Das ReNOB-Portfolio

ISO-Systeme

ISO-Systeme dienen der strukturierten Beschäftigung mit einem Thema auf Basis eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP). Hier sind vor allem die ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt) und die ISO 50001 (Energie) zu nennen. Jedes dieser Systeme hilft Ihnen langfristig Qualität im Unternehmen aufrecht zu erhalten, Effizienzen zu identifizieren und zu erhalten. Dies wurde von Seiten EU und der Bundesregierung erkannt, so dass es für bestimmte Unternehmen (Nicht-KMU genauso wie KMU) Forderungen zur Implementierung von ISO-Systemen gibt. Alle ISO-Normen werden derzeit überarbeitet und auf eine übergeordnete Struktur (die so genannte high-level-structure) gebracht, womit es in der Praxis zu einer Verknüpfung vieler ISO-Systeme und damit einhergehend zu einer Reduzierung des administrativen Aufwand kommen wird.

Der große Nutzen von ISO-Normen: Durch die Standardisierung sind Unternehmen vergleichbar und daraus ergibt sich für Unternehmen die Möglichkeit, sich im Rahmen von Aufträgen eine bestimmte Qualität nachweisen zu lassen, indem eine Zertifizierung des Auftragnehmers nach der jeweiligen Norm gefordert wird. Im Umkehrschluss bzw. als Folge dessen werden immer mehr Unternehmen gezwungen, ein entsprechendes System einzuführen und zertifizieren zu lassen. Neben dieser wirtschaftsinternen Forderung gibt es jedoch auch Forderungen von Seiten des Endkunden und auch gesetzliche Anforderung, die bei der Entscheidung zur Einführung und zum Leben einer ISO-Norm berücksichtigt werden müssen.

High-Level-Structure

Seit ein paar Jahren werden alle ISO-Normen dahingehend vereinheitlicht, dass - einfach ausgedrückt - das Inhaltsverzeichnis identisch ist. Für Unternehmen bedeutet dies, dass aus bisher mehreren Handbüchern letztlich nur noch eines werden kann. Die unterschiedlichen Themen aus den Hauptnormen können als Unterkapitel unter die allgemein gültigen Festlegungen einsortiert werden. Die High-Level-Structure orientiert sich dabei am PDCA-Zyklus und besteht nunmehr aus 10 anstatt 8 Kapiteln.

Kurzfassung High-Level-Structure

Qualitätsmanagement (ISO 9001)

Die Qualität eines Produktes entscheidet über den Erfolg des Unternehmens, denn der Kunde erhebt für sich den Anspruch, dass das gekaufte Produkt bestimmte Ansprüche befriedigen soll. Daher streben viele Unternehmen eine Mindestqualität an, die sich mit der Zeit nicht verringern soll. Die ISO 9001 legt die Mindestanforderungen an ein entsprechendes Managementsystem fest.

Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9001

Umweltmanagement (ISO 14001)

Jedes Unternehmen agiert im Rahmen seiner Produkte mit Materialien und Stoffen, die einen Einfluss auf die Umwelt haben. Um sich dieser Einflüsse bewusst zu werden und sich ggf. entsprechend gesetzlicher oder interne Vorgaben aufzustellen, kann ein Managementsystem gemäß ISO 14001 hilfreich sein. Die ISO 14001 legt dabei die Mindestanforderung an das Managementsystem fest.

Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001

Umweltmanagement (EMAS)

EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und wurde von der EU entwickelt, um (europäischen) Unternehmen die Möglichkeit zu geben, auf einer gemeinsamen Basis ihr Umweltleistung zu verbessern. Die zur EMAS gehörende EU-Richtlinie legt dabei die Mindestanforderung an das Managementsystem fest.

Umweltmanagementsystem gemäß EMAS

Energiemanagement (ISO 50001)

Beim Energiemanagementsystem geht es sehr spezifisch um den Energieeinsatz im Unternehmen mit dem Ziel, den Energieeinsatz so effizient wie möglich zu gestalten, um die Umweltauswirkung durch die Energienutzung zu verringern. Aus diesem Grund kann das Thema Energie auch ein Teil der ISO 14001 sein.

Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001

Anforderungen gemäß EDL-G

In den letzten Jahren hat aufgrund des Klimawandels eine sehr starke Konzentration auf das Thema Energie eingesetzt. Dies führte zum Einen zur ISO 50001, zum Anderen aber zu verschiedenen anderen Normen (z. B. der DIN EN 16247). Zudem ergaben gesetzliche Vorgaben von Seiten der EU-Kommission (EED) den Zwang, auf nationaler Ebene Regelungen und Vorschriften zu implementieren, die im Bereich des Energieeinsatzes auf organisatorischer Ebene verschiedene Modelle zur Erfüllung der EU-Vorgaben ermöglichen. Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) enthält die Umsetzung der Forderungen aus der EED und fordert von Unternehmen die Einführung eines Energiemanagementsystems oder die Durchführung von Energieaudits (siehe folgende Tabelle):

Produktion Dienstleistung
KMU bei Steuerbegünstigung ISO 50001, alternativ Energieaudit (DIN EN 16247) oder Managementsystem gem. Anlage 2 SpaEfV noch keine Anforderungen
Nicht-KMU bei Steuerbegünstigung ISO 50001 Energieaudit (DIN EN 16247), alternativ ISO 50001 oder EMAS

Gerade für kleine Unternehmen aus dem Bereich des produzierenden Gewerbes (weniger als 20, 30 Mitarbeiter) stellt die Implementierung einer ISO 50001 sowohl finanziell, wie auch administrativ vor große Herausforderungen. Daher entschied sich die Bundesregierung, KMU aus dem produzierenden Unternehmen im Rahmen des Spitzenausgleichs und der Besonderen Ausgleichsregelung die Möglichkeit zur Implementierung eines kleinen Energiemanagementsystem gemäß Spitzenausgleicheffizienzsystemverordnung (SpaEfV) zu geben. Das System gemäß SpaEfV ist wie ein Kernsystem zur Beschäftigung mit Energie anzusehen und kann jederzeit auf ein ISO-System erweitert werden.

Managementsystem gemäß SpaEfV
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