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Materialeinsatz

Vor allem im produzierenden Gewerbe, stellt Material aus ökonomischer Sicht eine der größten Ressourcennutzer dar. Häufig sind übliche Methoden und Prozesse, aber auch durchaus veraltete Fertigungsverfahren oder ungünstiges Mitarbeiterverhalten für ein hohes Maß an Potenzial für hohe (Material)Einsparungen verantwortlich. Hier helfen intensive Beobachtungen und Aufzeichnungen, um zumindest einmal herauszufinden, wie sich die wirkliche Kostenströme innerhalb des Unternehmens darstellen. Im Anschluss zeigt sich dann, wo genau das hohe Potenzial beim größten Kostenträger zu finden ist.

Im Bereich Materialeinsatz besteht die Möglichkeit, Beratungsteile über eine Förderung bezuschusst zu bekommen.

Materialflusskostenrechnung

Im Rahmen einer intensiven Analyse wird eine so genannte Materialflusskostenrechnung durchgeführt. Dabei wird für jede Mengenstelle (z. B. konkrete Maschine im Produktionsprozess) eine Kostenbilanz aller in die jeweilige Mengenstelle eingehenden Parameter (ökonomische Ressourcen) erstellt. Die einzelnen Mengenstellen können nun zu einer Kette verknüpft einen Gesamtüberblick über die ökomische Bilanz des betrachteten Unternehmensbereiches geben.

Das vor allem interessante Ergebnis einer solchen Analyse ist die Darstellung von Kosten, die sich durch Materialausschüsse (Materialverluste) ergeben. Im Rahmen einer üblichen Kostenbetrachtung sind die Kosten im Normalfall weiter dem erzeugten (Zwischen)Produkt zugewiesen, der konkrete Wert für den Verlust wird jedoch nicht konkret angegeben (weil er schlicht methodisch nicht bestimmt wird). Diese Visualisierung mittels Materialflusskostenrechnung ermöglicht sehr schnell die Identifikation von monetärem Einsparpotenzial.

Materialflusskostenrechnung

Stoff- und Energiestromflüsse

Netter Nebeneffekt dieser Analyse ist eine Verdeutlichung von Material- und Energieströmen, jeweils auf ein bestimmtes Produkt bezogen (auch in monetärer Form möglich, wobei hier noch weitere Ressourcen beigefügt werden können). Die Darstellung der Stromflüsse ergibt sich automatisch, da die Material- und Energieflüsse in den meist anzutreffenden Produktionsprozessen eng miteinader verknüpft sind. Aus diesem Grund bietet es sich grundsätzlich auch an, den Material- und Energieeinsatz kombiniert zu betrachten.

Einsparpotenziale

Sobald die Fakten visuell und in Zahlen vorliegen, kann mit der Suche nach Alternativen begonnen werden. Dies zum Einen je Mengenstelle, aber auch über den gesamten Produktionsprozess hinaus. Je nachdem, wie die Begrenzung des zu betrachtenden Unternehmensbereiches aussieht, kann es durchaus sein, dass das Potenzial direkt an einer Anlage oder des gesamten Produktionsprozesses geprüft wird.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass der Produktionsprozess durchaus bereits effizient sein kann, das "Problem" jedoch in der Konstruktionsabteilung beginnt, weil dort die Parameter für die spätere (ineffiziente) Produktion gelegt werden. Von daher kann das Ergebnis der Analyse auch die Konstruktionsabteilung mit implementieren. Eine Kostenreduzierung ließe sich in solche einem Fall nur durch ein komplett neues Produktdesign und/oder neue/andere Materialien darstellen. Deshalb empfehlen wir keine zu engen Grenzen bei der Analyse.

Definition Produkt

Als Ergänzung bedarf es noch eines kleinen Exkurses zum Begriff Produkt. Materialeinsatz wird primär mit haptisch greifbaren Teilen in Verbindung gebracht. Bei Unternehmen, deren Produkt eine Dienstleistung ist, lässt sich dies so natürlich nicht ohne weiteres darstellen. Aber auch bei Dienstleistern kommt es zu Materialeinsatz, wenn auch nicht immer gleich ganz offensichtlich. Als Beispiel sei hier der Papierverbrauch (für Drucken) in einem Verwaltungsgebäude genannt. Auch hier lassen sich Stromflussanalysen durchführen und Materialflusskostenrechnungen erstellen und der Methodik folgend Effizienzpotenziale finden.

Material als Kostenfaktor kann auch sekundär interessant werden, wenn es im Rahmen einer Arbeitsweise ein Hilfsmittel darstellt. Auch in solch einem Fall können die Methoden zu einem entsprechenden Potenzialansatz führen.

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