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Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001

Beim Energiemanagementsystem geht es sehr spezifisch um den Energieeinsatz im Unternehmen mit dem Ziel, den Energieeinsatz so effizient wie möglich zu gestalten, um die Umweltauswirkung durch die Energienutzung zu verringern. Aus diesem Grund kann das Thema Energie auch ein Teil der ISO 14001 sein. In Europa galt lange die DIN EN 16001 als maßgebliche Norm für ein Energiemanagement. Sie wurde in 2012 jedoch nach der Veröffentlichung der ISO 50001 zurückgezogen, so dass weltweit nur noch eine Norm zum Energiemanagement relevant ist. Am 21.08.2018 wurde die Anpassung an die high-level-structure mit der Veröffentlichung der Norm abgeschlossen. Damit reiht sich die Norm nun in die immer größer werdende Normenreihe mit high-level-structure ein, weshalb sich das Thema Energie jetzt sehr viel einfacher mit anderen Normen kombinieren lässt.

Anforderungen an das Managementsystem gemäß ISO 50001

Das System soll grundsätzlich einen Überblick über die aktuellen Energiebezugsmengen und die Aufteilung der Energieflüsse ermöglichen. Darauf aufbauend soll das Unternehmen durch die Datenaufbereitung in die Lage versetzt werden, systematisch Effizienzpotenziale zu identifizieren und zu heben. Dabei fußt die Datenlage auf drei wesentlichen Zusammenfassungen

  1. Energiebilanz (Auflistung der Energieträger mit Mengen, Kosten und Umweltauswirkungen)

  2. Geräteliste (Aufteilung der eingesetzten Energiemengen auf Anlagen)
  3. Übersicht der energetisch und monetären Einsparpotenziale

Dieses Grundgerüst wird im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses genutzt, um operativ den (spezifischen) Energiebedarf zu senken.

Das Managementhandbuch - das theoretische Korsett

Wenn man mit Unternehmen spricht, die Bedarf oder Zwang haben, ein ISO 50001 einzuführen, dann haben die meisten am ehesten keine Lust auf das Managementhandbuch, weil dieses in erster Linie theoretischer Natur ist. Das Handbuch ist aber die notwendige Basis; nicht so sehr, weil jeder im Unternhemen das Handbuch als Nachschlagewerk für sein Handeln ansehen kann, sondern - und das ist der viel wichtigere Aspekt - weil sich nicht ein Mitarbeiter in der Produktion mit dem Handbuch beschäftigt (bzw. beschäftigen soll), sondern das TOP-Management. Dieses soll sich inhaltlich mit dem Thema Energie beschäftigen und dafür letztlich auch gerade stehen. Dadurch läuft das Thema Energie von Anfang an nicht nebenbei.

Klar ist aber auch: Im Rahmen der Einführung eines Energiemangementsystems liegt der Großteil der Arbeit in der Erstellung des Handbuchs bzw. bei der gedanklichen Auseinandersetzung mit den notwendigen Fragen. Die Erstellung der Bilanzen und Listen ist nicht minder zeitaufwendig, geht jedoch deutlich schneller über die Bühne. Darüber hinaus lässt sich die Erstellung dieser Bilanzen auch von externen Dienstleistern (zum Beispiel von Energieauditoren) erstellen lassen, wodurch sich gleichzeitig erste fachlich kompetente Vorschläge (inkl. von Wirtschaftlichkeitsanalysen) für Effizienzen einkaufen lassen.

Ist das Handbuch fertig, so reduziert sich der Aufwand für das TOP-Management deutlich, denn dieses braucht sich nunmehr nur noch ein-, maximal zweimal intensiv mit dem Thema Energie auseinander setzen. Nämlich wenn das Management-Review ansteht, der/die Managementbeauftragte also sich gegenüber dem TOP-Management erklären muss und um die Entscheidung über das weitere Vorgehen bittet. Dies heißt im Optimalfall jedoch nicht, dass sich das TOP-Management im Rahmen des täglichen Arbeitens völlig ausklingt.

Der/Die Managementbeauftrage - Operative Koordination

Das TOP-Management benennt eine(n) Beauftragte(n) (auch Energiemanager(in) - es gibt hier vielfältige Bezeichnungen), der/die dafür Verantwortung trägt, die Vorgaben, die sich aus dem Handbuch ergeben, praktisch zu koordinieren und umzusetzen. Der/Die Beauftragte ist somit die Schnittstelle zwischen den Entscheidungsträgern und den ausführenden Personen im Unternehmen, hat jedoch durchaus auch Weisungsbefugnisse und Entscheidungsgewalt. Dies sind aber auch immer Einzelentscheidungen, die dem jeweiligen Unternehmen frei gestellt sind zu definieren.

Der KVP - Operatives Handeln

Die Energiebilanz dient zum Einen dem allgemeinen Überblick für das Unternehmen. Da nur die totalen Mengen angegeben sind, lässt die Analyse der Energiemengen keine Rückschlüsse auf Einsparungen zu, die Daten stellen aber die Grundlage für die weitere Aufteilung auf die Geräte und Anlagen am Standort dar.

Diese Geräteübersicht ist das Herzstück der operativen Befassung im Rahmen des Themas Energieeinsatz. Die Liste dient dazu aufzuschlüsseln, wohin genau die Energie innerhalb der Standortgrenzen fließen. Wie tief die Aufschlüsselung letztlich geht, hängt im Wesentlichen davon ab, wie intensiv sich das Unternehmen mit dem Thema Energie auseinander setzen möchte. Es gilt jedoch: Je intensiver die Auseinandersetzung mit der Aufschlüsselung, desto präziser können Effizienzen effektiv erkannt und angegangen werden. Zusätzlich kann eine übergeordnete Clusterung von Geräte, zum Beispiel nach Anlagengruppen, dabei helfen, Themen zu identifizieren, die durch ihren Anteil am Gesamtenergiebedarf ein hohes Potenzial vermuten lassen.

Auf Basis der vorliegenden Daten lassen sich nun Analysen durchführen, welche die Erkenntnisse aus der Geräteübersicht vertiefen. Die Analysen führen dann zu Managemententscheidungen hinsichtlich durchzuführender Maßnahmen (sofern diese Entscheidungen durch den Energiemanager nicht durch bereits vorliegende Vorgaben oder Befugnisse selbst möglich ist). Diese Vorgehensweise kann allerdings auch bedeuten, dass ein Unternehmen Effizienzen in Bereichen suchen muss/müsste, die nicht unbedingt im Fokus stehen: Klassische Themen wie Beleuchtung oder Druckluft können wegen Irrelevanz ins Hintertreffen gelangen. Hier zeigt sich die Wichtigkeit der Zielsetzungen und Vorgaben hinsichtlich von Effizienzmaßnahmen, denn durch diese kann durch das TOP-Management mitbestimmt werden, ob auf die Gesamtenergiemenge / -kosten betrachtete Anlagen dennoch betrachtet und effizienter gestaltet werden sollen, oder ob sich von Anfang an die übergeordnet wesentlicheren Anlagengruppen betrachtet werden.

Prüfung der Ergebnisse und des Systems

Teil des PDCA-Zyklus ist es, sich selbst und das System zu prüfen. Hierzu erfolgt ein Abgleich zwischen den Zielen und dem Erreichten. Um dies zu ermöglichen, müssen notwendigerweise Daten vorliegen - welche nach Vorgaben der ISO 50006 zu eruieren sind. Dies ist ein anspruchsvoller Prozess, ergibt aber Datensätze, die Fehlinterpretationen der Entwicklungen ermöglichen. Somit kann sich der/die Energieeauftragte/-manager(in) ausreichend genau ein Bild vom Entwicklungsstand hin zur Zielereichung machen und ggf. Änderungen und/oder Korrekturen vornehmen bzw. einleiten. Diese müssen nicht immer mit technischen Prozessen zu tun haben, sondern können auch im administrativen Bereich zu finden sein.

Eine externe Prüfung des Systems von externer Seite kann freiwillig durchgeführt werden, um Betriebsblindheit oder Schönfärberei zu vermeiden. Je nachdem, ob das System zertifiziert ist oder nicht, findet die Prüfung dann aber auch im Rahmen einer offiziellen Zertifizierung durch einen DAkkS-akkreditierten Zertifizier statt. Bei positivem Ergebnis der Zertifizierung erhält das Unternehmen dann das entsprechende Zertifikat für den Nachweis gegenüber dem Gesetzgeber oder bei Kunden/Zulieferern.

Spitzenausgleich, Besondere Ausgleichsreglung und EDL-G

Unternehmen des produzierenden Gewerbes kommen in den Genuss einer reduzierten Stromsteuer bzw. der verringerten EEG-Umlage per Gesetz nur, wenn Sie ein zertifiziertes ISO 50001-System eingeführt haben und aufrecht erhalten. Alternativ kann das Unternehmen auch jährlich ein Energieaudit gemäß DIN EN 16247 oder das alternative System gemäß Spitzenausgleichs-Effizienzverordnung (SpaEfV) implementiert haben und leben.

Nicht-KMU sind per Gesetz spätestens seit dem 05.12.2015 dazu verpflichtet, das eben bereits erwähnte Energieaudit im Vier-Jahresrhythmus durchzuführen bzw. durchführen zu lassen, es sei denn, das Unternehmen hat eine Managementsystem gemäß EMAS oder ISO 50001. Das ISO 50001-System ist also außer für Dienstleistungsunternehmen im KMU-Sektor von besonderem (gesetzlich gewünschten) Interesse.

Unterstützung bei der Einführung und dem Aufrechterhalten des Managementsystems

Selbst für Unternehmen, die bereits ein oder zwei Managementsysteme im Unternehmen implementiert haben, ist die Beschäftigung mit Energie eine Herausforderung - nicht unbedingt im Bereich des Handbuchs, da hier oftmals genug Erfahrung vorliegen. Durch die expliziten Vorgaben hinsichtlich der Datenüberwachung zum Energieeinsatz ergeben sich für die operativ handelnden Mitarbeiter neue Herausforderungen. Um Sie hier zu unterstützen, habe ich mich mit Kollegen zusammengetan, die Ihnen mit jahrelanger Erfahrung tatkräftig bei der Einführung im theoretischen Bereich (Handbuch) und im operativen Bereich (KVP) zur Seite stehen. Gerne übernehme ich die darüberstehende Organisation und Steuerung.

Sie haben Fragen, Interesse und/oder Bedarf in Bezug um Managementsystem gemäß ISO 50001? Dann freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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