ReNOB Ressourcennutzungsoptimierung Braunschweig - Dienstleistungen

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Einkauf

Einkauf deckt den kaufmännischen Teil meiner Tätigkeit ab. Es geht hier vor allem um die finanziellen Aspekte des Energiebezugs, also um Energielieferverträge, aber auch um einen allgemeinen strategischen Teil ergänzt.

Allgemeines

Für die spezifischen Kosten ist der Zeitpunkt des Kaufs ein entscheidendes Kriterium, ein weiteres kann - je nach Einkaufsgut - die eingekaufte Menge sein. So ist der Preis im Energiebereich aber zum Beispiel nicht von der Menge abhängig. Bei der Strombelieferung stellt die Verbrauchsstruktur das wesentliche Kriterium zur Bestimmung der Preiszusammensetzung eine große Rolle. Bei anderen Einkaufsgüter besteht hingegen die Möglichkeit von Mengenrabatten.

Wichtig ist das Wissen um die Parameter, die den Preis bestimmen - dies können durchaus auch weltpolitische Ereignisse sein (z. B. bei Heizöl oder Stahl), aber auch das Wetter kann einen Einfluss haben (Lebensmittel). Entscheidend ist es daher für jedes Einkaufsgut in Abhängigkeit vom Bedarf (planbar, nicht planbar) zum Einen die richtige Einkaufsstrategie zu entwickeln und zum Anderen die richtigen Verkäufer/Lieferanten zu kennen.

Die Erfahrung zeigt, dass gerade für Materialien die meisten Einkaufsabteilungen gut bis sehr gute Verfahren entwickelt haben, bei Energie jedoch häufig die speziellen Feinheiten und Möglichkeiten (noch) nicht bekannt sind.

Reduzierung Energiekosten

Im normalen Einkaufsgeschäft gibt es eine einfache Formel zur Bestimmung des Gesamtpreises:

Energiepreis + Kosten Netzzugang + Messkosten + Steuern/Abgaben

Bei Energie (vor allem Strom) wird dies jedoch durch diverse weitere Steuern und Abgaben deutlich komplizierter, zumal durch entsprechende Verbände und Interessengruppen Steuerbegünstigungen gesetzlich definiert wurden. Der Blumenstrauß an Möglichkeiten ist inzwischen derart groß geworden, dass eine Beschäftigung mit diesem Thema unter der Berücksichtigung der Energiekosten im Gesamtkontext des Unternehmens fast schon als unsinnig zu bezeichnen ist, da sich manch Ressourceneinsatz für 3% Kostenanteil im Unternehmen (KMU produzierendes Gewerbe ohne Gießereien mit elektr. betriebenen Schmelzöfen) nur selten wirtschaftlich darstellt.

Dennoch verlangen gesetzliche Vorgaben inzwischen von vielen Unternehmen, sich auch mit dem Thema Energieeinkauf und seinen Folgen etwas konkreter auseinander zu setzen.

Preisbildung Strom und Erdgas

Die im obigen Abschnitt "Reduzierung Energiekosten" dargestellt Formel soll im Folgenden etwas genauer betrachtet werden, da sich daraus entsprechende Möglichkeiten zur Beeinflussung der Energiekosten ergeben.

Energiepreis
Für Strom und Erdgas ergibt sich der reine Energiepreis aus dem Lastprofil des Abnehmers, dem sich darauf ergebenden Einkaufsprofil und dem Zeitpunkt des Einkaufs, wobei letzteres auch auf mehrere Zeitpunkte verteilt sein kann. Das Lastprofil kommt dabei nur bei Strom zu Tragen, da der Bezug von Strom durch das so genannten Base/Peak-Verhältnis charakterisiert wird. Ob der bezogene Strom dem Base- oder dem Peak-Anteil zugeordnet wird, hängt dabei davon ab, an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit an diesem Tag der Bezug anfällt. Grob kann die Aufteilung derart erfolgen, dass sich der Base-Anteil am Wochenende sowie tagsüber in der Nacht ergibt. Der Peak-Anteil entspricht dann den restlichen Zeiten. Beider Einzelanteile werden an der EEX in Leipzig einzeln gehandelt, was zur Abhängigkeit des Energiepreises vom Base/Peak-Verhältnis führt. Dieses wird nämlich als Einkaufsprofil vom Lieferanten bestimmt und danach dann die gewünschte Energiemenge an der Börse am Termin- oder Spotmarkt gekauft, wobei hier zu beachten ist, dass sich das Lieferjahr auch durchaus (weit) in der Zukunft befinden kann. Bei Erdgas entfällt die Unterscheidung, dennoch wird auch hier ein entsprechendes Profil für den Einkauf genutzt, welches darstellt, wann der reale Bezug des Gases vermutlich eintreten wird. Anmerkung: Hier wird von einer Planung ausgegangen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Realität nicht eintreten wird. Aus der Differenz von geplantem und realem Bezug ergibt sich die Regelenergiemenge, welche entsprechend vom Lieferanten an den Netzbetreiber zu zahlen ist und im Energiepreis eingepreist oder als Abgabe aufgeschlagen wird.

Kosten Netzzugang
Jeder Endabnehmer ist, soweit er kein autarkes Energienetz betreibt, an das öffentliche Netz und damit an einen Netzbetreiber angeschlossen. Welcher Netzbetreiber das operativ ist, entscheidet die jeweilige Kommune, in der sich der Endabnehmer befindet. Die Kommune vergibt an ein Unternehmen eine Konzession und lässt sich diese in Form der Konzessionsabgabe vom Netzbetreiber bezahlen - die Konzessionsabgabe wird vom Netzbetreiber dann entsprechend über den Lieferanten an den Endabnehmer weitergereicht. Der Netzbetreiber ist grundsätzlich dafür zuständig, dass das Netz (egal ob Strom oder Erdgas) immer in der Lage ist, die jeweilige Energieform zu liefern (technischer Zustand der Anlagen, Bereitstellung von Kapazitäten). Abhängig vom Zählertyp (siehe Folgeabschnitt) muss der Endabnehmer dem Netzbetreiber - entweder direkt oder über den Lieferant (in Deutschland meist letzteres) - eine Grundgebühr und einen Arbeitspreis oder einen Arbeitspreis und einen Leistungspreis bezahlen. Teile der Steuern und Abgaben werden ebenfalls über den Netzbetreiber in Rechnung gestellt (z. B. KWK-Umlage).

Messkosten
Für eine ordnungsgemäße Abrechnung gibt es bei jedem Endabnehmer einen offiziellen Übergabepunkt, welcher meist dem Zähler entspricht. Für geringe Energiemengen kommen so genannte SLP-Zähler zum Einsatz (StandardLastProfil), während große Bezugsmengen mittels eines rLm-Zählers (registrierende Leistungsmessung) gemessen werden. Dabei wird bei Strom die Bezugsmenge je Viertelstunde und bei Erdgas die Bezugsmenge je Stunde aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung ergibt dann das Bezugsprofil (siehe Abschnitt Energiepreis) und kann neben dem Einkauf auch im Bereich der Kostenoptimierung genutzt werden. Für den Betrieb und die Messung selbst ist der so genannte grundverantwortliche Messstellenbetreiber zuständig, der in den meisten Fällen dem zuständigen Netzbetreiber entspricht. Jeder Endkunde hat jedoch die Möglichkeit, den Betrieb des Zählers und die Ablesung (verbunden mit der Übermittlung der Werte an den Netzbetreiber) an ein drittes Unternehmen abzugeben und würde in diesem Fall einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag abschließen, vom Dienstleister eine Rechnung erhalten, dafür dann aber nicht vom zuständigen Netzbetreiber entsprechend geringere Beträge in Rechnung gestellt bekommen. Im Rahmen des Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) müssen die zuständigen grundverantwortlichen Messstellenbetreiber auch bestimmten, bisher als SLP-Abnahmestellen definierten Endkunden, einen rLm-Zähler (umgangssprachlich SmartMeter) einbauen.

Steuern und Abgaben
Für Strom und Erdgas gibt es verschiedene Steuern, die sich in bestimmten Zeiträumen ändern, da sich deren Höhe von verschiedenen Faktoren innerhalb der Energiewirtschaft ergeben. Im Folgenden finden Sie die Liste der aktuellen und historischen Steuern und Abgaben. Die angegebenen Preise sind jeweils aktuell, bei mehreren (mengenabhängigen) Preisen, ist jeweils die Umlage der ersten Stufe angegeben - die komplette Übersicht erfolgt auf den gesonderten Seiten, auf denen Sie auch eine genauere Erläuterung der Abgabe erhalten.

Strom
Stromsteuer: 2,05 ct/kWh
EEG-Umlage: 6,405 ct/kWh
KWKG-Umlage: 0,345 ct/kWh
§ 19 StromNEV-Umlage: 0,370 ct/kWh
Offshore Haftungsumlage: 0,037 ct/kWh
Abschaltbare Lasten-Umlage: 0,011 ct/kWh

Erdgas
Energiesteuer: 0,55 ct/kWh
Bilanzierungsumlage: 0,026 / 0,073 bzw. 0,06 / 0,12 ct/kWh
Konvertierungsumlage: 0,0075 bzw. 0,015 ct/kWh
Konvertierungsentgelt: 0,0450 / 0,000 bzw. 0,0450 / 0,000 ct/kWh
Marktraumumlage: 0,3181 EUR/(kWh/h) je Jahr
Biogasumlage: 0,66193 EUR/(kWh/h) je Jahr

Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe ist in der Konzessionsabgabenversordnung (KAV) gesetzlich geregelt. Die Höhe der Abgabe ergibt sich aus der Größe der Kommune - dargestellt über die offizielle Einwohnerzahl und nach dieser gestaffelt. Sofern der Endabnehmer (nur Gewerbe und Industrie) einen Sondervertrag mit einem Lieferanten abschließt und über eine Leistungsmessung verfügt, so bezahlt er eine gesondert, meist deutlich geringere Konzessionsabgabe. Bei Strom besteht darüber hinaus noch die Möglichkeit eine zwischen den Tageszeiten (abhängig vom Netzbetreiber) sich unterscheidende Konzessionsabgabe zu bezahlen. Gaskunden mit einer Bezugsmenge > 5 GWh/a sind von der Konzessionsabgabe befreit.

Vergütungen Stromerzeugungsanlagen
Für in PV-und KWK-Anlagen erzeugter Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, erhält der Erzeuger eine gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung, der vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Anschlussleistung der Anlage abhängig ist. Theoretisch ergeben diese Einnahmen eine Reduzierung der spezifischen Energiekosten.

PV-Anlagen: 2,05 ct/kWh
KWK-Anlagen: 5,351 ct/kWh

Ausschreibungen
Die Bundesnetzagentur führt für verschiedene Erzeugungsarten Ausschreibungen durch, um den Bedarf der finanziellen Förderung von EE- und KWK-Anlagen zu ermitteln.
Biomasse: 14,30 ct/kWh
Solaranlagen: 4,59 ct/kWh
Windkraft an Land: 6,16 ct/kWh
Windkraft an Land und Solar: 5,27 ct/kWh
KWK: 4,74 / 11,31 ct/kWh
Windkraft auf See: 4,66 ct/kWh

Energieeinkauf

Die oben beschriebenen Besonderheiten beim Energieeinkauf führen häufig dazu, dass der Energieeinkauf nicht kontinuierlich durchgeführt wird. Häufig wird zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Ausschreibung durchgeführt. Dies ist in Abhängigkeit der Bezugsmenge eine sinnvolle Vorgehensweise, entbindet die Einkaufsabteilung jedoch nicht von der Marktbeobachtung, um den für die Ausschreibung sinnvollsten Zeitpunkt zu erkennen. Bei großen Bezugsmengen kann eine quasi kontinuierliche Ausschreibungsstrategie sinnvoll sein. Darüber hinaus besteht in Bezug auf die Netzentgelte die Möglichkeit der individuellen Vergabe des Messstellenbetriebs.

Durchführung Ausschreibungen
Marktbeobachtung
freie Vergabe Messstellenbetreiber

Energiecontrolling

Rund um den (netzgebundenen) Energiebezug ergeben sich eine große Anzahl an Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren. Hierbei geht es jedoch nicht um die Reduzierung der Bezugsmenge (siehe hierzu den Bereich Energieeinsatz), sondern um die Möglichkeiten, die Kostenbestandteile der Energierechnung zu reduzieren. Dies beginnt schon mit der Prüfung der Rechnungen - es zeigt sich nämlich, dass gerade im Nachgang zu einem Lieferantenwechsel aber auch unterjährig durch veränderte Abnahmesituation Fehler in Rechnungen auftauchen. Gerade in Bezug auf den Netzanschluss lassen sich verschiedene Kostenreduzierungen durchführen (siehe hierzu auch den Einkaufs-Blog) und nicht zuletzt dienen korrekte Zahlen auch eine gute Basis für Überwachung und Vergleich. Sofern Sie ein Energiemanagementsystem implementiert haben, dann benötigen Sie systembedingt ein entsprechendes System.

Rechnungsprüfung
Verbrauchsplausibilisierung
Erstellung von Statistiken
Lastganganalysen
Netzanschlussebene
individuelles Netzentgelt

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