Die ReNOB-Referenzen

Kommunale Energieberatung

Im Rahmen einer, vom BAFA geförderten, "Kommunalen Energieberatung" erhielten zwei Kollegen und ich den Auftrag für die Untersuchung eines Kindergartens, der sich für die Reduzierung der Energiekosten interessierte. Im Kindergarten werden ca. 100 Kinder in vier Gruppen sowie in einer Krippe betreut. Das Gebäude hat einen Keller und das Erdgeschoss, wobei der Keller mehrheitlich nicht beheizt wird.

Energiebilanz

Die folgende Grafik zeigt die Energieaufteilung der KiTa auf die zum Einsatz kommenden Anlagengruppen. Die Darstellung zeigt die Aufteilung nach Energiemengen (zum Vergrößern bitte Bild anklicken).

Aufteilung Energiemengen nach Anlagengruppen des Restaurants im Referenzjahr

Wesentlichkeitsanalyse

Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt, dass (wie zu erwarten) das Gebäude und die eingesetzte Gebäudetechnik die größten Potenziale für eine Reduzierung des Energiebedarfes boten (zum Vergrößern bitte Tabelle anklicken).

Aufteilung Energiemengen nach Anlagengruppen des Restaurants im Referenzjahr

gefundene Potenziale

Gemäß der Wesentlichkeitsanalyse erfolgte die Suche nach einer wirtschaftlichen Maßnahme im Bereich der Gebäudehülle und der Heiztechnik. Zusätzlich wurde noch untersucht, inwieweit sich eine PV-Anlage wirtschaftlich darstellt:

  1. Gebäudehülle: Die Simulation des Gebäudes brachte eine relativ geringe Einsparung, was unter anderem auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Fassade Anfang der 1990er angebaut wurde. Unter finanziellen Aspekten zeigten sich sowohl die Fassade, als auch die Fenster & Türen sowie das Flachdach als zu jung, so dass im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsanalyse eine dyn. Amortisation (durch die BAFA als Methode gefordert) einen sehr hohen Wert ergab (> 100 Jahre).

  2. Heiztechnik: Die Heiztechnik wurde von Seiten der Verwaltung als möglicher Ansatz für eine Erneuerung genannt und ließ sich auch so vorfinden. Untersucht wurde ein Ersatz der aktuellen Heiztechnik sowie ein Umstieg auf Biomasse, wobei beide Varianten jeweils mit Einbindung von Solarthermie geprüft wurden. Alle Varianten zeigten sich wirtschaftlich in einem vertretbaren Maße, wobei der reine Austausch des Kessels die geringste Amortisation aufwies.
  3. PV-Anlage: Die PV-Anlage zeigte sich als wirtschaftlich, wenn auch nur sehr knapp unter dem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren (Zeitraum hohe Einspeisevergütung).
  4. finale Empfehlung: Als finale Empfehlung wurde unter Berücksichtigung aller Anforderungen und regionalen Maßnahmenpläne die Erneuerung der Heizungsanlage mit Umstieg auf Holzpellets unter Einbindung einer Solaranlage, sowie die Installation einer PV-Anlage geprüft. Es zeigte sich eine vertretbare dyamische Amortisation, die unter dem geprüften Betrachtungszeitraum von 18 Jahren lag. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die grundsätzlich eher schlechte Wirtschaftlichkeit der Pelletanlage durch die PV-Anlage quersubventioniert wird - in Summe dadurch ein akzeptables Ergebnis herauskommt.
  5. Alternative Neubau: Die Maßnahmen bewirken lediglich eine Reduzierung der Energiebezugsmengen bzw. eine Reduzierung der Energiekosten. Für eine Reduzierung des Nutzenergiebedarfes reichte es auf Grund der komplexen Baukonstruktion des Gebäudes nicht. Da sich neben diesem Fakt auch einige gestalterische Aspekte im Innern des Gebäudes als schwierig darstellten, könnte das Gebäude auch hinsichtlich eines Neubaues geprüft werden. Vor allem die vergleichsweise hohen Kosten für die Fassadenerneuerung könnten hier als Sowieso-Kosten angesetzt werden und ergäben bei einem Neubau eine wesentlich höhere Reduzierung des Nutzenergiebedarfes. Zusätzlich bietet ein Neubau die Möglichkeit der Integration von pädagogischen Lösungen, die derzeit nicht möglich sind.

Gesamtbewertung

Bedingt durch die Baukonstruktion ist eine hohe Reduzierung der Energiebezugsmengen nicht möglich und könnte lediglich durch einen Neubau erreicht werden, welcher wirtschaftlich durch die hohen Sowieso-Kosten der Fassadensanierung positiv dargestellt werden kann (rein bilanziell). So bleibt aktuell nur eine moderne Heiztechnik und die Integration einer PV-Anlage. Darüber hinaus lassen sich im Kleinen noch weitere Möglichkeiten zur Modernisierung von Anlagen finden, die in Teilen dann auch gefördert realisiert werden könnten.

Kommunale Energieberatung

Die Kommunale Energieberatung bietet die öffentlichen Einrichtungen die Möglichkeit, eine Analyse über die Energieaufteilung im Unternehmen sowie erste konkrete Vorschläge für Maßnahmen mit Bezug zum Gebäude zu erhalten. Die Beratung kann unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 80% des Beraterhonorars gefördert werden.

Kommunale Energieberatung

Kommunalrichtlinie

Die Kommunalrichtlinie ermöglicht es verschiedenen öffentlichen Einrichtungen Maßnahmen im Bereich der Stromeinsparung gefördert zu erhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitere Konzepterstellungen und Implementierungen von Managementsystemen gefördert zu bekommen.

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