Das ReNOB-Portfolio

Potenzialanalyse

Effizienzen lassen sich in fast allen Bereichen eines Unternehmens finden. Ausgehend von den fünf Bereichen, in denen die ReNOB aktiv unterstützt, wird im Rahmen der Potenzialanalyse eine grobe Bestimmung von Optimierungspotenzialen durchgeführt. Dies erfolgt in den folgenden Einzelschritten:

  1. Darstellung der Kostenaufteilung im Unternehmen

  2. erste Analyse von Daten, zum Beispiel Messdaten und/oder Lastgangdaten
  3. Vor-Ort-Begehung im vereinbarten Unternehmensbereich
  4. Analyse der gesammelten Informationen und Potenzialermittlung
  5. Erstellung Abschlussbericht
  6. Besprechung der Ergebnisse

Die Potenzialanalyse enthält (noch) keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, sondern dient dazu, Ihnen zum Einen erste Potenziale aufzuzeigen, zum Anderen aber auch als Basis für weitere, tiefergehende Analysen und Konzepterstellungen.

Der Umfang der Potenzialanalyse - vor allem bei Ihnen vor Ort - ist stark von den Unternehmensbereichen abhängig. Sinnvollerweise erfolgt die Festlegung erst nach der Kostenaufteilung. Selbstverständlich kann die Beratung aber auch von Anfang an auf einen bestimmten Unternehmensbereich abgestimmt durchgeführt werden.

Kostenstruktur in Unternehmen

Unternehmen des produzierenden Gewerbes weisen eine typische Verteilung der Kosten auf. Die folgende Abbildung zeigt die Aufteilung der Kosten, wie sie vom VDI ZRE für das Jahr 2015 zusammengestellt wurden.

Darstellung Kostenaufteilung produzierendes Gewerbe 2015

Die gleiche Grafik für davorliegende Jahre kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Den größten Kostenblock stellen die Materialien dar. Energie, als weitere, häufig genannte Ressource reiht sich eher am Ende der Auflistung ein. Achtung jedoch bei einer möglicherweise ökologischen Aufteilung - hier zeigt sich ggf. eine gänzlich andere Darstellung, da viele Kostenträger eine deutlich geringere ökologische Auswirkung haben, als zum Beispiel Energie.

Interpretation Kostenaufteilung

Die grafische Aufschlüsselung stellt eine gemittelte Statistik dar. Bei vereinzelten Branchen (z. B. Gießereien) kann der Anteil an Energiekosten im Unternehmen die gleiche Höhe wie die Materialkosten aufweisen. Gemittelt über das produzierende Gewerbe lässt die Darstellung jedoch einen Schluss zu: Der Hauptkostentreiber ist der Materialeinsatz. Zwar heißt dies nicht zwangsläufig, dass der Materialeinsatz das größte Potenzial an Kosteneinsparung ergibt - der Materialeinsatz bietet jedoch selbst bei geringfügigen spezifischen Einsparungen auf die Gesamtbilanz bezogen ein enormes Potenzial und sollte daher einer genaueren Untersuchung unterzogen werden.

Da der Energieeinsatz in den meisten Fällen mit Materialeinsatz einhergeht, kann darüber hinaus mit einer Effizienzsteigerung beim Materialeinsatz auch gleich der Energieeinsatz reduziert werden. Je nach Branche zeigt die Aufschlüsselung des Energieeinsatz, dass der Großteil der Energie für allg. Wärme aber vor allem für die Produktion benötigt wird. Ein optimierter Materialeinsatz bewirkt somit auch zwangsläufig (fast nebenbei mit abgegriffen) eine Optimierung des Energieeinsatzes.

Vorgehen bei der Potenzialfindung

Der erste Schritt bei einer Potenzialanalyse ist immer die Darstellung der Kostenverteilung, um die Ausgangssituation darzustellen. Je nach Datenlage können die Kosten auch auf die Unternehmensabteilungen aufgeschlüsselt werden, was jedoch einen gewissen Aufwand bedeutet und daher in den meisten Unternehmen nicht vorliegt. Daher wird im Rahmen der Potenzialanalyse gemeinsam ein Produktionsprozess ausgewählt, der von Seiten des Unternehmens den größten Materialeinsatz darstellt bzw. der von größtem Interesse ist.

Dieser Prozess wird in seine einzelnen Schritte unterteilt und vor Ort begangen. Dabei wird jeder Einzelschritt hinsichtlich der Kriterien

  • zeitliche Abläufe,

  • Zwischenlagerung,
  • Brutto-Netto-Zeitbedarf,
  • Materialeinsatz- und ausschuss sowie
  • Energiebedarf

begutachtet. Die folgende Abbildung zeigt eine beispielhaft eine solche Prozesskette.

Darstellung typische Prozesskette produzierendes Gewerbe 2015

Übergeordnet werden die einzelnen Schritte im gesamten Prozess betrachtet, um übergeordnete Potenziale in den Bereichen

  • Transport/Logistik und

  • Organisation

zu ermitteln. Um einen neuen Blickwinkel auf den Prozess zu bekommen wird der Prozess zuerst grob entlang der Produktion abgegangen, die Datenaufnahme und intensive Betrachtung des Prozesses erfolgt dann jedoch entgegengesetzt. Dadurch ergeben sich neue Gesichtspunkte, die Fragen aufwerfen aus denen sich Potenziale ergeben können.

Ergebnisdarstellung

Im Rahmen des Vor-Ort-Besuches werden jede Menge Daten aufgenommen, welche nach dem Rundgang noch einmal in einer kurzen Gesprächsrunde durchgegangen und plausibilisiert werden. Im Rahmen dieses Gesprächs können auch erste Ansätze entwickelt und besprochen werden, da nicht jede Idee ein echtes Potenzial darstellt bzw. bereits im Unternehmen geprüft worden sein.

Im Büro werden sämtliche Unterlagen noch einmal durchgeschaut und mit etwas Abstand zur Begehung bewertet. Sämtliche Erkenntnisse werden dann in einem Kurzbericht zusammengefasst. Der Bericht enthält dabei

  • eine Beschreibung der Ausgangsparameter (Fragebögen)

  • die Darstellung der Kostenbilanz
  • die Darstellung des untersuchten Prozesses
  • eine Auflistung mit Potenzialen

Die Auflistung mit den gefundenen Potenzialen als finales Ergebnis der Beratung ist als reine Auflistung zu verstehen, bei der kurz die IST-Situation beschreiben wird und die möglicherweise effizientere Situation dargestellt wird. Die Beschreibung erfolgt ohne ergänzende wirtschaftliche Betrachtung. Das Potenzial selbst kann dabei aus den Bereichen

  • Material- und/oder Energieeinsatz,

  • Transport/Logistik
  • Organisationstruktur oder
  • Einkauf

stammen.

Zeitaufwand

Der Großteil des Zeitaufwands liegt im Vor-Ort-Besuch im Unternehmen, sowohl bei den Besprechungen vor und nach, aber vor allem beim Rundgang. Je Prozessschritt sollte eine Zeit von durchschnittlich 30 Minuten eingeplant werden. Je nach Komplexität können 15 Minuten ausreichen - es können aber auch intensive 45 Minuten an einem Prozessschritt notwendig werden, damit der Berater wirklich versteht, was da überhaupt im Einzelnen passiert und wieso die Dinge so gehandhabt werden, wie sie zu sehen sind. An vorbereitenden Tätigkeiten sind je nach Datenlage ca. 1 Stunde Zeitaufwand für die Organisation und Beantwortung der Fragebogen anzusetzen.

Zielgruppe

Die Potenzialanalyse ist gedacht für Unternehmen, die

  1. einen ersten Einblick in die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung beim Ressourceneinsatz erlangen wollen,

  2. über die vorliegenden Potenziale haben oder
  3. einen konkreten Überblick an Potenzialen suchen, um konkrete Projekte zur finanziellen Prüfung und/oder Umsetzung zu starten bzw. zu planen.

Dabei spielt es vornehmlich keine Rolle, wie groß das Unternehmen ist. Auch kann eine Potenzialanalyse für Unternehmen interessant sein, die Dienstleistungen anbieten. Auch die Vielfalt an Produkten ist nicht entscheidend, da die Betrachtung eines bestimmten Prozesses im Vordergrund steht. Es muss auch nicht immer nur ein Produktionsprozess betrachtet werden. Potenziale bieten auch verwaltungstechnische oder organisatorische Prozesse.

Mehrere Prozesse können ebenfalls betrachtet werden, erhöhen jedoch den Aufwand und sollten je nach Wichtigkeit innerhalb des Unternehmens ggf. nacheinander abgearbeitet werden. Eine parallele Betrachtung ist aber selbstverständlich ebenfalls möglich, erfahrungsgemäß ist es jedoch für die Potenzialfindung vorteilhafter, wenn Berater und Personal einen Prozess konzentriert betrachten, um wegen nachlassender Frische bei allen Beteiligten nicht unbeabsichtigt Potenziale übersehen werden.

Vorteile für Unternehmen

Die Potenzialanalyse bietet Unternehmen die Möglichkeit mit einem geringen Aufwand Informationen zu Effizienzpotenzialen in den Bereichen Material- und Energieeinsatz zu erhalten. Auf Basis der Analyse können weitere, tiefergehende Untersuchung in einem oder mehreren Handlungsbereichen vorgenommen werden. Auch die Wahl der richtigen, geförderten Folgeberatungen ist möglich.

Fördermöglichkeiten

Die Potenzialanalyse ist grundsätzlich nicht förderfähig. Sofern sie inhaltlich jedoch dahingehend angepasst wird, dass konkrete Handlungsempfehlungen für den überwiegenden Bereich des Materialeinsatzes gewünscht sind, so kommt ggf. eine BAFA-Förderung in Betracht.

Alternativen

Die Potenzialanalyse ist darauf ausgelegt, einen Überblick über grundsätzliche (technische und organisatorische) Potenziale zu liefern. Eine wirtschaftliche Bewertung ist nicht Teil der Beratung. Falls Ihr Interesse eher den wirtschaftlichen Aspekten von Potenzialen gilt, dann ist die Materialflusskostenrechnung der bessere Ansatz. Bei dieser wird keine Rücksicht auf das konkrete Potenzial genommen, sondern lediglich über den Mengenstellenansatz finanziell dargestellt, welches Einsparpotenzial innerhalb einer Prozesskette vorliegt. Eine grundsätzliche Kombination beider Ansätze ist möglich.

Materialflusskostenrechnung

Fragen zur Potenzialanalyse?

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