Die ReNOB-Referenzen

Energieberatung im Mittelstand

Im Anschluss an eine Impulsberatung Material- und Energieeffizienz für einen Dienstleister im Bereich betreutes Wohnen erhielt ich den Auftrag einen Standort des Unternehmens im Rahmen einer, vom BAFA geförderten, "Energieberatung im Mittelstand" tiefergehend zu untersuchen.

Energiebilanz

Die folgenden Grafiken zeigen die Energieaufteilung des Unternehmens bzw. des Standorts. Die erste Grafik zeigt die übergeordnete Energiebilanz für den Energiebezug (Gesamtunternehmen), die zweite Grafik die Verteilung der Energie auf die zum Einsatz kommenden Anlagengruppen (betrachteter Standort). Beide Darstellungen zeigen die Aufteilung nach Energiemengen (zum Vergrößern bitte Bild anklicken). Beide Grafiken haben die Energiekosten als Basis.

Aufteilung Bezugsmengen des Unternehmens im Referenzjahr
Aufteilung Energiemengen nach Anlagengruppen des betrachteten Standorts im Referenzjahr

Wesentlichkeitsanalyse

Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt, dass das Gebäude, das Nutzerverhalten und mit Abstrichen die Technik einen großen Einfluss auf den Energiebedarf haben und diese Einflussgrößen für die Bereiche Strom- und Wärmeerzeugung betrachtet werden sollten. Die Anlagengruppen neben der Strom- und Wärmeerzeugung fallen von Ihrer Wesentlichkeit (deutlich) hinter diese ab, so dass hier eine untergeordnete Wesentlichkeit besteht, was dazu führt, dass eine Betrachtung hinsichtlich Effizienzen nachgelagert erfolgen sollte, sobald die Maßnahmen mit Bezug zur Strom- und Wärmeerzeugung definiert / umgesetzt sind (zum Vergrößern bitte Tabelle anklicken).

Wesentlichkeitsanalyse Energiemengen des betrachteten Standorts im Referenzjahr

gefundene Potenziale

  1. Gebäudehülle Hauptgebäude: Diese Maßnahme zielt auf eine Verbesserung der Gebäudehülle unter Berücksichtigung der Unternehmensvorgaben ab. Hierzu zählen in erster Linie die Dämmung der möglichen Flächen (Geschossdecke und Dachfläche) sowie ein Austausch der Fenster und Türen. Alternativ wird für die Fenster der Nordseite geprüft, wie sich ein Abdichten der Fenster und ein damit verbundener ordnungsgemäßer Abschluss der Einbauarbeiten wirtschaftlich darstellt. Die Veränderung der Bauphysik bietet die einzige Möglichkeit, dauerhaft den Nutzenergiebedarf zu senken und vom Wetter unabhängiger zu werden. Vor allem die Maßnahmen zur Reduzierung der Lüftungswärmeverluste sollten in Angriff genommen werden und zeigen sich gemäß Wirtschaftlichkeitsberechnung auch als die sinnvollsten Maßnahmen. Aus finanzieller Sicht langfristig am vorteilhaftesten ist die Dämmung der Dachfläche.

  2. Heizungsanlage Hauptgebäude: Die gesamte benötigte Wärme wird mittels eines Heizöl-Kessels erzeugt - erneuerbare Energien kommen nicht zum Einsatz. Der Heizöl-Kessel soll entweder gegen ein modernes Gerät getauscht, oder durch einen Kessel ersetzt werden, der einen anderen Energieträger verwendet. Zusätzlich soll geprüft werden, ob und wenn ja, inwieweit Solarenergie genutzt werden kann. Die Maßnahme zeigt verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Ergebnissen. So zeigt sich zwar ein finanzieller Vorteil für eine Anlage auf Basis von Heizöl und Erdgas - die wirtschaftliche Analyse zeigt aber, dass ein grundsätzlich eher riskante Investition vorliegt, wenn es keine zusätzlichen Maßnahmen zur Reduzierung des Nutzenergiebedarfs gibt. Wirtschaftlich wird die Maßnahme bzw. deren Varianten - sofern grundsätzlich möglich - erst ab einer Kapitalverzinsung von 7 - 8 %. Eine Einzelumsetzung ist möglich, eine Kombination mit Maßnahme 1 (Gebäudehülle Hauptgebäude) erscheint jedoch sinnvoll.
  3. Gebäudehülle Nebengebäude: Das Gebäude entspricht den Vorgaben der zum Zeitpunkt des Baus gültigen Wärmeschutzverordnung 1995 - dennoch sollen die Fenster und die Fassade hinsichtlich der Anforderungen an die Gebäudeteile Fenster und Fassade gemäß der aktuellen EnEV geprüft werden. Dies bedeutet einen Austausch der Fensterelemente und eine Anpassung der Fassade. Das Gebäude zeigt ein typisches Verhalten hinsichtlich Sanierungsmaßnahmen, auf Grund des Alters und des damit einhergehenden schon bestehenden Dämmstandards sind zum jetzigen Zeitpunkt weitere Verbesserungen nicht wirtschaftlich. Die Hauptgründe hierfür sind in erster Linie die hohen Sowieso-Kosten. Im Gegenzug stehen der hohen Investition geringe Einsparungen entgegen, welches der Tatsache geschuldet ist, dass das Gebäude einer Wärmeschutzverordnung entspricht, deren Vorgaben lediglich knapp 20 Jahre alt sind und somit kein großes Verbesserungspotenzial erlauben. Die Gebäudehülle und eine mögliche Modernisierung sollte nach Ablauf der Nutzungszeit der Fenster (also ab 2027) noch einmal geprüft werden.
  4. Heizungsanlage Nebengebäude: Derzeit erfolgt die Versorgung mit Wärme über einen Heizölkessel. Der Heizkessel soll durch einen modernen Kessel ersetzt werden. Analog zu Maßnahme 2 (Heizungsanlage Hauptgebäude) sollen alternative Energieträger geprüft werden. Grundsätzlich und unabhängig vom gewählten Energieträger führt die Modernisierung der Heizungsanlage zu einer finanziellen Einsparung. Die Entscheidung für bzw. gegen einen Energieträger sollte nicht losgelöst von der Entscheidung beim Hauptgebäude getroffen werden, da es zum Beispiel beim Gasanschluss eine zu Mitnahmeeffekten bei den Kosten kommen kann.
  5. PV-Anlagen: Eine Überprüfung der Dachflächen der auf dem Gelände befindlichen Gebäude ergab einen für das Unternehmen wirtschaftlichen Vorteil bei gleichzeitigem ökologischen Vorteil. Die Prüfung fand ohne Berücksichtigung einer möglichen solarthermischen Anlage statt.
  6. finale Empfehlung: Die geprüften Maßnahmen und deren Varianten lassen sich in Teilen gemäß der Auswirkung der Wechselwirkungen kombinieren. Die Empfehlung beinhaltet die Dachflächen und südseitigen Außentüren des Hauptgebäudes sowie die Heiztechnik beider Gebäude. Zusätzlich werden die sinnvollen Flächen des Hauptgebäudes und des Werkstattgebäudes mit PV-Anlagen belegt. Bei beiden Häusern werden Flachkollektoren für die solarthermische Anlage berücksichtigt.

Gesamtbewertung

Die Gebäudephysik bietet am Hauptgebäude ein hohes Potenzial, das Nebengebäude ist aus wirtschaftlicher Sicht zu jung. Dennoch kann es durch entsprechenden Einsatz neuer Heiztechnik unter Einbindung von Solaranlagen zu einer ökologisch wie auch ökonomischen Verbesserung kommen. Weitere Potenziale bei der Gebäudephysik sind durch soziale Gesichtspunkte der Arbeit leider (aber nachvollziehbar) ausgeschlossen, könnten jedoch zu einem späteren Zeitpunkt einer neuen Bewertung unterzogen werden.

Energieberatung im Mittelstand

Die Energieberatung im Mittelstand für KMU bietet die Möglichkeit, eine Analyse über die Energieaufteilung im Unternehmen sowie erste konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den Bereichen Gebäudehülle, Gebäudetechnik, Produktion und Logistik zu erhalten. Die Energieberatung im Mittelstand kann unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 80% des Beraterhonorars gefördert werden.

Energieberatung im Mittelstand

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