Der Organisationsstruktur-Blog

CSR-Berichtpflicht um soziale und ökologische Apsekte erweitert

Aiko Müller-Buchzik, 06.11.2017
Bereits am 19.04.2017 ist das "Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten"[1] in Kraft getreten. Damit erfolgt eine im Oktober 2014 beschlossene EU-Regelung, die eigentlich bis zum 06.12.2016 in nationales Recht umgewandelt werden musste. Wie schon bei der Energie-Effizienz-Richtlinie kommt die Umsetzung für große kapitalmarktorientierte Unternehmen später als von Seiten der EU gefordert, das Gesetz gilt aber rückwirkend zum 01.01.2017: Betroffene Unternehmen müssen bereits in Ihrer Bilanz 2017 die erweiterten Anforderungen erfüllen.

CSR-Bericht

Der CSR-Bericht ist in das Handelsgesetzbuch eingebettet und basiert in seiner aktualisierten Version auf der Richtlinie 2014/95/EU des europäischen Parlaments[2]. Die Richtlinie legt die Anforderungen an einen Nachhaltigkeitsbericht für große Unternehmen innerhalb Europas fest. In Deutschland erfolgt die Umsetzung über das CSR-Gesetz in der Form, dass der bisherigen Bericht neben der Beschreibung der finanziellen Situation jetzt auch eine Beschreibung der sozialen und ökologischen Auswirkungen des unternehmerischen Handels enthalten muss. Dies bedeutet, dass im Bericht nun auch Themen wie Umwelt, Arbeitnehmer- und Sozialbelange enthalten sein müssen. Darüber hinaus aber auch Angaben zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Alle Themen sind durch Konzepte, erzielte Ergebnisse und Risiken zu konkretisieren. Dabei kann das unter die Pflicht fallende Untenrehmen eine von vier Varianten zur Umsetzung auswählen:

  • Nichtfinanzielle Erklärung als besonderer Abschnitt im Lagebericht

  • Vollintegrierte nichtfinanzielle Erklärung im Lagebericht
  • Gesonderte nichtfinaneller Bericht außerhalb des Lageberichts, der zusammen mit dem Lagebericht im Bundesanzeiger veröffentlicht wird
  • Gesonderte nichtfinaneller Bericht außerhalb des Lageberichts, der spätestens vier Monate nach dem Aschlussstichtag auf der Internetseite des untenrehmens für mindestens 10 Jahre veröffentlicht wird.

Derzeit dürfte die Pflicht auf ca. 500 deutsche bzw. 6.000 europäische Unternehmen zutreffen.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Der Deutsche Nachhaltigkeitskondex (DNK) ist ein branchenübergreifendes Instrument für die Berichterstattung unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen und kann branchenübergreifend und unabhängig von der Unternehmensgröße eingesetzt werden. Auf Grund seiner Standardisierung können Unternehmen international in Ihren Bemühungen hinsichtlich Ihrer (nichtfinanziellen) Nachhaltigkeit verglichen werden. Der Kodex wurde im Oktober 2011 druch den Rat für Nachhaltige Entwicklung[3] beschlossen. Unternehmen, die die erweiterten Anforderungen des CSR-Berichts erfüllen müssen, können den DNK laut eines Gutachtens nutzen, um die Anforderungen zu erfüllen (z. B. für Möglichkeit Nr. 4 siehe oben).

Herausforderungen für Unternehmen

Die oben angegebene Zahl der betroffenen Unternehmen zeigt, dass derzeit nur wenige Unternehmen betroffen sind. KMU sind per se nicht betroffen. Allerdings zeigt sich durch Gesetze und öffentliche Diskussionen, dass das Thema Nachhaltigkeit in seiner dreistirnigen Betrachtung immer mehr in das Bewusstsein von Unternehmen gelangt. Ausgehend von den Regelungen und Gesetzen zum Teilaspekt Energie (EDL-G) müssen und/oder wollen sich immer mehr Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Auch wenn es noch ein weiter Weg sein dürfte, so besteht durchaus die Möglichkeit, dass in Folge des Pariser Klimaabkommens vermehrt auch derzeit noch nicht der CSR-Berichterstattung betroffene Unternehmen entsprechende Informationen über Ihr Unternehmen zur Verfügung stellen müssen. Sei es durch neue, angepasste Gesetze und Regelungen oder aber auch einfach durch Lieferkettenvorgaben. Schon heute müssen vereinzelt Unternehmen Energiemanagementsysteme nur deshalb einführen, weil sie als Zulieferer Anforderungen des Kunden erfüllen müssen (um diesen nicht als Kunden zu verlieren).

Macht es also Sinn, für KMU oder nicht betroffenen Nicht-KMU entsprechende Berichte zu erstellen? Kurzfristig sicher nicht - es kann aber nicht schaden im Rahmen der jetzt schon durchzuführenden Berichte und Erfüllungen gesetzlicher Anforderungen zu überlegen, ob nicht entsprechende Informationen langsam mit in die aktuellen Berichte einfließen zu lassen, um so kurzfristig mit einem geringen Aufwand gesetzliche oder kundenspezifische Forderungen zu erfüllen. Hier bietet sich tatsächlich ein System, wie es der Deutsche Nachhaltigkeitskodex anbietet.

Ob und in welchem Umfang Sie Ihre Berichte und Systeme anpassen können/müssen, bespreche ich gerne mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

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