Glossar

Im täglichen Arbeitsleben nutze ich eine Reihe von Begriffen, die oftmals unbekannt sind oder auch gänzlich falsch benutzt werden. Dahingegen nutze ich auf der anderen Seite aber auch eine Reihe von Wörtern nicht, die wiederum von meinen Gesprächspartner genutzt werden. Dieses Glossar stellt meine Nutzung von vielen Begriffen aus meinen Arbeitskosmos dar.

Energieverbrauch

Der Begriff Energieverbrauch ist aus physikalischer Sicht falsch, da Energie nicht verbraucht werden kann, sondern lediglich umgewandelt werden kann. Umgangssprachlich hat sich der Begriff jedoch eingebürgert und meint in diesem Zusammenhang meist die Endenergie, die vom Endkunden bezogen (und bezahlt) wird. Der Begriff Energieverbrauch kommt im Rahmen dieses Energieaudits nicht zum Einsatz, da die Nutzung zum Einen in vielfältiger Weise den Betrachtungsbereich einschränkt und zum Anderen sinnvolle Ansätze für Ef?zienzen verhindert. Stattdessen kommen im Zusammenhang mit der Betrachtung von Energie andere, genauere Begriffe zum Einsatz, die ebenfalls in diesem Glossar (siehe folgend) beschrieben sind. Mathematisch lässt sich Energieverbrauch in seiner Gesamtbetrachtung wie folgt einbinden:

Primärenergie - Umwandlung(sverluste) - Transport(verluste) = Endenergie (Energieverbrauch)
Endenergie (Energieverbrauch) - Umwandlung(sverluste) - Transport(verluste) = Nutzenergie

Primärenergie

Als Primärenergie wird diejenige Energie bezeichnet, die ursprünglich de?niert werden kann. Sie ist vor allem in natürlichen Ressourcen gespeichert - also zum Beispiel in Kohle oder Erdöl, aber in als erneuerbaren Energiequellen wir Sonne oder Wind. Primärenergie ist im Zusammenhang mit Ressourcen (fossil und erneuerbar) zu nennen. Für die Betrachtung von der Energiequelle zur Nutzungsphase muss der Ressource, in der die Primärenergie enthalten ist, in einem Prozess aus der Ressource herausgeholt werden, was nur über Energieeinsatz möglich ist.

Endenergie

Endenergie ist diejenige Energie, die beim Endkunden zum Einsatz kommt und für die der Endkunde entweder direkt durch Lieferung oder indirekt z. B. durch den Invest eine PV-Anlage bezahlt.

Primärenergiefaktor

Auf dem Weg von seiner ursprünglichen Quelle bis zum Endkunden wird Primärenergie unter Verlusten umgewandelt. Die Verluste ergeben sich durch physikalische und technische Rahmenbedingungen, aber auch durch organisatorische Rahmenbedingungen wie den Bedarf an Transport der Energie(träger) - siehe obige Formeln. Werden Primärenergie und Endenergie in ein Verhältnis gesetzt, so ergibt sich der Primärenergiefaktor, der nicht für jeden einzelnen Fall berechnet werden kann, weswegen es für viele Energieträger, wie z. B. Erdgas oder Heizöl, standardisierte Werte gibt. In Einzelfällen (wie z. B. bei Fernwärmenetzen) werden auf Basis von genormten Berechnungsverfahren spezi?sche Primärenergiefaktoren berechnet und kommen dann auch nur dort zum Einsatz, wo Endkunden entsprechende Endenergie vom jeweiligen Kraftwerksbetreiber beziehen.

Energiebedarf

Die Menge an Energiebedarf ergibt sich aus der Betrachtung vom Endkunden ausgehend. Der Energiebedarf stellt die Energiemenge dar, die ein Nutzer benötigt, um sein Unternehmen oder Berücksichtigung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betreiben zu können. Der Energiebedarf wird durch den Bezug von Endenergie gedeckt. Die Betrachtung funktioniert ebenfalls auch nur für eine spezifische Anlage.

Energieeinsatz

Mit Energieeinsatz wird die praktische Nutzung von Energie bezeichnet. Energieeinsatz bezeichnet eine aktive Tätigkeit zur Erfüllung einer spezifischen Aufgabe.

Nutzenergie

Für das Verständnis unterschiedlicher Effizienzansätze ist der Begriff Nutzenergie von rudimentärer Wichtigkeit. Dies soll am Beispiel der Beleuchtung erläutert werden. Eine Lampe wird primär eingesetzt, um Licht zu erzeugen und kann aus physikalischer Sicht als Energie beschrieben werden. Wird Licht künstlich erzeugt, so wird die Energiemenge im Licht als Nutzenergie bezeichnet, da genau diese Energiemenge im Licht genutzt wird. Beim Betrieb einer Lampe - egal auf Basis welches Energieträgers - wird jedoch nie 100% der in der Lampe eingesetzten Energie in Licht umgewandelt - ein Großteil wird in Wärme umgewandelt und wird allenfalls indirekt als Wärmequelle genutzt. Von der gesamten Energiemenge, die in eine Lampe geht, gilt nur die Menge als Nutzenergie, die in das gewollte und benötigte Licht umgewandelt wird.

Verlustenergie

Um beim Beispiel der Lampe zu bleiben, bezeichnet Verlustenergie genau die Menge an Energie, die eingesetzt werden muss, um die gewollte und benötigte Menge an Nutzenergie zu erzeugen. Mathematisch kann das wie folgt ausgedrückt werden:

Energiebedarf zum Betrieb der Lampe - Nutzenergie = Verlustenergie

Wird die eigentlich als Verlust zu bezeichnende Wärmemenge aus dem Beispiel der Lampe ebenfalls genutzt z. B. als interne Wärmequelle, so kann sie zumindest theoretisch auch als Nutzenergie bezeichnet werden - da die Lampe jedoch den Nutzen der Lichterzeugung und nicht als Heizungsquelle hat, bezeichnet die Wärme mehr einen Verlust. Bei einer Anlage zur Wärmeerzeugung wiederum liegt genau das Gegenteil vor. Die Anlage ist zur Erzeugung von Wärme gedacht, demnach enthält die Wärme die Nutzenergie, im gleichen Zuge erzeugtes Licht enthält demnach die Verlustenergie.

Energieeffizienz

Energieeffizienz ist eine mathematische Beschreibung für die Wirksamkeit einer Energieumwandlung, bei der der Energieinput (meist die Endenergie) in Bezug zum Energieoutput (Nutzenergie) gesetzt wird. Dieser Wert kann physikalisch nie größer 1 sein, da sich Energie gemäß den thermodynamischen Grundsätzen nie vermehren kann, weil Exergie (die nutzbare Energiemenge) immer nur in Anergie (nicht nutzbare Energie) umgewandelt werden kann. Ansätze für die Steigerung der Energieeffizienz ergeben sich meist aus der Betrachtung von Energieverlusten (am Gerät selbst oder innerhalb der Peripherie). Darüber hinaus besteht aber immer auch die Möglichkeit auf die Nutzenergie zu schauen. Da sich der Energiebedarf (gedeckt durch den Einsatz von Endenergie) immer ausgehend von der notwendigen Nutzenergie ergibt, bestimmt der Nutzenergiebedarf unter Berücksichtigung sämtlicher damit verbundener Parameter in erster Betrachtung den End- und Primärenergiebedarf.

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