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BAFA-Förderprogramm 'Kommunale Energieberatung'

Die rund 12.000 Gemeinden und Landkreise in der Bundesrepublik Deutschland stehen für zwei Drittel des Endenergiebedarfs im gesamten öffentlichen Sektor. Durch Hebung der vorliegenden Einsparpotenziale kann ein wesentlicher Beitrag zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz geleistet werden und gleichzeitig der öffentliche Sektor seiner Vorbildfunktion bei der Steigerung der Energieeffizienz und einer Senkung des Energieeinsatzes gerecht werden.

Ziel des Förderprogramms ist es, kommunalen Gebietskörperschaften, deren Eigenbetrieben, Unternehmen mit mehrheitlich kommunalem Gesellschafterhintergrund sowie gemeinnützigen Organisationsformen und anerkannten Religionsgemeinschaften geförderte Energieberatung zugänglich zu machen und wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in die Energieeffizienz aufzuzeigen.

Allgemeines zum Förderprogramm

Im Rahmen des Förderprogramms wird die Energieberatung zur Erstellung eines energetischen Konzeptes von Nichtwohngebäuden gefördert[1]. Die Energieberatung wird entweder in Form eines Sanierungsfahrplans oder in Form einer umfassenden Sanierung durchgeführt. Zudem wird die Neubauberatung für Nichtwohngebäude gefördert. Gegenstand der Beratung sind Nichtwohngebäude, die sich im Bundesgebiet befinden. Die Energieberatung kann folgende Maßnahmen empfehlen:

  • Sanierungsfahrplan,

  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 70,
  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 100 oder
  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus Denkmal

Die Beratung soll wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in die Energieeffizienz aufzeigen und darstellen. Alternativ wird eine Neubauberatung für Nichtwohngebäude auf dem KfW-Effizienzhausstandard (EH 55 oder EH 70) gefördert. Das energetische Sanierungskonzept und die Neubauberatung beziehen sich jeweils auf ein einzelnes Nichtwohngebäude. Die Energieberatung richtet sich an kommunale Gebietskörperschaften, deren Eigenbetriebe, kommunale Zweckverbände, Unternehmen mit mehrheitlich kommunalem Hintergrund sowie gemeinnützige Organisationsformen und anerkannte Religionsgemeinschaften.

Förderhöhe

Die Förderung deckt 80% der förderfähigen Ausgaben ab, maximal jedoch ein von der Anzahl der Nutzungszonen abhängiges Honorarin Höhe von 15.000 EUR bedeutet. Wird der Bericht durch den Berater im kommunalen Entscheidungsgremium vorgestellt, so wird dies noch einmal mit zusätzlich pauschal 500 EUR gefördert. Voraussetzung hierfür ist, dass das Entscheidungsgremium eine Entscheidung hinsichtlich einer Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen durchführt. Der Antragsteller hat die Möglichkeit, mehrere Beratungen an verschiedenen Objekten bei demselben Beratungsempfänger durchzuführen.

Der sich ergebende Eigenanteil des Beratungsempfängers bezieht sich auf die Differenz von Bruttohonorar, abzüglich des Förderanteils. Der Förderanteil wird abhängig von der Vorsteuerabzugsfähigkeit des Beratungsempfägners vom Nettoberaterhonorar bzw. vom Bruttoberatungshonorar abgezogen, falls keine Vorsteuerabzugsfähigkeit vorliegt.

Ablauf der Energieberatung

Der Ablauf der Energieberatung unterscheidet sich nicht wesentlich von der Ablaufdefinition eines freien Energieaudits. Die folgende Abbildung zeigt den Ablauf.

Darstellung Ablauf Energieberatung

Datenerfassung

Im Abschnitt der Datenerfassung sammelt der Energieberater sämtliche Unterlagen mit Bezug zum Energieeinsatz. Dies können neben Energierechnungen auch Inventarlisten und auch Lagepläne sowie Schemata von Versorgungsanlagen sein. Sinn und Zweck der Datenerfassung ist es, dass sich der Energieberater ein Bild von der energetischen Situation vor Ort machen kann, ggf. ohne den Standort besucht zu haben. Die Datenerfassung erfolgt meist durch ein gemeinsames Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Organisation und dem Energieberater.

Außeneinsatz

Im Rahmen des Außeneinsatzes begeht der Energieberater gemeinsam mit einem oder mehreren Mitarbeitern der Organisation den Standort und schaut sich alle Bereiche an, die zur Energieberatung gehören. Der erste Außeneinsatz dient meist einer allgemeinen Sichtung, um die vorliegenden Daten mit der realen Situation vor Ort zu vergleichen. Im Rahmen des Außeneinsatzes entscheidet der Auditor, welche Bereiche im Nachgang noch einmal genauer untersucht werden sollten. Auch kann bestimmt werden, wo und wie noch einmal Messungen zur Erhebung von Daten zu erfolgen haben.

Analyse

Mit den Informationen aus der Datenerfassung und den Erkenntnissen des Außeneinsatzes erfolgt durch den Energieberater die Simulation des betrachteten Gebäudes, eine Analyse und der Versuch, erste konkrete Möglichkeiten für Einsparungen zu identifizieren. In Abhängigkeit von der Datenlage erfolgt in diesem Schritt die Planung weiterer Datenerhebungen (durch Organisation und/oder Energieberater) sowie weiterer Besuche am Standort. Die Analyse inkl. weiterer Datenerhebungen und Außeneinsätze wird solange fortgesetzt, bis der Energieberater alle notwendigen Informationen vorliegen hat, um die Ausgangssituation und Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz darstellen zu können.

Sanierungskonzept

Der Energieberater fasst in einem Bericht die aktuelle energetische Situation zusammen, benennt die gefundenen Möglichkeiten für Einsparungen und beschreibt die nacheinander folgenden Schritte der Umsetzung. Die Wahl der verwendeten Wirtschaftlichkeitsmethoden im Zuge der Beschreibung von Effizienzmöglichkeiten kann durch die Organisation mitbestimmt werden.

Abschlussbesprechung

Im Rahmen der Abschlussbesprechung erfolgt die Übergabe des Berichtes sowie eine inhaltliche Vorstellung. Üblicherweise wird ein Entwurf des Berichtes dem Projektleiter auf Seiten der kommunalen Einrichtung zur Verfügung gestellt, um allgemeine Anpassungen und Prüfungen vorzunehmen, so dass der Abschlussbericht im Rahmen der Abschlussbesprechung dem Entscheidungsgremium übergeben werden kann.

Prüfung Bericht durch BAFA

Das BAFA als Bewilligungsinstitut prüft den Bericht formell gegen die Anforderungen. Erst nach Zustimmung durch das BAFA wird die Förderung (an den Energieberater) ausbezahlt. Gelegentlich kann es vorkommen, dass das BAFA eine Anpassung des Abschlussberichtes vornehmen lässt, wenn Inhalte nicht den Anforderungen an den Bericht bzw. die Beratung im Allgemeinen entsprechen bzw. eine unkorrekte Durchführung der Energieberatung vermutet wird.

Zeitaufwand

Die Dauer der Energieberatung für ein durchschnittliche kommunale Einrichtung mit einem Standort liegt bei 30 - 40h netto. Hierbei wird jedoch davon ausgegangen, dass es keine wesentlichen Schwierigkeiten bei der Organisation von Unterlagen und /oder Angaben zu den eingesetzen Anlagen gibt. Andere Zeitaufwände sind jedoch möglich und müssen im Einzelfall konkret kalkuliert werden.

Zielgruppe

Die kommunale Energieberatung ist für kommunalen Gebietskörperschaften, deren Eigenbetrieben, Unternehmen mit mehrheitlich kommunalem Gesellschafterhintergrund sowie gemeinnützigen Organisationsformen und anerkannten Religionsgemeinschaften gedacht. Die Beratung zielt in erster Linie auf die Reduzierung des Energieeinsatzes ab und ist daher entsprechend inhaltlich aufgebaut.

Für kommunale Einrichtungen, die sich Contracting als Finanzierungsmethode vorstellen können und auch für solche, bei denen eine andere Finanzierung ausgeschlossen ist, stellt die "kommunale Energieberatung" eine gute Basis für eine weiterführende Prüfung der Contractingtauglichkeit dar. Bei der Orientierungsberatung im Rahmen des BAFA-Förderprogramms "Energieeinspar-Contractings" wird geprüft, welches der beiden wesentlichen Contractingverfahren sich lohnt bzw. ob die Eigenfinanzierung die günstigere Variante darstellt.

BAFA-Förderprogramm 'Energieeinspar-Contracting'

Vorteile für Unternehmen

Kommunale Einrichtungen erhalten die Möglichkeit, durch die geförderte Beratung kostengünstig einen fachlich fundierten Sanierungsfahrplan hin zu einer Verringerung der Energiebzugsmengen zu erhalten. Die Beratung kann darüber hinaus auch als Basis für eine weiterführende Beratung, zum Beispiel für eine Prüfung hinsichtlich der Umsetzung durch ein Energiespar-Contracting herangezogen werden. Mittelfristig kann bei geringem finanziellen Aufwand für die kommunale Einrichtung langfristig der finanzielle Aufwand für den Energiebezug reduziert werden.

Fördermöglichkeiten

Die kommunale Energieberatung wird bis zu einem Maximalwert von 15.500 EUR für Beratung und anschließende Vorstellung der Ergebnisse vor dem jeweiligen Entscheidungsgremium gefördert.

Fragen zur kommunalen Energieberatung?

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Ihr Ansprechpartner

Fact Sheets kommunale Energieberatung

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