Rechtskataster

EMAS III

EMAS ist das Akronym für Eco-Management and Audit Scheme. Als alternative Bezeichnungen sind EU-Öko-Audit oder Öko-Audit geläufig bzw. bekannt. EMAS ist derzeit in seiner dritten Version als EMAS III gültig[1] und dient zur freiwilligen Darstellung der Umweltleistung einer Organisation. Die Basis für EMAS ist ein in der Organisation implementiertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001.

Allgemeines zur EMAS

EMAS wurde von der Europäischen Union entwickelt und sollte die Umweltleistung europäischer Organisationen verbessern. Dabei wird ein Hauptaugenmerk auf die Eigenverantwortung der Organisation gelegt, die direkten und indirekten Umweltauswirkungen des eigenen Handelns zu betrachten. Grundsätzlich müssen die Organisationen eine Umwelterklärung veröffentlichen - diese Umwelterklärung kann von einem dazu befähigten Gutachter hinsichtlich der Richtigkeit überprüft werden. Bei Bestätigung der Richtigkeit ist die Auditierung erfolgt. Da EMAS in enger Verknüpfung zur ISO 14001 steht, wird EMAS immer wieder angepasst, sobald die international anerkannte ISO 14001 einer Veränderung erfährt. Dies ist in 2018 zum letzten Mal passiert, als die ISO in die high-level-structure der ISO-Normen-Reihe überführt wurde.

Einführung von EMAS

Die Einführung von EMAS erfolgt nach einem vorgegebenen System:

  1. Durchführung einer Umweltprüfung gemäß ISO 14001

  2. Einführung ISO 14001 auf Basis der Umweltprüfung
  3. Überprüfung des Umweltmanagementsystems im Rahmen einer internen Umweltbetriebsprüfung und einer Managementprüfung
  4. Erstellung EMAS-Umwelterklärung
  5. Überprüfung Umweltprüfung und Umweltmanagementsystem inkl. Validierung der Umweltprüfung
  6. Nach erfolgter Validierung Antrag auf EMAS-Registrierung

Zeitplan zur Einführung von EMAS

Die EMAS selbst sieht einen Zeitplan für die Einführung vor, welche über 10 Monate läuft. Da das Umweltmanagement die wesentliche Basis für EMAS darstellt, hängt viel vom Zeitbedarf der Einführung des ISO 14001-Systems ab. Der vorgeschlagene Zeitraum von 6 Monaten kann geschafft werden, dafür muss die Organisation aber entsprechende Ressourcen freigeben und entsprechenden Willen zur Einführung von EMAS zeigen. Ansonsten kann die Einführung auch bis zu einem Jahr dauern - Prüfung, Validierung und Registrierung selbst sind in dem vorgegebenen Zeitraum von 3 Monaten realisierbar.

Umsetzung EMAS

Die wesentlichen Anforderungen aus der ISO 14001 bilden den Grundstock der Anforderungen an EMAS. Erweitert wird der Aufwand im Wesentlichen durch die Umwelterklärung, die (weit) über die Anforderungen der ISO 14001 hinaus gehen. Hierbei gibt es klare Vorgaben an die Inhalte:

  • Eine klare und unmissverständliche Beschreibung der Organisation, die sich nach EMAS registrieren lässt, und eine Zusammenfassung ihrer Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen sowie gegebenenfalls der Beziehung zu etwaigen Mutterorganisationen

  • Die Umweltpolitik der Organisation und eine kurze Beschreibung ihres Umweltmanagementsystems
  • Beschreibung aller bedeutenden direkten und indirekten Umweltaspekte, die zu bedeutenden Umweltauswirkungen der Organisation führen, und Erklärung der Art der auf diese Umweltaspekte bezogenen Auswirkungen (Anhang I Nummer 2 der EMAS-Verordnung)
  • Beschreibung der Umweltzielsetzungen und -einzelziele im Zusammenhang mit den bedeutenden Umweltaspekten und -auswirkungen
  • Zusammenfassung der verfügbaren Daten über die Umweltleistung, gemessen an den Umweltzielsetzungen und -einzelzielen der Organisation bezogen auf ihre bedeutenden Umweltauswirkungen. Die Informationen sollen sich auf die Kernindikatoren und andere bereits vorhandene einschlägige Indikatoren für die Umweltleistung gemäß Anhang IV Abschnitt C der EMAS-Verordnung beziehen.

EMAS vs. ISO 14001

Grundsätzlich sind beide Systeme international anwendbar, auch wenn EMAS historisch eher im europäischen Raum genutzt wird. Der wesentlichste Unterschied ist jedoch, dass die ISO 14001 ein Teil von EMAS ist. Damit wird EMAS in seiner III. Version mehr zu einer Premiumversion der ISO 14001.

EMAS und EDL-G

In Deutschland müssen alle Unternehmen, die als Nicht-KMU gelten im 4-Jahres-Rhythmus ein Energieaudit durchführen, es sei denn, das Unternehmen betreibt ein zertifiziertes Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 oder hat ein validiertes EMAS. Die implementierte ISO 14001 bringt nichts in Bezug auf die EMAS, legt aber den Grundstein für das Unternehmen, sofern es das bestehende System nutzen möchte, um die Durchführung eines Energieaudits zu vermeiden. Hierbei hat das Unternehmen die Chance die ISO 14001 durch die Umwelterklärung nach EMAS zu erweitern, oder die Themen der ISO 50001 im Rahmen eines integrierten Managementsystems in die ISO 14001 einzubinden. Beides ist selbstverständlich ebenfalls möglich - das betroffene Unternehmen wird letztlich entscheiden, welche Variante im Unternehmenskontext die sinnvollere Variante darstellt.

Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) im Rechtskataster

Betrifft die folgende Dienstleistung

Nachhaltigkeitsmanagementsystem

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externe Links

[1] Webseite EUR-Lex mit Text EMAS

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