EU-Empfehlung Definition KMU

Die Definition eines KMUs gehört mit zu den wichtigsten Punkten im Bereich von Subventionen/Beihilfen, aber auch wenn es darum geht, ob Gesetze gelten. Als Beispiele seien das BAFA-Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand", die Durchführung eines Energieaudits gem. EDL-G und die Erfüllung des CSR-RUG genannt. Die drei Beispiel zielen auf eine spezielle Unternehmensgruppe ab und die Unternehmen stehen in der Verpflichtung entsprechende gesetzliche Vorgaben selbstständig zu erfüllen bzw. müssen die Vorgaben erfüllen, um in den Genuss einer Förderung zu kommen. Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Erläuterung, wie Sie selbst entscheiden können, ob auch Sie ein KMU sind oder zu den Nicht-KMU gehören.

Allgemeine Aufteilung

Die EU empfiehlt primär die Definition eines KMUs[1]. Es besteht also in erster Linie die Möglichkeit zu prüfen, ob der Status des KMUs vorliegt. Sollte mindestens eine Vorgabe nicht erfüllt und somit nicht der KMU-Status vorliegen, dann ergibt sich für das prüfenden Unternehmen automatisch der Status Nicht-KMU.

Dabei geht die Empfehlung von 0 Mitarbeitern und 0 EUR Umsatz/Jahresbilanzsumme aus und erhöht jeweils die Parameter. Solange entsprechende Werte nicht überschritten sind, liegt eine Definition gemäß folgender Reihenfolge vor:

  1. Kleinstunternehmen

  2. Kleines Unternehmen
  3. Mittleres Unternehmen
  4. Großes Unternehmen

Große Unternehmen gehören definitionsgemäß nicht zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und sind somit Nicht-KMU.

Aufschlüsselung der Anforderungen

Die Anforderungen zu Kategorisierung ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

Größe Vollzeitmitarbeiter Umsatz in EUR/a Bilanzsumme in EUR/a
kleinst max. 9 max. 2 Millionen max. 2 Millionen
klein max. 49 max. 10 Millionen max. 10 Millionen
mittel max. 249 max. 50 Millionen max. 43 Millionen

Für die Definition muss:

  • die Mitarbeiterzahl und

    1. der Umsatz oder

      die Bilanzsumme

einer Kategorie zugeordnet werden können.

Beispiele

Im Folgenden sei für jede Kategorie ein fiktives Beispiel genannt:

  1. Mitarbeiter 5, Umsatz 1,5 Millionen EUR, Bilanzsumme 1,3 Millionen EUR: Kategorie Kleinstunternehmen, da alle drei Werte die jeweiligen Grenzen unterschreiten

  2. Mitarbeiter 47, Umsatz 12 Millionen EUR, Bilanzsumme 9 Millionen EUR: Kategorie kleines Unternehmen, da die Anzahl der Mitarbeiter und die Bilanzsumme unter dem jeweiligen Grenzen liegen. Der Umsatz liegt zwar über dem Grenzwert - für die Definition muss aber lediglich ein finanzieller Wert unter dem Grenzwert liegen. In diesem Fall liegt die Bilanzsumme drunter und damit ist die Gesamtanforderung erfüllt.

  3. Mitarbeiter 160, Umsatz 49 Millionen EUR, Bilanzsumme 44 Millionen EUR: Kategorie mittleres Unternehmen, da die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz unter dem jeweiligen Grenzen liegen. In diesem Beispiel liegt die Bilanzsumme über dem Grenzwert - aber auch hier muss für die Definition lediglich ein finanzieller Wert unter dem Grenzwert liegen und dies ist in diesem Fall der Umsatz, weswegen auch hier die Gesamtanforderung erfüllt ist.

  4. Mitarbeiter 252: Die Mitarbeiterzahl liegt über der Grenze von 249 Mitarbeiter. Damit ist bereits durch die Mitarbeiterzahl ein Kriterium nicht erfüllt und das Beispiel stellt ein Nicht-KMU dar - unabhängig von Umsatz und Bilanzsumme.

  5. Mitarbeiter 160, Umsatz 51 Millionen EUR, Umsatz 42 Millionen EUR: In diesem Beispiel liegt die Mitarbeiterzahl unter dem Grenzwert. Da aber Umsatz und Bilanzsumme über dem jeweiligen Grenzwert liegen, wird die Anforderung an ein KMU (hier mittleres Unternehmen) nicht erfüllt - auch hier liegt also ein Nicht-KMU vor. Ergänzung: Sollte einer der beiden Werte für Umsatz oder Bilanzsumme unter den Grenzwert fallen (wie im Beispiel 3), haben wir ein mittleres Unternehmen, also ein KMU.

Verbund- und Partnerunternehmen

Soviel zum einfachen, übergeordneten Teil der Definition, denn oftmals ist ein Unternehmen gesellschaftsrechtlich nicht zu 100% eigenständig, sondern Teil eines Verbunds oder hat Partner. Für eine Komplettbetrachtung, wie es zum Beispiel das EDL-G fordert, muss ein (Einzel-)Unternehmen immer ALLE Unternehmen im Verbund und Partnerunternehmen in die Bestimmung der Werte für Mitarbeiter und Umsatz bzw. Bilanzsumme einfügen. Das bedeutet konkret, dass ein Unternehmen, welches für sich betrachtet als KMU gilt zu einem Nicht-KMU wird, weil es eine Mutter/Tochter hat, die weitere Zahlen ins Spiel bringt, so dass beide Unternehmen zusammen plötzlich die Grenzwerte für ein mittleres Unternehmen derart überschreiten (obiges Beispiel 4 oder 5), dass ein Nicht-KMU vorliegt. Generell muss bei der Prüfung des eigenen Status für die Bestimmung der maßgeblichen Werte folgende Grundfragen geklärt werden:

  • Bin ich ein eigenständiges Unternehmen?

  • Bin ich ein Verbundunternehmen?
  • Bin ich ein Partnerunternehmen?

Die Antwort auf die Frage führt automatisch dazu, ob und welche anderen Unternehmenszahlen ich mit berücksichtigen muss. Für ein eigenständiges Unternehmen kommen nur die eigenen Zahlen zum Tragen. Ein Verbundunternehmen (Tochter und/oder Mutter vorhanden) müssen in Abhängigkeit vom Anteil die Zahlen der Tochter- bzw. Mutterunternehmung mit berücksichtigt werden. Hinzu kommen dabei aber auch noch die Partnerunternehmen des eigenen und der verbundenen Unternehmen hinzu. Ein Partnerunternehmen selbst braucht lediglich die Zahlen der Verbundunternehmen des Partnerunternehmens zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Die Zahlen der Partner- und Verbundunternehmen sind quotal gemäß Anteil zu berücksichtigen - bei gegenseitigen Anteil wird der größere Anteil in die Rechnung einbezogen

Herausforderung für Unternehmen

Verwirrt? Kein Problem, das ist durchaus beim ersten Lesen normal - vor allem durch die Einbindung von Verbund- und Partnerunternehmen ergeben sich höhere Zahlen, als es die eigene Wahrnehmung ergibt - vor allem, wenn es sich um weltweit agierende Unternehmen handelt, die mit dem eigenen Unternehmen verbunden sind. Gerne helfe ich Ihnen beim entwickeln Ihrer Zahlen, um zu prüfen, welchen Unternehmensstatus zu haben. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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