Die ReNOB-Referenzen

Energieberatung im Mittelstand

Im Anschluss an eine Impulsberatung Material- und Energieeffizienz für einen Metallbauer erhielt ich den Auftrag das Unternehmen im Rahmen Rahmen einer, vom BAFA geförderten, "Energieberatung im Mittelstand" tiefergehend zu untersuchen.

Energiebilanz

Die folgenden Grafiken zeigen die Energieaufteilung des Standortes. Die erste Grafik zeigt die übergeordente Energiebilanz für den Energiebezug, die zweite Grafik die Verteilung der Energie auf die zum Einsatz kommenden Anlagengruppen. Beide Darstellungen zeigen die Aufteilung nach Energiemengen (zum Vergrößern bitte Bild anklicken).

Aufteilung Bezugsmengen des Metallbauers im Referenzjahr
Aufteilung Energiemengen nach Anlagengruppen des Metallbauers im Referenzjahr

Wesentlichkeitsanalyse

Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt, dass (da die Produktionsanlagen ausgeschlossen wurden wie zu erwarten) das Gebäude und die eingesetzte Gebäudetechnik die größten Potenziale für eine Reduzierung des Energiebedarfes boten (zum Vergrößern bitte Tabelle anklicken).

Wesentlichkeitsanalyse Energiemengen des Metallbauers im Referenzjahr

gefundene Potenziale

Gemäß der Wesentlichkeitsanalyse stand die Suche nach einer wirtschaftlichen Maßnahme im Bereich der Gebäudehülle und der Heiztechnik im Vordergrund. Zusätzlich wurden noch die Beleuchtung und auch die Druckluft untersucht. Abgerundet wurde die Betrachtung durch die Überprüfung, ob sich ein Stromspeicher für eine noch bessere Ausnutzung der PV-Anlagen lohnen könnte.

  1. Heiztechnik: Beim Besitzer des Unternehmens besteht die Idee, seine Heiztechnik komplett auf Holzscheite umzustellen, da er diese günstig bis kostenfrei erhalten kann. Überprüft wurden zwei Varianten (100% Holzscheit sowie Holzscheitvergaser). In beiden Varianten stelle sich eine Amoritsation im unteren zweistelligen Bereich ein, wobei wegen der höheren Bezuschussung durch das BAFA die Vergaser-Variante das bessere Ergebnis lieferte.

  2. Deckenstrahlplatten: Die Werkhalle wird derzeit durch Heizlüfter gewärmt, wobei ein Heizlüfter teilweise gelagerte Materialien beheizt, anstatt die warme Luft in die Halle zu befördern. Als Maßnahme wurde die Umrüstung hin zu Deckenstrahlplatten geprüft, um eine effizientere Raumbeheizung zu ermöglichen. Die Überprüfung zeigte eine geringe Amortisation (5 a) bei einer hohen Verzinsung (21 %).
  3. Beleuchtung I: Die bereits auf LED umgerüstete Grundbeleuchtung ist unabhängig vom einfallenden Licht (die Südseite ist komplett verglast) ganztags in Betrieb. Hier kann eine Helligkeitssteuerung zu einer Reduzierung des Energieeinsatzes führen. Eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigte ähnliche Werte wie die Prüfung der Deckenstrahlplatten.
  4. Beleuchtung II: Ein Teil der Beleuchtung besteht wegen geringer Nutzungszeiten weiterhin aus T8-Leuchtstoffröhren. Auch wenn diese für eine entsprechende Wirtschaftlichkeit für LED-Technik nicht lang genug im Einsatz sind, so wurde dennoch geprüft, ob mittels Reflektoren die Ausleuchtung der Arbeitsbereiche verbessert und ggf. eine Reduzierung der eingesetzten Leuchten möglich ist. Beides zeigte sich als realistisch.
  5. Stromspeicher: Die PV-Anlage ist optimal für die Nutzung eingesetzt - ein Großteil des erzeugten Stroms wird selbst genutzt. Dieser Nutzungsanteil ist derart groß, dass eine nachträgliche Installation eines Stromspeichers wegen der noch zu hohen Kosten und der fehlenden Fördermöglichkeit eine negative Wirtschatlichkeit zeigte (negativer Kapitalwert).
  6. finale Empfehlung: Bis auf die fehlende Wirtschaftlichkeit des Stromspeichers zeigten sich alle geprüften Potenziale als sinnvoll. Die finale Empfehlung beinhaltet den Umstieg auf die Holzscheitvergaser als zentrale Heizungsanlage, die Integration der Deckenstrahlplatten, sowie die Lichtsteuerung und der Einsatz von Reflektoren zur Minimierung der Leuchtenanzahl an den nur temporär genutzten Arbeitsplätzen.

Gesamtbewertung

Mit der Gbäudehülle bzw. der -konstruktion sollte ein großes Potenzial leider nicht untersucht werden. Hier hätte sich eine große Möglichkeit ergeben, den Energiebedarf zu reduzieren. Spannend wäre auch die Prüfung der Produktionsanlagen gewesen, da diese immerhin den zweitgrößten Gesamtanteil der Anlagengruppen zeigte. Die gefundenen Potenziale stellen sich jedoch ebenfalls in allen drei betrachteten Bereichen (energetisch, ökonomisch und ökologisch) als sinnvoll dar und sollten unter Nutzung der zur Verfügung stehenden Fördermittel umgesetzt werden.

Energieberatung im Mittelstand

Die Energieberatung im Mittelstand für KMU bietet die Möglichkeit, eine Analyse über die Energieaufteilung im Unternehmen sowie erste konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den Bereichen Gebäudehülle, Gebäudetechnik, Produktion und Logistik zu erhalten. Die Energieberatung im Mittelstand kann unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 80% des Beraterhonorars gefördert werden.

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