BAFA-Förderprogramm Wärmenetze 4.0

Das BAFA-Förderprogramm "Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0" ist eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur, mit der nicht nur Einzeltechnologien und -komponenten, sondern Gesamtsysteme gefördert werden. Die zu fördernden Wärmenetze werden sich durch hohe Anteile erneuerbarer Energien, die effiziente Nutzung von Abwärme und ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau im Vergleich zu klassischen Wärmenetzen auszeichnen. (Webseite BAFA)[1]

Allgemeines zum Förderprogramm

Das Förderprogramm gliedert sich in zwei Module:

  • Machbarkeitsstudien

  • Realisierung des Wärmenetzes

Das BAFA fordert vor der Realisierung eines Wärmenetzes einen Nachweis über die Wirtschaftlichkeit des Netzes. Der Nachweis ist entsprechend von Anforderungen an die Machbarkeitsstudie zu erbringen. Nach erfolgtem Wirtschaftlichkeitsnachweis wird das Wärmenetz finanziell bei der Umsetzung unterstützt.

Zielgruppe

Das Förderprogramm richtet sich sämtliche Unternehmen inkl. Ingenieurbüros und Projektentwickler. Ebenso an Gemeinden, Städte und Landkreise, sowie kommunale Betriebe, kommunale Zweckverbände, eingetragene Vereine und eingetragene Genossenschaften. Ein Antrag kann auch durch ein Konsortium, das aus verschiedenen Akteuren besteht, beantragt werden.

Förderhöhe

Machbarkeitsstudie
Sofern die Machbarkeitsstudie durch einen Experten mit entsprechender Expertise erstellt wurde, kann der Auftraggeber einen Zuschuss in Höhe von 60 % (sofern KMU) bzw. 50 % (sofern kein KMU) erhalten - die maximale Fördersumme ist mit 600.000 EUR begrenzt. Nach Zuwendungsbescheid muss die Studie innerhalb von 12 Monaten erstellt sein.

Realisierung des Wärmenetzes
Basis für die geförderte Realisierung eines Wärmenetzes ist die Existenz eines Wirtschaftlichkeitsnachweises in Form einer Machbarkeitsstudie. Die maximale Fördersumme ergibt sich aus einer Grundförderung, einer Nachhaltigkeitsprämie, einer Kosteneffizienzprämie sowie einer Innovationsförderung.

Grundförderung

Die Grundförderung beträgt für KMU 30 %, für alle anderen Antragsteller 20 %. Ist das KMU als Antragssteller Teil eines Konsortiums, so liegt die Grundförderung bei 20 %.

Nachhaltigkeitsprämie

Ab einem Anteil an Wärme von 50 % aus erneuerbaren Energien erhält der Antragsteller eine weitere Förderung. Diese richtet sich nach der Überschreitung der 50 %-Grenze. Je Prozentpunkt wird ein Aufschlag von 0,2 %-Punkten gewährt, so dass bei einer Wärmeherkunft von 100 % aus erneuerbaren Energien eine zusätzliche Förderung in Höhe von 10 % möglich ist.

Kosteneffizienzprämie

Vereinbaren der Endkunde und der Wärmelieferant eine Laufzeit von mindestens 5 Jahren für zugesicherte, günstige Vollwärme-Lieferpreis, so erhöht sich die Förderung um weitere 10 %-Punkte. Hierbei erhöht sich die Förderung um 0,2 %-Punkte je 0,1 ct, die der Wärmepreis unter 10 ct/kWh liegt und ist somit auf 10 % begrenzt.

Einzelkompontenten aus Forschung

Als zusätzliche Förderung können innovative Komponenten oder Verfahren die maximale Förderquote auf 65 % (Nicht-KMU) bzw. 75 % (KMU) erhöhen.

Anforderungen an das Wärmenetz

An das Wärmenetz werden gemäß der Ausrichtung des Förderprogramms Anforderungen gestellt, ohne deren Erfüllung die Förderung ausgeschlossen ist. Diese sind in Kürze:

  • Der Anteil an erneuerbaren Energien muss mindestens 50 % betragen, wobei der Anteil von Biomasse maximal 50 % betragen darf.

  • Der Bruttopreis für die gelieferte Wärme darf nicht höher als 12 ct/kWh brutto sein.
  • Es müssen mindestens 100 Abnehmer an das Wärmenetz angeschlossen sein. Es müssen darüber hinaus mindestens 3 GWh an Wärmemenge zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Vorlauftemperatur des Netzes darf 95 °C nicht überschreiten, die Rücklauftemperatur 20 °C nicht unterschreiten. Bei Unterschreitung muss eine Einsparung von CO2 nachgewiesen werden, wodurch Eisspeicher eingesetzt werden können.
  • Das Wärmenetz muss über einen saisonalen Wärmespeicher verfügen.
  • Wärmeproduzierende Stromnutzer (z. B. Wärmepumpen) oder -erzeuger (z. B. Brennstoffzellen) müssen für den Einsatz im Rahmen eines automatisierten strommarkt- und netzdienlichen Betriebs über eine entsprechende Schnittstelle zum öffentlichen Netz verfügen.

Zeitlicher Verlauf

Für den Zeitraum bis 31.12.2020 können Machbarkeitsstudien und bei Vorliegen dieser auch die Realisierung des Wärmenetzes beim BAFA beantragt werden. Für die Durchführung der Realisierung hat der Antragsteller 4 Jahre Zeit. Auch eine schrittweise Realisierung ist möglich.

Fragen oder Interesse?

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