Das ReNOB-Portfolio

Wertstromquotient

Das Thema Transport/Logistik steht im Endeffekt für das Thema Durchlaufzeit eines Produktes vom Zeitpunkt des erstmaligen Einlagern eines produktionsrelevanten Materials bis zum Verlassen des Endproduktes aus der Fabrik. Um die Durchlaufzeit von Materialien zu verringern können folgende Unternehmensbereiche hinsichtlich der Planung und der eingesetzten Technik und Durchführung genauer unter die Lupe genommen werden:

  • interne Transporte,

  • Lagerung im Eingang und Ausgang,
  • Zwischenlagerung an den Produktionsorten (z. B. Maschinen),
  • externer Transport (bei Anlieferung zum Kunden)

Kostenstruktur in Unternehmen

Unternehmen des produzierenden Gewerbes weisen eine typische Verteilung der Kosten auf. Die folgende Abbildung zeigt die Aufteilung der Kosten, wie sie vom VDI ZRE für das Jahr 2015 zusammengestellt wurden.

Darstellung Kostenaufteilung produzierendes Gewerbe 2015

Die gleiche Grafik für davorliegende Jahre kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Den größten Kostenblock stellen die Materialien dar. Energie, als weitere, häufig genannte Ressource reiht sich eher am Ende der Auflistung ein. Achtung jedoch bei einer möglicherweise ökologischen Aufteilung - hier zeigt sich ggf. eine gänzlich andere Darstellung, da viele Kostenträger eine deutlich geringere ökologische Auswirkung haben, als zum Beispiel Energie.

Bildung Mengenstellen

Verfolgt man den Zeitraum, den ein Produkt inklusive aller herstellungsrelevanten Materialien benötigt, und vergleicht diese mit dem Zeitraum, der nur den reinen Zeitbedarf für die konkrete Herstellung für das Produkt darstellt, so ergibt sich ein mal mehr oder weniger große Diskrepanz. Als Beispiel sei der folgende Herstellungsprozess mit den Mengenstellen in Abbildung 1 als Flussdiagramm dargestellt. Abbildung 2 zeigt dann einen imaginären Vergleich zwischen Durchlaufzeit (rot) und der Bearbeitungszeit (blau) je Mengenstelle.

Darstellung typische Prozesskette produzierendes Gewerbe

Darstellung Brutto-Netto-Zeitbedarf

In Abbildung 2 ist die Bruttozeit rot, die Nettozeit blau dargestellt und es ist schnell ersichtlich, in welchem Rahmen sich das zeitliche Einsparpotenzial bewegt. Im Beispiel sind es um die 50% der Durchlaufzeit.

Interpretation der Mengenstellen

Die Abbildung 2 zeigt aber auch, wo genau die Ansätze für eine Optimierung zu finden sind, nämlich bei den beiden Lagern und bei den Teilschritten Kürzen Rohstangen, Trocknen und Verpackung. Hier können nun Einsparpotenziale im organisatorischen und auch im technischen Bereich identifiziert werden. Um eine noch höhere Effizienz im Rahmen der Analyse zu ermöglichen, können die Ergebnisse hinsichtlich Verlustkosten aus einer Materialflusskostenrechnung hinzugezogen werden. Solch eine Analyse könnte zum Beispiel dazu führen, dass die Verluste der Lagerung (Ein- und Ausgangslager) so gering sind, dass eine Verkürzung der Lagerzeit nur mit geringen internen Verzinsungen bei der Realisierung einhergehen und es sinnvoller ist, dafür mehr auf den Teilschritt Trocknung geschaut werden sollte.

Zyklische Nutzung der Ergebnisse

Die Darstellung des Zeitbedarfs ist in tabellarischer Form ein gutes Hilfsmittel für ein Prozesscontrolling und kann hier parallel zu einer sich wiederholenden Materialflusskostenrechnung eingesetzt werden, um zeitnah Veränderungen im (optimierten) Prozess zu erkennen.

Im Rahmen eines Qualitätsmanagements kann die Systematik darüber hinaus eingesetzt werden, um vor allem im Hinblick auf die dem Kunden versprochene Lieferzeit eine notwendige kurze Produktionszeit einzuhalten und vor allem nachhaltig planen zu können.

Ergebnisdarstellung

Das Ergebnis der Darstellung und Auswertung ist sowohl eine grafische, als auch eine tabellarische Darstellung der Prozessschritte sowie der einzelnen Mengenstellen und die Angabe des Wertstromquotienten des gesamten Prozesses als Kennzahl für die Zeiteffizienz des Prozesses. Auf Wunsch können die Kostenflüsse auch als Flussdiagramm dargestellt werden. Ergänzt wird das Ergebnis durch die Darstellung der Kostenverteilung im Unternehmen. Der Bericht enthält darüber hinaus eine Analyse der aufgenommenen und dargestellten Werte sowie eine Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Zeitaufwand

In Abhängigkeit von der Anzahl der zu betrachtenden Mengenstellen beträgt der Zeitaufwand ca. 1 Tag.

Zielgruppe

Analog zur Materialflusskostenrechnung kann die zeitliche Darstellung und Berechnung des Wertstromquotienten grundsätzlich branchenübergreifend in allen produzierenden Unternehmen erstellt werden. Theoretisch, jedoch nicht praktisch, aber nicht gänzlich unmöglich ist der Einsatz innerhalb eines Dienstleistungsunternehmen.

Vorteile für Unternehmen

Die Visualisierung von Prozessabläufen erzeugt häufig einen AHA-Effekt und zeigt im Falle der Darstellung von Brutto-Netto-Zeitbedarfen häufig schon ohne weiteres Zutun an welchen Stellen im gesamten Produktionsprozess Effizienzen möglich sind - sofern innerhalb des betrachteten Unternehmens das Bewusstsein geschärft ist, dass nicht bewegtes Material Verlust bedeutet.

Fördermöglichkeiten

Eine direkte Förderung der zeitlichen Darstellung und des Wertstromquotienten ist nicht möglich. Es ist jedoch möglich, sie als Teil einer generellen Suche nach Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen einer Förderung durch das BAFA zumindest in Teilen gefördert zu bekommen.

Fragen zum Wertstromquotienten?

Sie haben Interesse, Bedarf oder Fragen an/zum Wertstromquotienten? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

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