Deutscher Industrie 4.0 Index

Die Staufen AG[1] befragt seit 2014 jährlich Unternehmen zum Thema Industrie 4.0 und erstellt daraus einen Index, der als Maß für die digitale Transformation angesehen werden kann.

Entwicklung des Index

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Index. Wie erkennbar ist, gab es bis 2016 eine deutliche Steigerung, anschließend verflachte die Steigerung und ist für 2018 fast als stagnierend zu bezeichnen.

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Index 16 30 35 41 42

Wie weit ist Ihr Unternehmen auf dem Weg zur Smart Factory?

Wir haben uns noch nicht konkret damit beschäftigt!

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Anteil in % 34 19 15 8 9

Das Thema befindet sich bei uns in der Beobachtungs- und Analysephase!

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Anteil in % 39 36 33 24 24

Das Thema befindet sich bei uns in der Planungs- und Testphase!

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Anteil in % 6 5 9 14 8

Wir verfolgen operative Einzelprojekte in Sachen Industrie 4.0!

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Anteil in % 14 31 33 41 43

Industrie 4.0 wird bei uns umfassend operativ umgesetzt!

Jahr 2014 2015 2016 2017 2018
Anteil in % 1 4 7 7 9

Fazit 2018

"Industrie 4.0 ist ohne Zweifel in den deutschen Unternehmen angekommen. Deutlich mehr als die Hälfte hat bereits praktische Erfahrungen gesammelt, zahlreiche weitere werden in absehbarer Zeit folgen. Etwas langsamer entwickelt sich die digitale Transformation im Bereich des Kundengeschäfts. Auch 2018 liegt der Fokus der Betriebe auf den eigenen Abläufen und Prozessen. Die Effizienz soll mit neuen technologischen Ansätzen gesteigert und die Transparenz verbessert werden. Doch nach und nach steigt das Bewusstsein für die echten Möglichkeiten von Industrie 4.0. Produkte werden zunehmend mit digitalem Zusatznutzen versehen und Softwarelösungen treten neben den physischen Gütern ins Portfolio.

Am Ziel angelangt ist man aber noch lange nicht. Nach wie vor sind nur wenige Betriebe echte Smart Enterprises. Auch bei der Suche nach neuen Geschäftsmodellen auf der Basis der digitalen Transformation gibt es noch viel zu tun - gerade dort liegt das große Wertschöpfungspotenzial. Die Zeit drängt, denn einzelne Vorreiter beginnen bereits damit, sich diese attraktiven Geschäftsfelder zu erschließen. Dabei sind es nicht nur neue Wettbewerber aus dem IT-Umfeld, sondern auch Vertreter aus den eigenen Reihen, die vorpreschen. Es liegt vor allem an den Führungskräften, ihre Unternehmen für diesen Technologiewettlauf zu rüsten. Sie müssen ihre Mitarbeiter für die digitale Transformation begeistern und ihnen die Ängste nehmen, denn klar ist: Letztlich werden die Menschen den Wandel vorantreiben, nicht Maschinen. Das hat auch die Mehrheit der Unternehmen bereits verinnerlicht."

Fazit 2017

"Noch stärker als in früheren Jahren unterstreicht die Studie allerdings auch, dass die große Herausforderung von Industrie 4.0 nicht die technologische Seite ist. Hier kommen die Unternehmen spürbar voran. Umso deutlicher zeigt sich die Schere zwischen neuem Technikverständnis und altem Denken. Die Geschwindigkeit der digitalen Transformation wird zudem ganz erheblich unterschätzt.

Nachholbedarf besteht in Deutschland vor allem in den Organisationsstrukturen und der Unternehmenskultur. Es fehlt offenbar noch an der Erkenntnis, dass ein agiles, innovatives Unternehmen auch eine entsprechende Organisation benötigt. Vereinzelt haben Unternehmen diese Notwendigkeit erkannt, doch von der Implementierung agiler Methoden als Kern eines neuen Selbstverständnisses ist man vielerorts noch erheblich entfernt.

Der Mut und die Bereitschaft zum generellen Umdenken werden am Ende darüber entscheiden, ob ein Unternehmen langfristig das Tempo der digitalen Transformation mitgehen kann."

Fazit 2016

"Die Ergebnisse dieser Studie zeigen einen ungebrochenen Trend in Richtung Industrie 4.0. Gerade in den Bereichen außerhalb der Produktion sind die Unternehmen ein gutes Stück vorangekommen. Die Mehrheit erwartet weiterhin wirtschaftliche Erfolge mit der nächsten Digitalisierungsstufe.

Gleichzeitig aber ist nach der ersten Pionierphase etwas Realismus eingekehrt. Die Unternehmen haben erkannt, dass sich nicht jede Veränderung in der zunächst erwarteten Geschwindigkeit umsetzen lässt. Als größtes Hindernis kristallisiert sich dabei weit weniger die technologische Seite heraus. Sondern es sind die Menschen, die noch nicht auf die smarte Wirtschaftswelt vorbereitet sind, wie die Studie belegt.

Vor allem fehlendes Wissen und mangelnde Qualifikation auf Seiten der Führungskräfte werden zur Bremse. Erst wenn diese den Wandel bewältigt haben und vom Verwalter von Beständen und Mitarbeitern zu Managern werden, die Innovationsbereitschaft vorleben und Begeisterung für den Wandel entfachen, wird Industrie 4.0 Unternehmen erfolgreich verändern."

Fazit 2015

"Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass sich im vergangenen Dreivierteljahr seit der ersten Erhebung des "Deutschen Industrie 4.0 Index" enorm viel bewegt hat. Immer mehr deutsche Unternehmen verlassen ihren Beobachtungsposten und machen sich ganz konkret auf den Weg zur intelligenten Fabrik. Dabei wenden sie bewährte Lean-Prinzipien an, die die Basis dafür schaffen, dass dieser Weg erfolgreich beschritten werden kann. Parallel dazu schaffen sie das passende Umfeld, indem sie die Rolle ihrer Führungskräfte neu justieren."

Interpretation des Studienergebnisses

In Summe bleibt Digitalisierung mit mehr Ängsten versehen - Unternehmen setzen lieber auf traditionelle Vorgehensweisen. Diese sind bekannt und können gut umgesetzt werden. Vor allem aber junge dynamische Unternehmen, die sich auf die Möglichkeiten der Digitalisierung einlassen, können hier zu ungeahnter Konkurrenz werden, was kurzfristig auch eine Bedrohung für die Unternehmensexistenz darstellen kann. Spannend und auch bezeichnend ist die Predictive Maintenance - hier zeigt sich die Scheu, sich mit neuen Methoden auseinander zu setzen. Zum Einen sicherlich, weil es natürlich erst einmal Geld und Zeit kostet. Zum Anderen fehlen in der Breite aber auch ausreichend Praxisbeispiele, Berater mit Erfahrung und Berechnungen, anhand derer sich Nachweise für die Tauglichkeit ablesen lassen.

Herausforderung für Unternehmen

Aktuell ist es wichtig, dass sich Unternehmen darüber im Klaren sind, dass sich ihr Geschäft durch die Digitalisierung verändern wird bzw. positiv ausgedrückt, dass sie selbst ihr Geschäft mittels Digitalisierung verändern/erweitern können. Hierfür sollten Unternehmen beginnen, in einem ersten Schritt branchenspezifisches Wissen rund um die Digitalisierung aufzubauen. Auch sollte Digitalisierung in Summe auf das eigene Geschäft hin untersucht werden, um mögliche (digitale) Konkurrenz zu definieren, woraus sich ggf. auch eigene neue Produkte entwickeln lassen. Es muss also eine regelmäßige Markt- / Megatrendanalyse durchgeführt werden. Damit verbunden können Weiterbildungsmaßnahmen oder die Neueinstellung von neuen Mitarbeitern einhergehen (Stichwort Fachkräftemangel). Jetzt ist aber noch Zeit. Mit jedem Tag wird der zeitliche Spielraum jedoch kleiner und damit steigt die Gefahr, dass ein Unternehmen kurzfristig etwas machen muss - und wenig Zeit ist selten ein guter Ratgeber. Regelmäßig eine kleine Zeit investieren bringt Unternehmen mehr Sicherheit, gut für die Zukunft gerüstet zu sein.

Für weitere Informationen Ihrer Möglichkeiten stehe ich Ihnen gerne mit einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

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