werden sollen, scheint aber nicht ausreichend effektiv zu sein. Hier scheint im Sinne der allgemeinen Ressourceneffizienz noch einiges an Potenzial vorzuliegen.

Herausforderungen für Unternehmen

Energie ist eine Triebfeder für die internen (Produktions)Prozesse und hat je nach Wirtschaftszweig und - branche einen unterschiedlich hohen Kostenanteil. Das ergibt keinen Standardansatz für die Erreichung von Zielen, sondern weist auf eine übergeordnete Systematik hin, auf dessen Basis dann effizient Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz projektiert werden. Im produzierenden Gewerbe kann zum Beispiel oftmals mindestens soviel - manchmal sogar mehr - Energie eingespart werden, wenn Prozesse optimiert werden, als bei einer reinen Betrachtung der Querschnittstechnologien und TGA. Analysen des Inventars mit Energiebedarf zeigen häufig, dass die Querschnittstechniken untergeordnete Anteile an den Kosten/Mengen haben. In einigen Bereichen macht eine Optimierung der Techik sogar erst Sinn, wenn übergeordnete Parameter definiert bzw. Maßnahmen durchgeführt wurden (z. B. Wärmeversorgung). Kurzfristige Maßnahmen sind möglich und bringen auch entsprechende Einsparungen, erzeugen jedoch ggf. mittel- und/oder langfristig Doppelinvestitionen und damit einhergehend eine Verschlechterung der Gesamtwirtschaftlichkeit sämtlicher Maßnahmen zusammen gefasst.

Wenn Sie wissen wollen, wie auch Sie eine Kostenreduzierung und eine Steigerung der Ressourceneffizienz in Ihrem Unternehmen erreichen können, dann melden Sie sich bei mir. Gerne stehe ich für ein ein erstes unverbindlichen Gespräch zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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