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Energieberatung im Mittelstand

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)[1] wurde mit der Durchführung verschiedener Aufgaben beauftragt, die in Ihrer Gesamtheit das Ziel verfolgen, eine ökonomisch und ökologisch ausgewogene sowie langfristig sichere Energieversorgung zu erreichen. Zu seinen Aufgaben zählt neben der Bewilligung von Anträgen im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) die Überprüfung der Durchführung eines Energieaudits gemäß EDL-G und die im Folgenden näher betrachtete Förderung einer Energieberatung gemäß DIN EN 16247, wobei das BAFA hier als Bewilligungsstelle auftritt.

Allgemeines zum Förderprogramm

Laut Merkblatt des BAFA muss die Energieberatung den wesentlichen Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von § 8a des Gesetzes über Energiedienstleistungen und anderen Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) und insbesondere den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen. Die Beratung muss detaillierte und validierte Berechnungen für die vorgeschlagenen Maßnahmen ermöglichen und so klare Informationen über potenzielle Einsparungen liefern. Im Vergleich zu einer freien Energieberatung nach DIN EN 16247 wird die geförderte Energieberatung gem. DIN EN 16247 also grundsätzlich in vollem Umfang für einen Standort oder eine Organisation durchgeführt. Die Energiebilanz wird immer über alle Standorte erstellt, anschließend kann auch eine Spezifizierung auf eine Abgrenzung erfolgen. Die Auswahl sollte jedoch immer das Gesamtunternehmen im Blick haben. Gegebenenfalls können auch im Laufe der Energieberatungen bei Vorliegen von Aufschlüsselungen zum Energiebezug Betrachtungsbereiche bevorzugt werden bzw. aus der Betrachtung ausgeschlossen werden. Ein Ausschluss kann auch dem Unternehmens-Interesse geschuldet sein.

Je nach Unternehmen können die Teile 2 bis 4 der Norm auch von der Beratung ausgeschlossen werden, sofern diese nicht im Unternehmen zu finden sind oder kein gesondertes Interesse im Hinblick auf den Energiebezug darstellen. Dies betrifft in erster Linie die Normteile 3 und 4, die sich mit Produktionsprozessen und dem Transport beschäftigen. Auch kann durch besondere äußere Umstände, zum Beispiel einem Baudenkmalschutz, eine Betrachtung der Gebäudehülle entfallen. In Summe dient die Energieberatung dazu, einen Gesamtüberblick über Potenziale im Unternehmen zu geben. Dies kann entsprechend des Unternehmens ein unterschiedliche großer Strauß an verschiedenen Effizienzmöglichkeiten sein. Ziel sollte es jedoch sein, alle möglichen Bereiche mit Energiebezug zu überprüfen, um nicht bereits im Vorhinein mögliche Potenziale einer Berücksichtigung zu entziehen.

Förderhöhe

Bezüglich der Förderhöhe müssen zwei Fälle unterschieden werden, weshalb die genaue Bilanzierung der Energiekosten von entscheidender Wichtigkeit ist. Grundsätzlich liegt die maximale Förderhöhe bei maximal 80% der förderfähigen Beraterkosten. Alle Beraterkosten, die über das maximal geförderte Beraterhonorar hinaus gehen, müssen durch das beratene Unternehmen getragen werden.

Energiekosten > 10.000 EUR/a
Unternehmen mit Energiekosten größer 10.000 EUR/a erhalten für die Beratung eine maximale Zuwendung in Höhe von 6.000 EUR. Das maximale Beraterhonorar für Durchführung und Umsetzungsbegleitung liegt also bei 7.500 EUR.

Energiekosten < 10.000 EUR/a
Unternehmen mit Energiekosten kleiner 10.000 EUR/a erhalten für die Beratung eine maximale Zuwendung in Höhe von 1.200 EUR. Das maximale Beraterhonorar für Durchführung und Umsetzungsbegleitung liegt also bei 1.500 EUR.

Ablauf eines Energieaudits

Der Ablauf der Energieberatung unterscheidet sich nicht wesentlich von der Ablaufdefinition eines freien Energieaudits. Die folgende Abbildung zeigt den Ablauf.

Darstellung Ablauf Energieaudit

Datenerfassung

Im Abschnitt der Datenerfassung sammelt der Auditor in Abhängigkeit von Gründlichkeit und Genauigkeit sämtliche Unterlagen mit Bezug zum Energieeinsatz. Dies können neben Energierechnungen auch Inventarlisten und auch Lagepläne sowie Schemata von Versorgungsanlagen sein. Sinn und Zweck der Datenerfassung ist es, dass sich der Auditor ein Bild von der energetischen Situation vor Ort machen kann, ggf. ohne den Standort besucht zu haben. Die Datenerfassung erfolgt meist durch ein gemeinsames Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Organisation und dem Energieauditor.

Außeneinsatz

Im Rahmen des Außeneinsatzes begeht der Auditor gemeinsam mit einem oder mehreren Mitarbeitern der Organisation den Standort und schaut sich alle Bereiche an, die auf Grund der Vereinbarungen zum Energieaudit gehören. Der erste Außeneinsatz dient meist einer allgemeinen Sichtung, um die vorliegenden Daten mit den realen Situation vor Ort zu vergleichen. Im Rahmen des Außeneinsatzes entscheidet der Auditor, welche Bereiche im Nachgang noch einmal genauer untersucht werden sollten. Auch kann bestimmt werden, wo und wie noch einmal Messungen zur Erhebung von Daten zu erfolgen haben.

Analyse

Mit den Informationen aus der Datenerfassung und den Erkenntnissen des Außeneinsatzes erfolgt durch den Auditor eine Analyse und der Versuch, erste konkrete Möglichkeiten für Einsparungen zu identifizieren. In Abhängigkeit von der Datenlage erfolgt in diesem Schritt die Planung weiterer Datenerhebungen (durch Organisation und/oder Auditor) sowie weiterer Besuche am Standort. Die Analyse inkl. weiterer Datenerhebungen und Außeneinsätze wird solange fortgesetzt, bis der Auditor alle notwendigen Informationen vorliegen hat, um die Ausgangssituation und Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz darstellen zu können.

Bericht und Abschlussbesprechung

Der Auditor fasst in einem Bericht die aktuelle energetische Situation zusammen und benennt die gefundenen Möglichkeiten für Einsparungen. Der Umfang des Berichtes ist abhängig von den Vereinbarungen zwischen der Organisation und dem Auditor. Auch die Wahl der verwendeten Wirtschaftlichkeitsmethoden im Zuge der Beschreibung von Effizienzmöglichkeiten kann durch die Organisation mitbestimmt und damit der Umfang des Berichtes vergrößert werden.

Im Rahmen der Abschlussbesprechung erfolgt die Übergabe des Berichtes sowie eine inhaltliche Vorstellung. Üblicherweise wird ein Entwurf des Berichtes dem Projektleiter auf Seiten der Organisation zur Verfügung gestellt, um allgemeine Anpassungen und Prüfungen vorzunehmen, so dass der Abschlussbericht im Rahmen der Abschlussbesprechung der Geschäftsführung übergeben werden kann.

Prüfung Bericht durch BAFA

Das BAFA als Bewilligungsinstitut prüft den Bericht formell gegen die Anforderungen. Erst nach Zustimmung durch das BAFA wird die Förderung ausbezahlt. Gelegentlich kann es vorkommen, dass das BAFA eine Anpassung des Abschlussberichts vornehmen lässt, wenn Inhalte nicht den Anforderungen an den Bericht bzw. das Energieaudit im Allgemeinen entsprechen bzw. eine unkorrekte Durchführung des Energieaudits vermutet wird.

Zeitaufwand

Die Dauer der Energieberatung für ein durchschnittliches Unternehmen mit einem Standort liegt bei 30 - 40h netto. Hierbei wird jedoch davon ausgegangen, dass es keine wesentlichen Schwierigkeiten bei der Organisation von Unterlagen und / oder Angaben zu den eingesetzten Geräten und Maschinen gibt. Andere Zeitaufwände sind jedoch möglich und müssen im Einzelfall konkret kalkuliert werden.

Zielgruppe

Die "Energieberatung im Mittelstand" ist für KMU aus produzierendem und nichtproduzierendem Gewerbe, welche ihren Energieeinsatz reduzieren möchten, gedacht. Die Beratung zielt in erster Linie auf die Reduzierung des Energieeinsatzes ab und ist daher entsprechend inhaltlich aufgebaut.

Allerdings ergibt sich im Rahmen der Inhalte (hier vor allem die Normteile 3 und 4 zu Produktion und Transport) durchaus die Möglichkeit, auch andere kostenrelevante Bestandteile im Unternehmen zu betrachten. So soll während der "Energieberatung im Mittelstand" im Rahmen der Betrachtung der Produktion ebenfalls eine Prüfung stattfinden, wo und wie Energieeinsparung durch eine Anpassung der Prozesse möglich sind. Eine Anpassung von Prozessen führt aber meist auch zu einer Reduzierung von anderen Parametern, wie zum Beispiel dem Produktmaterial oder Hilfsstoffen. Ähnliches ist zum Thema interner Transport zu sagen: Hier können organisatorische Anpassungen zu einer Reduzierung führen (zum Beispiel Durchlaufzeit des Produktes), die in erster Linie keine Effizienzsteigerung bei der Technik mit Energiebezug darstellen muss. Für Unternehmen mit Interesse an der Reduzierung von Materialeinsatz und/oder Optimierung von Transportwegen kann eine Energieberatung daher ebenfalls interessant sein.

Für Unternehmen, die sich Contracting als Finanzierungsmethode vorstellen können, stellt die "Energieberatung im Mittelstand" eine gute Basis für eine weiterführende Prüfung der Contractingtauglichkeit dar. Bei der Orientierungsberatung im Rahmen des BAFA-Förderprogramms "Energieeinspar-Contractings" wird geprüft, welches der beiden wesentlichen Contractingverfahren sich lohnt bzw. ob die Eigenfinanzierung oder ein Kredit die günstigere Variante darstellt.

BAFA-Förderprogramm 'Energieeinspar-Contracting'

Vorteile für Unternehmen

In der heutigen Zeit sind die Produktion und die dafür notwendige Energiebezüge in komplexe Abläufe eingebunden. Die Betrachtung einzelner Teilsysteme führt bei korrekter Durchführung automatisch dazu, dass andere Bereiche der Produktion und allgemein in der Organisation betrachtet werden müssen. Ein Standort kann sinnvollerweise nur als gesamter Komplex betrachtet zu einer Effizienzsteigerung führen. Die Komplexität erhöht allerdings den (zeitlichen und personellen) Aufwand. Die "Energieberatung im Mittelstand" entlastet bei der zeitlichen Einbindung der zuständigen Mitarbeiter in den Bereichen Konzeptionierung und Bewertung von Einsparmöglichkeiten und bietet darüber hinaus einen neutralen Blick von Außen. Zusätzlich garantiert die Förderrichtlinie eine vertriebs- und produktneutrale Beratung, so dass das beratene Unternehmen die Ergebnisse als Basis für eine konkrete Umsetzungsplanung in den Bereichen Material- und Energieeffizienz heranziehen kann und dennoch die Hersteller der Anlagen selbst wählen kann.

Fördermöglichkeiten

Kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) gemäß aktueller europäischer Definition haben im Rahmen des Förderprogramms "Energieberatung im Mittelstand" grundsätzlich Anspruch auf eine geförderte Energieberatung nach DIN EN 16247, sofern Ihnen keine Entlastung im Rahmen des Spitzenausgleichs (§ 10 Stromsteuergesetz und § 55 Energiesteuergesetz) gewährt wurde oder Sie im laufenden bzw. im vergangenen Kalenderjahr einen Antrag nach den §§ 63 ff. EEG (Besondere Ausgleichsregelung) gestellt haben. Die Durchführung der geförderten Beratung erfolgt über von der BAFA zugelassene Energieauditoren, welche in der dena-Expertenliste gefunden werden können[2]. Die Beratung unterliegt den Vorgaben der "De-minimis"-Regelung.

Fragen zum Energieaudit?

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Ihr Ansprechpartner

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