BAFA-Förderprogramm Querschnittstechnologien

"Die Bundesregierung hat sich in ihren Beschlüssen vom 28. September 2010 und 6. Juni 2011 ambitionierte Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt. Diese wurden mit der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) am 3. Dezember 2014 bekräftigt. Um diese Ziele zu erreichen, hat sie einen Energieeffizienzfonds zur Förderung der rationellen und sparsamen Energieverwendung aufgelegt, auf dessen Grundlage unter anderem die Förderung hocheffizienter Querschnittstechnologien vorgesehen ist. Damit sollen die bestehenden Einsparpotentiale erschlossen und Ressourcen eingespart werden." (Webseite BAFA)[1]

Allgemeines zum Förderprogramm

Das Förderprogramm gliedert sich in zwei Förderstränge:

  • Einzelmaßnahmen

  • Optimierung technischer Systeme

Grundsätzlich wird die Investition in Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz durch den Einsatz hocheffizienter am Markt verfügbarer Querschnittstechnologie gefördert. Dies schließt auch eine Neuinvestition ein.

Einzelmaßnahmen

Möchte ein Unternehmen eine einzelne Anlage oder ein Aggregat ersetzen oder neu beschaffen, so kann es den Förderstrang Einzelmaßnahmen nutzen. Förderfähig sind Investitionen in folgende Techniken:

  • Elektrische Motoren und Antriebe

  • Pumpen für industrielle und gewerbliche Anwendung, soweit nicht in Heizkreisen von Gebäuden zur Versorgung mit Heizwärme und Warmwasser genutzt

  • Ventilatoren in lufttechnischen sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen

  • Drucklufterzeuger sowie Anlagen zur Wärmerückgewinnung in Drucklufterzeugungsanlagen

  • Wärmerückgewinnungs- bzw. Abwärmenutzungsanlagen in Prozessen

  • Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen

Optimierung technischer Systeme

Der zweite Förderstrang verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, weswegen eine Förderung mit einem Konzept eines zugelassenen Beraters verbunden ist[2]. Neben der Bezuschussung des Konzeptes selbst, werden folgende Techniken bezuschusst:

  • elektrische Motoren

  • Pumpen

  • raumlufttechnische Anlagen

  • Druckluftsysteme

  • Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung

  • Dämmung

Darüber hinaus ist es möglich, Planungs- und Installationskosten geltend zu machen. Das optimierte System muss eine Endenergieeinsparung von mindestens 25% im Vergleich zur IST-Situation des (Teil)Systems erzielen. Diese Mindesteinsparung ist durch Messungen nachzuweisen. Das Netto-Investitionsvolumen muss 20.000 EUR betragen.

Theoretisch kann, bei entsprechender Nutzung der vorgegebenen Technik auch die Investition in eine Produktionsanlage gefördert werden - dabei braucht es lediglich die Anforderungen an die Optimierung technischer Systeme zu erfüllen.

Zielgruppe

Das Förderprogramm richtet sich aktuell an kleine und mittelständische Unternehmen gemäß EU-Definition und an Nicht-KMU. Das Förderprogramm hat eher eine technische Zielgruppe, nämlich die Querschnittstechnologien. Grundsätzlich ist das Förderprogramm für die Unternehmen interessant, die aktuell eine Umstellung der förderfähigen Technologien planen, sofern der Kostenanteil der Querschnittstechnologien im Unternehmen eher zweitrangiger Natur sind. Mittels der Förderung kann eine entsprechende Erhöhung der internen Verzinsung der Investition erreicht werden. Sofern kein konkretes Vorhaben existiert, sollte in einem ersten Schritt eine ganzheitliche (ggf. geförderte) Beratung in Betracht gezogen werden.

Förderhöhe

Grundsätzlich unterliegen beide Förderstränge der De-minimis-Regelung, können aber auch nach Art. 38 der AGVO gefördert werden. Die Förderung erfolgt als nichtrückzahlbarer Zuschuss und wird nach Verwendungsnachweis überwiesen. Die maximale Förderung gemäß De-minimis liegt innerhalb von 2 Kalenderjahren bei 200.000 EUR. Dementsprechend kann die Förderung im Rahmen dieses Förderprogramms derart gekürzt werden, dass die maximale Fördersumme erreicht wird. Die Kosten für das Unternehmen müssen dabei nach Antragsstellung und vor Ende des Bewilligungszeitraums geleistet werden. Die Höhe der Zuwendung liegt für beide Förderstränge bei 30% für KMU und 20% bei Nicht-KMU. Kosten, die sich im Rahmen von Mieten oder Leasing anfallen, werden nicht als Investition gewertet und dementsprechend nicht gefördert.

Einzelmaßnahme
Die Fördersumme je Vorhaben ist auf 30.000 EUR begrenzt, wobei mit Vorhaben die Summe aller Einzelmaßnahmen gemeint ist.

Optimierung System
Die Fördersumme je Vorhaben ist auf 100.000 EUR begrenzt, für Vorhaben mit industriellen oder gewerblichen Pumpensystemen liegt die maximale Fördersumme bei 150.000 EUR, sofern die Investitionskosten mindestens 50.000 EUR betragen. Als Vorhaben gilt die Summe aller Maßnahmen zur Optimierung oder die Neuinstallation an einem Standort. Die Erstellung des Einsparkonzeptes kann mit bis zu 60% gefördert werden, maximal jedoch mit 3.000 EUR.

Ablauf Konzepterstellung

Der grundsätzliche Ablauf der Konzepterstellung basiert auf dem Ablauf eines Energieaudits und ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Darstellung Ablauf Konzepterstellung Querschnittstechnologien

Für das interessierte Unternehmen gibt es zwei Ansätze:

  1. es sind keine Maßnahmen bekannt

  2. es gibt ein konkretes Projekt

Variante 1 führt zu einem erheblich höheren Aufwand, da im Rahmen der Konzepterstellung das gesamte Unternehmen zuerst einmal nach möglichen Vorhaben untersucht werden muss. In diesem Fall entspräche das Vorgehen einem Energieaudit und könnte bei Erfüllung weiterer Vorgaben auch gefördert durchgeführt werden. Das Ergebnis wäre dann entweder eine Basis für die Konzepterstellung im Rahmen dieses Förderprogramms oder als verkürzter Bericht das Einsparkonzept für die Antragsstellung. Bei Variante 2 liegt die Tätigkeit nur auf dem Vorhaben und den damit verbundenen Technologien. Alle anderen Technologien werden nicht berücksichtigt.

Datenerfassung

Im Rahmen der Datenerfassung werden alle bekannten Daten mit Bezug zum Betrachtungsbereich erfasst. Dies sind neben den Energierechnungen vor allem die Geräte und Maschinen mit Energiebezug, deren Nutzungsparameter und die allgemeine Implementierung in das Unternehmen. Vorliegende Messdaten und Lagepläne sowie Schemata werden ebenfalls gesammelt.

Außeneinsatz

Im Rahmen des Außeneinsatzes begeht der Berater gemeinsam mit einem oder mehreren Mitarbeitern der Organisation den Standort und schaut sich entweder alle Bereiche oder nur die im Konzept betrachteten (Teil)Systeme an. Der erste Außeneinsatz dient meist einer allgemeinen Sichtung, um die vorliegenden Daten mit der realen Situation vor Ort zu vergleichen. Im Rahmen des Außeneinsatzes entscheidet der Berater, welche Bereiche bzw. Anlagenteile im Nachgang noch einmal genauer untersucht werden sollten. Auch kann bestimmt werden, wo und wie noch einmal Messungen zur Erhebung von Daten zu erfolgen haben.

Analyse

Mit den Informationen aus der Datenerfassung und den Erkenntnissen des Außeneinsatzes erfolgt durch den Berater die Analyse und der Versuch, entweder erste konkrete Einsparkonzepte zu identifizieren oder die konkrete Bestimmung des Einsparpotenzial des Vorhabens. In Abhängigkeit von der Datenlage erfolgt in diesem Schritt die Planung weiterer Datenerhebungen (durch Organisation und/oder Berater) sowie weiterer Besuche am Standort. Die Analyse inkl. weiterer Datenerhebungen und Außeneinsätze wird solange fortgesetzt, bis der Berater alle notwendigen Informationen vorliegen hat, um die Ausgangssituation und die Einsparungen gem. Fördervorgabe darstellen zu können. In diesem Zusammenhang können bereits Investitionen in Messtechnik notwendig werden.

Konzepterstellung, Abschlussbesprechung und Förderantrag

Der Berater erstellt das Konzept für die Beantragung der Förderung. Anschließend erfolgt noch eine Abschlussbesprechung und die Beantragung der Förderung. Die Beantragung kann durch den Berater unterstützt werden, indem dieser eine Vollmacht vom Unternehmen erhält. Auf diese Art und Weise kann die Kommunikation zum Antrag und zum Verwendungsnachweis direkt zwischen BAFA und Berater erfolgen. Grundsätzlich kann direkt mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen werden, sobald der Antrag gestellt wurde. Die Umsetzung ist nicht von der Bewilligung abhängig.

Zeitaufwand

Für ein Unternehmen mit einer konkreten Idee ergibt sich ein ungefährer Aufwand von ca. 25 - 30h für einen Standort. Sofern der Standort hinsichtlich konkreter Möglichkeiten für förderfähige Konzepte untersucht werden soll, so ergibt sich ein Zeitaufwand von 30 - 40h. Andere Zeitaufwände sind jedoch möglich und müssen im Einzelfall konkret kalkuliert werden.

Fragen oder Interesse?

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