Leitfäden Contracting

Contracting zählt zu den Grundfinanzierungsarten, die Unternehmen und kommunalen Organisationen zur Verfügung stehen, um Maßnahmen (zum Beispiel zur Effizienzerhöhung) umzusetzen. Es ähnelt dem Leasing, unterscheidet sich aber natürlich auch in wesentlichen Punkt. Contracting kommt im Wesentlichen im Bereich der Energietechnik vor, hier vor allem bei den Techniken, die im Rahmen der DIN V 18599 behandelt werden. Die dena und der VfW haben jeweils eigene Leitfäden entwickelt, die sich in nur wenigen Einzelheiten unterscheiden.

Grundsätzlich lässt sich ein Contracting auch für Maschinen realisieren, dies steckt jedoch in den Kinderschuhen, stellt für produzierende Unternehmen aber durchaus auch eine interessante Möglichkeit dar, ihre Material- und Energieeffizienz zu erhöhen, ohne große finanzielle Aufwendungen realisieren zu müssen.

Grundprinzip Contracting

Das Grundprinzip von Contracting basiert darauf, dass eine Investition in eine Anlage nicht durch diejenige Organisation (öffentlich oder privatwirtschaftlich) durchgeführt wird, die letztlich die Anlage bzw. das in der Anlage erzeugte Gut nutzt. Stattdessen, wird ein Vertrag mit einem anderen, externen Unternehmen abgeschlossen. Dieses externe Unternehmen plant, realisiert und betreibt die Anlage. Die Nutzungsart der Anlage unterscheidet sich in die zwei Varianten:

  • Einspar-Contracting

  • Liefer-Contracting

Einspar-Contracting

Beim Einspar-Contracting wird die betreffende Anlage installiert, um eine Einsparung für die Organisation zu erzielen. Die Höhe der Einsparung wird zwischen der Organisation und dem Contractor vertraglich vereinbart. Dies bedeutet, dass die Organisation eine Mindesteinsparung garantiert bekommt. Als Basis für die Bestimmung der monetären Einsparung dient ein Referenzjahr ("Baseline"). Der Contractor refinanziert sich die Investition, indem die Organisation, welche die Technik nutzt, monatlich einen vereinbarten Betrag zahlt. Nach der Vertragslaufzeit geht die Technik entweder in den Besitz der Organisation über oder es wird ein neuer Vertrag abgeschlossen. Der Clou (für den Contractingnehmer) an dieser Contractingart ist die garantierte Einsparung. Ist die reale Einsparung geringer als die vertraglich vereinbarte, so zahlt der Contractingnehmer dennoch nur die vereinbarte Rate, der Contractor bleibt auf den restlichen Kosten sitzen. Damit hat der Contractor ein Eigeninteresse an der Erreichung der vertraglich vereinbarten Einsparung. Weitere Einsparungen werden meist zwischen Contractingnehmer und Contractor aufgeteilt.

Liefer-Contracting

Im Gegensatz zum Einspar-Contracting geht es beim Liefer-Contracting nicht so sehr um die Einsparung an sich. Stattdessen wird der Contractor mit dem Betrieb einer Anlage beauftragt. Diese Anlage kann zum Beispiel, Wärme, Strom oder andere Medien, aber auch ein konkretes Produkt erzeugen/herstellen. Das Medium/Produkt verkauft der Contractor dann an den Contractingnehmer. Ein klassisches Beispiel sind hier die Beleuchtungs- oder die Heizungsanlage. Im ersten Fall bezahlt der Contractingnehmer den Contractor dafür, dass dieser ihm Licht zur Verfügung steht, im zweiten Beispiel geht es um die Wärmelieferung. Prinzipiell lässt sich dieses System auf viele Energiearten ausweiten, theoretisch ist auch eine Lösung im Bereich der Produktion möglich. Auch diese Form des Contractings führt für die Organisation im Normalfall zu einer (spezifischen) Einsparung.

Leitfäden zum Contracting

Für den Einsatz im Bereich Energie haben die Deutsche Energieagentur (dena)[1] und der Verband für Wärmelieferung (VfW)[2] unabhängig von einander Leitfäden zum Einsatz von Contracting veröffentlicht, welche sich in Details unterscheiden, im Prinzip aber in die gleiche Richtung laufen.

Herausforderung für Unternehmen

Das Problem für Organisationen ist die Frage, ob sich Contracting wirklich lohnt oder ob eine Eigenfinanzierung die bessere Wahl ist. Vor allem im kommunalen Bereich liegt jedoch häufig eine Finanzierungsproblematik vor (leere Kassen), so dass hier Contracting eine interessante Investitionsvariante für (Energie)Einsparmaßnahmen darstellt - teilweise gelten Contractingverträge nicht als Kredit und können daher umgesetzt werden.

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