BfEE-Analyse zu branchenspezifischen Preisen und Nachfrage Energiemanagement

Die Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE)[1] ist für die Beobachtung und Bewertung des Marktes für Energiedienstleistungen, Energieaudits und andere Energieeffizienzmaßnahmen gesetzlich verantwortlich. Jährlich erstellt es als empirische Grundlage für die Weiterentwicklung von Maßnahmen den Markt in den Bereichen Energieberatung und - audit sowie Energiemanagement und Contracting hinsichtlich Preisen und Nachfrage sondiert und stellt die Ergebnisse unterschiedlicher Dienstleistungen und Produkte zum Energiemanagement für KMU vor.

Daten und Methodik

Die Grundlage für die Studie bildet die Befragung von Anbietern von Energiedienstleistungen sowie Unternehmen, Privathaushalten und öffentlichen Institutionen. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der befragten Institutionen.

Institution
2018
2017
2016
Anbieter Dienstleistung
1.259
1.598
1.700
KMU/Unternehmen
2.750
2.750
3.001
Privathaushalte
3.000
3.000
3.000
öffentlich
470
k. A.
k. A.

Ziel dieser Studie ist die Beobachtung und Bewertung des Marktes für Energiedienstleistungen. Hierzu wurden Indikatoren den Zielen der Studie zugeordnet. Um diese Indikatoren zu erfassen, wurde ein Methodenmix angewandt:

  • Literatur- und Dokumentenanalysen,

  • die Erfassung qualitativer Informationen über leitfadengestützte Experteninterviews,
  • die Erhebung empirischer Daten über standardisierte Befragungen durch Telefoninterviews und einen Online- Fragebogen

Marktvolumen

Der Markt für Energiedienstleistungen kann in drei Segmente aufgeteilt werden. Die folgende Tabelle listet die historischen Marktvolumina im Bereich der Energiedienstleistungen auf.

 
Einheit
2018
2017
2016
Energieberatung
Mio. EUR
ca. 370 - 402
ca. 790 - 850
ca. 470 - 520
Energiecontracting
Mrd. EUR
ca. 7,2 - 8,6
ca. 7,7
ca. 7,2 - 8,4
Energiemanagement
Mio. EUR
ca. 466
ca. 435
ca. 200
Gesamt
Mrd. EUR
8,0 - 9,5
8,9 - 9,0
7,9 - 9,1

Energieberatung

Das Marktvolumen der Energieberatung wird neben weiteren Faktoren in erster Linie durch die Anzahl der in Deutschland tätigen Energieberater bestimmt. Da es jedoch kein gesetzlich einheitliches Berufsbild für diese Tätigkeit gibt, sind alle Daten immer als Schätzung anzusehen.

In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Beratungshonorare, Zeitaufwände und die sich daraus ergebenden durchschnittlichen Stundensätze.

Beratungsform
2018
2017
Energieaudit gem.
DIN EN 15247
Honorar
Zeitaufwand
Stundensatz
[ EUR ]
[ h ]
[ EUR/a ]
6.676,1
50,4
132,5
7.400
k. A.
k. A.
Energieberatung
Nicht-Wohngebäude
Honorar
Zeitaufwand
Stundensatz
[ EUR ]
[ h ]
[ EUR/a ]
3.482,2
30,5
114,0
3.900
k. A.
k. A.
Energieberatung
Anlagen/
Produktion
Honorar
Zeitaufwand
Stundensatz
[ EUR ]
[ h ]
[ EUR/a ]
6.076,8
40,8
148,8
10.900
k. A.
k. A.
Vor-Ort-Beratungen
Honorar
Zeitaufwand
Stundensatz
[ EUR ]
[ h ]
[ EUR/a ]
1.102,1
13,8
79,9
2.500
k. A.
k. A.

Energiecontracting

Die Studie bezieht sich in großen Teilen auf die Mitgliederumfrage des VfW, auf welche an dieser Stelle ebenfalls verwiesen wird.

VfW Mitgliederzahlen in der Wissensdatenbank

Energiemanagement

Die Anzahl von Anbietern Energiemanagement-Dienstleistern ist aufgrund vieler kleinerer Anbieter (vor allem Energie- und Ingenieurbüros - schwierig zu beziffern. Es zeigt sich, dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Unternehmenstypen sich mit dem Thema Energiemanagement und sich daraus direkt ableitbaren Tätigkeiten beschäftigen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Grundgesamtheit an Anbietern.

Jahr
Anbieter
2018
905
2017
1.100
2016
3.627

Das Marktvolumen kann nach den Themen zum Energiemanagement unterschieden werden. Die folgende Tabelle listet zum einen die unterschiedlichen Dienstleistungen, aber auch die dazugehörigen durchschnittlichen Honorare auf. Die Werte gelten für die Anbieterseite (in Klammern stehen die Honorare auf Anfrageseite). Alle Honorarangaben sind in EUR.

Dienstleistung
2018
2017
2016
Einführung von EnMS
10.708 (10.516)
11.571 (9.585)
k. A.
Energie-Controlling
5.604 (18.793)
k. A.
k. A.
Zertifizierung EnMS
5.908 (15.213)
11.540 (11.889)
k. A.
Zertifizierung gem. SpaEfV
1.799 (6.533)
k. A.
k. A.
Validierung EnMS
4.840 (7.733)
k. A.
k. A.
Re-Zertifizierung EnMS
3.869 (13.813)
4.006 (5.094)
k. A.

Die Ersteller der Studie interpretieren die angegebenen Preise derart, dass die Honorare für die Unternehmen grundsätzlich überwiegend angemessen sind.

Fazit 2016

Zum Einen lässt sich feststellen, dass die Preise innerhalb und über die Clustergrenzen hinweg sehr unterschiedlich ausfallen. Gleiches lässt sich auch für die Nachfrage feststellen. Vor allem KMU aus dem energieintensiven Sektor sind eher bereit eine externe Beratung zu beauftragen und sich mit dem Thema Energiemanagement zu beschäftigen. Im Branchencluster Hotel zeigt sich hingegen eine hohe Nachfrage an externen Dienstleistungen zum Energiecontrolling. Darüber hinaus zeigt sich anhand der Vergleiche zwischen Beratung und Anträgen für Messeinrichtung, dass die Inanspruchnahme von EnM-Dienstleistungen nicht immer mit dem Interesse an Energieeffizienz zusammenfällt. Je höher das allgemeine Interesse an einer Umsetzung im Bereich von Einsparpotenzialen ist, desto eher scheint der Antrieb zu sein, sich ohne externe Unterstützung mit dem Thema zu beschäftigen. Dies trifft häufig für Unternehmen zu, die genügen Kapital und Fähigkeiten besitzen, sämtliche Teilaspekte eines Effizienzprojekts selbst durchführen zu können.

Die Investition in Messtechnik ist eine sehr hohe Hürde. Nur wenn Unternehmen annehmen, dass sich diese Investition in Form von hohen Einsparungen lohnen, werden die Investitionen in ein vollumfängliches Energiemanagementsystem getätigt. Ansonsten werden nur niederschwellige Maßnahmen wie Energieberatungen und -audits zur Offenlegung der grundsätzlichen Einsparmöglichkeiten eingesetzt.

Fazit 2018

Gemäß Studie ist das Beratungsangebot für Energieberatungen bundesweit betrachtet zufriedenstellend. Der Großteil der Beratungen erfolgen ohne viel Aktivitäten von Seiten der Energieberater. Oftmals werden die Beratungen im Gewerbe von Unternehmen in Anspruch genommen, die einen nennenswerten Anteil an Energiekosten aufweisen. Größere Unternehmen zeichnen sich darüber hinaus dadurch aus, dass sie eigene Experten im Haus zu diesem Thema haben.

"Contracting kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sich eine für das Thema Energie speziell verantwortliche Person oder der Geschäftsführer im Unternehmen darum kümmert. Die Hauptmotivation für die Nutzung von Contracting ist bei etwa 75 % der Befragten die Energieeinsparung. Als Haupthemmnisse sind schnelle Veränderungen bei den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Gründe, wie Energiepreise oder Unsicherheiten bei der Investition, zu nennen. Mangelnde Qualität oder zu hoher Wettbewerb wird dagegen von den meisten Anbietern nicht als wichtiges Hemmnis für Contracting wahrgenommen."

Im Bereich Energiemanagement hat sich die Anzahl der Anbieter konsolidiert, auch der erwirtschaftete Umsatz ist stabil. "Die Nachfrage wird maßgeblich durch die energieintensive und auch die weitere Industrie erzeugt. Allein diese beiden Segmente machen in der Befragung schon 75 % der Nennungen bei der Frage nach der wichtigsten Kundengruppe aus. Die Nachfrage kommt der Erhebung nach doppelt so häufig aus KMUs wie aus größeren Unternehmen. Von den Unternehmen mit über zehn Prozent Energiekosten an den Gesamtkosten nutzen der Erhebung nach 50 % bereits EnM."

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