Der Organisationsstruktur-Blog

Nationales CSR-Forum beschließt Grundsatzpapier zu Liefer- und Wertschöpfungsketten

Aiko Müller-Buchzik, 29.06.2018
Am 25.06.2018 fand die Auftaktsitzung des nationalen CSR-Forums der Bundesregierung in der aktuellen Legislaturperiode statt[1]. Im Rahmen der Sitzung wurde ein Grundsatzpapier zur Unternehmensverantwortung in Liefer- und Wertschöpfungsketten beschlossen.

Das nationale CSR-Forum

Das nationale CSR-Forum wurde bereits 2009 vom Arbeitsministerium ins Leben gerufen. In ihm diskutieren Vertreter aus knapp 40 Experten aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, der Wissenschaft und Vertretern der beteiligten Bundesministerien, wobei die Mitgliedschaften im Forum auf Institutionen bezogen sind und weniger auf einzelne Personen. Die wesentlichen Aufgaben des Nationalen CSR-Forums sind:

  • Beratung der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der nationalen CSR-Strategie sowie

  • Entwicklung von Empfehlungen zu einzelnen Themen

Den Startpunkt markiert ein Empfehlungsbericht aus dem Jahr 2010. Noch im gleichen Jahr verabschiedete die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan CSR im Bundeskabinett, der im Wesentlichen auf Basis des Empfehlungsberichtes fußte. Das Forum trifft sich je nach Bedarf, zweimalige Treffen im Jahr sind der Durchschnitt.

Das internationale CSR-Forum

Auf internationaler muss zwischen Europa und der Welt an sich unterschieden werden. Auf europäischer Ebene soll die Umsetzung von Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung vorangetrieben werden, da die europäische Wirtschaft eng mit der Umsetzung verbunden gesehen wird. Ein Ergebnis ist die europäische CSR-Berichtspflicht, die rückwirkend zum 01.01.2017 auch in Deutschland eine erweiterte Anforderungen an Unternehmen stellt und weitreichende Berichtspflichten zu Folge hat, die sich mittelfristig nicht nur auf die direkt betroffenen "großen" Unternehmen, sondern auch auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen auswirken wird, wenn im Rahmen von Lieferverträgen die wesentlichen CSR-Themen ins Leistungsverzeichnis der Aufträge rutschen. Auf weltweiter Ebene prägen die Vereinten Nationen und die OECD den Prozess und stellen die Schnittstelle mit den nationalen Regierungen dar. So sind unter anderem die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDG) entstanden, welche die drei Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen.

Das Grundsatzpapier

Das Grundsatzpapier ist im Konsenz aller Beteiligten entstanden und stellt eine Einigung dahingehend dar, welche Anforderungen in einer globalisierten Wirtschaft an ein verantwortliches Management von Liefer- und Wertschöpfungsketten und seine betriebliche Umsetzung zu stellen sind. Mit dem Grundsatzpapier wird das Ziel verfolgt, Unternehmen aller Branchen eine Orientierung zu geben, wie sie soziale, ökologische und menschenrechtliche Sorgalft angemessen ausgeübt werden kann. Ein besonderes Augenmerk wird im Grundsatzpapier auf die unternehmerische Führung gelegt - das Management wird also besonders mit ins Boot geholt und soll als positives Beispiel voraus gehen, aber auch entsprechend organisatorische Grundregeln beschließen.

Herausforderungen für Unternehmen

Aktuell gibt es nur für wenige Unternehmen eine gesetzliche Verpflichtung, sich aktiv mit CSR zu beschäftigen (Stichwort CSR-Berichtspflicht). Die bisher betroffenen Unternehmen beginnen jedoch jetzt schon - eben durch die Berichtspflicht - Ihre Zulieferer mit entsprechenden Fragebögen zu beglücken, um die eigenen Verpflichtungen zu erfüllen. Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass es voerst bei einer Information bleibt - aus dem Bereich der ISO-Managementsysteme ist jedoch bekannt, dass sich mit der Zeit aus einer reinen Information eine Pflicht bei den Zulieferern entwickelt. Es besteht also die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich auch kleine und mittelere Unternehmen (aber auch durchaus Dienstleister) in irgendeiner Art und Weise mit Themen aus dem Bereich CSR aktiv beschäftigen müssen. Das Problem könnte der zeitliche Bedarf für die Beschäftigung mit diesem Thema sein. Um den Druck nicht zu groß werden zu lassen, sollten sich Unternehmen langsam und schrittweise dem Thema CSR nähern und in einem übersichtlichen Zeitraum langsam einzelne Themen im Rahmen von Projekten auf Managementebene iniziieren.

Hierfür gibt es verschiedene Ansatzmöglichkeiten, je nachdem welcher Aspekt der Nachhaltigkeit für das Untenrehmen interessant ist. Sie wünschen mehr Informationen zu CSR / Nachhaltigkeit? Dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Mein Netzwerk an Beratern und ich beantworten Ihnen gerne Ihre Frage und unterstützen Sie bei der Umsetzung.

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