Das ReNOB-Honorar

Mein Honorar ergibt sich in Abhängigkeit von der Zeit, die wir uns mit dem gemeinsamen Projekt beschäftigen. Grundsätzlich sehe ich zwei Abrechnungsmethoden vor:

  1. Nach exakter Arbeitszeit (Nachweis im 5-Minuten-Intervall)

  2. Pauschalpreis (mit Nachverhandlung)

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, die im Rahmen des angedachten Projektes und der persönlichen Vorlieben des beratenen Unternehmens berücksichtigt werden. Im Folgenden finden Sie aus meiner Sicht eine Kommentierung beider Methoden und im Anschluss daran allgemeine Rahmendaten zum Honorar.

Abrechnung nach exakter Arbeitszeit

Bei einer exakten Abrechnung des Zeitaufwandes entsteht für den Berater ein administrativer Aufwand, der immer dann schmerzt, wenn nur für sehr kurze Zeit etwas gemacht werden muss. Allerdings, und das ist ein Wesenzug von Ressourceneffizienz, zeigt sich eine genaue Aufzeichnung (Messung) immer noch als die beste Vorgehensweise, um Effizienzen zu identifizieren. Ähnliches gilt für eine Honorarkalkulation - vergleichbare Produkte können aus Erfahrungen und mit aktuellen Zahlen aus dem Einkauf gespickt zu recht konkreten Abschätzungen hinsichtlich Zeit- und damit verbundenem Kostenaufwand in ein ungefähres Honorar umgewandelt werden.

Vorteil hierbei ist zeitgleich, dass dem beratenen Unternehmen von Beginn an gezeigt werden kann, was er mit den zur Verfügung stehenden Angaben für einen Projektablauf zu erwarten hat. Vielleicht sind auch schon Zeitangaben möglich (netto und brutto). Die Zeiterfassung ermöglicht zusätzlich ein gutes Projektcontrolling - auch wieder hinsichtlich der Zeit und der Kosten. Wird ein regelmäßiges Update zum Projektvorgang mit dem beratenen Unternehmen vereinbart, so läuft ein Projekt bei halbwegs professioneller Projektsteuerung meist ohne großartige Komplikationen ab.

Um das Risiko für das beratene Unternehmen dennoch zu begrenzen bestehen die folgenden Möglichkeit:

  • Maximalhonorar (flexibel oder starr)

  • Freigabe Weiterverfolgung Projekt nach wesentlichen Projektschritten

Ein weiterer interessante Vorteil von real abgerechneten Kosten findet sich im Bereich der Fahrten - ein häufiger Diskussionspunkt. Die Frage, ob Fahrtzeit gleich Arbeitszeit ist, muss unbedingt vorher geklärt werden. Fahrtkosten sind meist unstrittig, aber die Zeit zum Kunden ohne gleichzeitige oprative Tätigkeit kann für einen Dienstleister/Berater an die Grenze der Wirtschaftlichkeit gehen. Auch hier erfolgt meist eine Vereinfachung: Die halbwegs prognostizierbaren Fahrtzeiten werden als Arbeitszeit angesehen und da sie nicht in Rechnung gestellt werden können, erhöht sich das Stundenhonorar, um in der Endabrechnung keinen Verlust zu erwirtschaften. Und wenn der Dienstleister/Berater ganz dolle trickst, dann fährt er mit einem Transportmittel, in dem er (an einem anderen Projekt) arbeiten kann, rechnet die Fahrtzeit beim entsprechenden Kunden als Arbeitszeit ab und erhält (ggf. pauschal) noch Geld für die Anreise.

Dem zu entgehen ist einfach und wird durch mich durch einfache Zeiterfassung in 5-Minuten-Schritten unter Angabe der Tätigkeit und des Arbeitsortes vermieden. Lesen Sie im letzten Abschnitt mehr zu den Einzelheiten der Reiseabrechnung.

Pauschalpreis (mit Nachverhandlung)

Ein Pauschalpreis birgt für beide Seiten ein betriebswirtschaftliches Risiko, welches anfangs zu eher hoch kalkulierten Honoraren führen wird, um das eigene Risiko zu reduzieren. Je nach Ablauf des Projektes kommt am Ende ein zusätzlicher Gewinn heraus oder der Gewinn ist vermindert. Im schlimmsten Fall wird ein Verlust eingefahren. Beides jeweils aus Sicht von Berater und beratenem Unternehmen.

Auch wenn es natürlich für den Auftraggeber ökonomisch sehr viel besser zu kalkulieren ist, so sollte das Honorar nur ausnahmsweise auf diese Art und Weise vereinbart werden, denn der Pauschalpreis beinhaltet ein großes Problem, und zwar die Qualitätssicherung durch den Berater. Auch ein Dienstleister/Berater muss wirtschaftlich arbeiten und wenn sich im Rahmen eines Projektes abzeichnet, dass die kalkulierte Zeit nicht reicht, dann bleibt die Frage, ob es einer Nachverhandlung geben kann. Je genauer man es mit Pauschalpreis nimmt, umso eher besteht keine Möglichkeit einer zusätzlichen Vereinbarung und genau dann muss der Dienstleister/Berater schauen, wie sich der ggf. drohende Verlust verringern oder im Optimalfall sogar noch vermeiden lässt.

Die übliche Vorgehensweise ist, (einfach) überflüssige Arbeiten wegzulassen, wobei sich hier aus Sicht des beratenen Unternehmens die Frage stellt, wer die Oberhand über die Antwort hat, was denn eine überflüssige Arbeit im Rahmen des Projektes ist und wie genau die einzelnen Arbeitsschritte auszusehen haben, um alle notwendigen Arbeiten durchzuführen. Ein mögliches Beispiel wäre im Rahmen der Erarbeitung von Maßnahmen auf eine zweite oder dritte Alternative zu verzichten, um so weniger Zeit für Berechnungen zu verbrauchen, deren Ergebnis im Endeffekt vom beratenen Unternehmen vielleicht schon im Vorhinein als unnötig definiert worden wären bzw. von denen der Berater schon vorher weiß, dass das Ergebnis betriebswirtschaftlich schlechter als andere Varianten ist.

Kritisch wird es auf jeden Fall, wenn an wesentlicher Stelle inhaltlich Abstriche gemacht werden. Dies ist in den meisten Fällen dann möglich, wenn die vertragliche Vereinbarung sehr vage ist bzw. das Ziel des gemeinsamen Projektes nur sehr allgemein gefasst ist. So ist eine gebräuchliche (unter den entsprechenden Rahmenbdingungen sogar nachvollziehbare Einstellung nachvollziehbare) Anforderung an den Berater kann wie folgt aussehen: "Ich brauche einen Abschlussbericht gemäß Vorgabe XY! Egal wie Sie da hinkommen - Hauptsache, der Bericht hält einer offiziellen Prüfung statt (und ich muss im Nachgang keine Strafe zahlen)". Aus meiner Erfahrung kommt so etwas gar nicht so selten vor - meist im Bereich von gesetzlich geforderten Beratungen und/oder Managementsystemen. Auf den Vertrag bezogen sehen solche Anforderungen dann allerdings auch durchaus sehr vage aus und haben oben beschriebene Folgen.

Sind am Ende Berater (Gewinn erwirtschaftet) und beratenens Unternehmen (Abschlussbericht wurde akzeptiert, keine Strafzahlung) zufrieden, dann können alle Seiten friedlich und mit der Hoffnung auf eine Wiederholung auseinander gehen. Ich bin mit solch einem Projekt jedoch nicht zufrieden, da hier im Rahmen des Projektes eine Vorgehensweise angepasst wurde, nur um ökonomische Ziele zu erreichen. Ich versuche, etwas positives und vor allem nachhaltiges mit Ihnen als meine Kunden zu schaffen und dafür scheint Variante 1 der Abrechnungsmethoden sehr viel sinnvoller.

Parameter ReNOB-Honorar

Jedes Projekt ist in Arbeitspakete unterteilt, welche sich wiederum in einzelne Arbeitsschritte unterscheiden lassen. Vielfach sind Arbeitsschritte über Produkte hinaus ähnlich und greifen sogar auf gleiche Tools zurück. Für die Bestimmung des Honorars kann im Rahmen der Kalkulation nun jeder Arbeitsschritt mittels Parameter kalkuiert werden. Diese Parameter sind durchaus vielfältig, jedoch immer in Bezug zum Arbeitsschritt zu sehen. Beispiel: Es ist eine wichtige Frage, ob eine Besprechung in den Räumlichkeiten des Kunden stattfinden soll (zum Beispiel die Abschlussbesprechung). Wenn ja, wie kann die Anreise erfolgen? Was passiert mit Fahrtzeiten und -kosten sowie Übernachtungskosten? Was passiert, wenn im Nachgang zum Treffen der Weg nicht ins Büro, sondern zu einem anderen Kunden führt?

Die Basis für die Kalkulation stellen Eingangs-Fragebögen dar. Diese Fragebögen enthalten zum Teil Fragen, die sich auf spätere Schritte im Rahmen des Projektes beziehen und verlangen daher ein gewisses Maß an Vertrautheit (hierfür unterschreibe ich gerne eine entsprechende Vertraulichkeitsvereinbarung). So erhalten Sie jedoch ein recht gut kalkuliertes Honorar, welches eine 100%-ige Konzentration auf die Aufgabe ermöglicht und zum Anderen im Rahmen des Projektes bereits Fragen beantwortet hat, welche nicht noch einmal durch administrativen Aufwand im beratenen Unternehmen beantwortet werden müssen.

Da das Thema Fahrten jetzt schon mehrfach angesprochen wurde, hier die grundsätzliche Vorgehensweise der ReNOB:

  1. Fahrtkosten werden 1:1 weitergereicht. Bei Fahrten mit einem Dienst-PKW gelten 0,50 EUR/km. Als Fahrtweg wird die kürzeste Strecke herangezogen, die sich mit einem Navigationsgerät von Startstadt A bis Zielstadt B ermitteln lässt - einzig das Büro in Braunschweig wird als konkrete Adresse verwendet (Datenschutzgründe).

  2. Reisezeit gilt als Arbeitszeit, sofern keine andere Arbeitszeit (egal für welches Projekt) erfasst wird. Dies sind üblicherwiese Fahrten als Fahrer eines Fahrzeuges oder Umsteigezeiten, ggf. Taxifahrten oder Sonstiges.
  3. Reisezeit wird nur für die Anreise verrechnet.
  4. Die Anreise wird mit einem Check-In in der Übernachtungsmöglichkeit (Hotel) unterbrochen. Sie geht weiter, wenn die Fahrt von der Übernachtungsmöglichkeit zum Kunden fortgesetzt wird. Das kann je nach Anzahl der Übernachtungen an aufeinander folgenden Tagen auch mehrmals vorkommen.
  5. Nimmt ein Mitarbeiter des beratenen Unternehmens den Berater mit, so wird dies als Reisezeit abgerechnet (Stichwort unterschiedliche Honorare), selbst wenn über das Projekt gesprochen wird und damit theoretisch auch Arbeitszeit stattfinden könnte.
  6. Kosten für Übernachtung fallen nur während der Anreise an und werden 1:1 weiter gereicht.
  7. Anreise ist der Zeitraum von Verlassen Büro/Kunde an Startstadt A bis zum Beginn des geplanten Treffens bzw. der geplanten Arbeit vor Ort (hierüber erfolgt dann auch die Zuweisung der Übernachtungskosten) beim Kunden in Zielstadt B.
  8. Reisezeit wird mit einem pauschalen Satz verrechnet, der sich vom normalen Honorar unterscheiden kann.

Einen üblichen Stundensatz gibt es bei mir nicht - es wird stets eine individuelle Kalkulation vorgenommen.

Sämtliche Parameter des Honorars sind Angebote, ich bin gerne bis zu einem bestimmten Punkt bereit, Honorarbestandteile mit Ihnen zu diskutieren und anzupassen. Haben Sie jedoch bitte dafür Verständnis, dass ich nur so lange mit Ihnen über das Honorar diskutieren, bis die Grenze zur Wirtschaftlichkeit erreicht ist bzw. das Gefühl Einzug hält, dass das Projekt nicht auf partnerschaftlicher Ebene durchgeführt werden soll.

Grundsätzlich gelten die im Beratervertrag schriftlich aufgeführten und beidseitig unterzeichneten Parameter zum Honorar. Die Inhalte dieser Webseite (egal mit welchem Inhalt und Stand) stellen keinen vertraglichen Rechtsanspruch dar.

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